Spiele kommen länger auf den Prüfstand

Mogeln will gelernt sein. Erst recht, wenn man beim Mogel-Verlag arbeitet. Auf der Spiel 2017 hat der Verlag das zweite Mal ausgestellt. Ich sprach mit Jürgen Loth, einem der Verlagsgründer, über den Verlag, die Spiel 2017 und natürlich neue Spiele.

Jürgen, der Mogel-Verlag ist jetzt etwas mehr als ein Jahr alt. Wie fällt dein Fazit für das erste Jahr aus?

Jürgen: Wir sind mehr als zufrieden. Die Stimmung im Verlag selbst und um ihn herum ist ausgezeichnet. Wir erhalten tolle Rückmeldungen und mit unserer Neuheit Lanzeloth ist es uns gelungen uns als Verlag gut weiter zu entwickeln. Das ist alles unheimlich aufregend und nach wie vor sehr spannend für uns. Im Prinzip sehen wir uns jede Woche vor neuen Herausforderungen, die wir natürlich gerne annehmen.

Jürgen Loth ist einer der Mitgründer des Mogel Verlages

Jürgen Loth ist einer der Mitgründer des Mogel Verlages

Wie kam Euer Stand auf der Spiel 17 an? Zufrieden mit der Resonanz?

Jürgen: Ganz eindeutig: Ja! Bereits im letzten Jahr waren wir überrascht, dass so viele Besucher*innen ausgerechnet uns besuchen, da wir ja das erste mal auf der Spiel waren. Im Vorfeld der diesjährigen Messe haben wir beinah bezweifelt, dass uns das in diesem Jahr wieder gelingt. Doch tatsächlich lief es so, dass wir deutlich mehr Besucher*innen als im letzten Jahr hatten. Das liegt wohl zum Einen daran, dass viele uns aus dem letzten Jahr in Erinnerung behielten, aber zum Anderen auch daran, dass unsere Neuheit Lanzeloth doch sehr beliebt ist. Einige Rezensionist*innen, Dich eingeschlossen, haben vorab sehr positiv über Lanzeloth berichtet. Das hat sicherlich dazu beigetragen, dass viele Besucher*innen unseren Verlag gezielt aufgesucht haben.

Messestand_Mogel

Viel los am Mogel-Stand auf der Spiel 2017

Zur Spiel 2016 seid ihr mit 3 Spielen gestartet: Willi Wörterwurm, Perlen tauchen und Tierisch bedroht. Diesmal gab es mit Lanzeloth nur ein Spiel. Warum?

Jürgen: Wir betreiben mittlerweile für jedes einzelne Spiel einen noch größeren Aufwand. Wir nehmen uns beispielsweise mehr Zeit, wenn es darum geht Alternativen in einem Spiel zu erproben. Genauso verhält es sich, wenn wir das Thema des Spiels gestalterisch umsetzen. Kurz gesagt: Jedes Spiel ist bei uns jetzt wesentlich länger auf dem Prüfstand. Letztlich hängt die Anzahl der Veröffentlichungen aber auch davon ab, wie stark wir zeitlich mit anderen Dingen des Verlags und unseren ‚richtigen‘ Berufen beschäftigt sind.

Der Mogel-Verlag ist ein Familienunternehmen, das ihr in eurer Freizeit stemmt. Wie macht ihr das? Wer kommt Euch bei Veranstaltungen wie der Spiel zur Hilfe?

Jürgen: Grundsätzlich arbeiten mein Bruder Michael und ich in unseren Berufen mit reduzierter Stundenzahl, um die täglichen Abläufe koordinieren zu können. Das ist schon eine Menge Arbeit, aber wir empfinden das nicht so. Es macht einfach Spaß und hält uns als Familie und Freunde zusammen. Wenn wir im Verlag mit all unseren Unterstützer*innen und Freund*innen kreativ werden, ist das immer ein unheimlich spannender und spaßiger Prozess. Da geben wir alle unsere Energie hinein und ziehen sie gleichermaßen heraus! Wir sagen immer: Der Mogel-Verlag ist eine Familie aus Geschwistern und Freunden.

Spiele erfinden ist eine kreative Angelegenheit. Wie entwickelt ihr eure Spielideen? Zum Beispiel Lanzeloth.

Jürgen: Vordergründig ist Michael für die Spielentwicklung zuständig und liefert tatsächlich alle Ideen für unsere Spiele. Er koordiniert die Abteilung Spielentwicklung. Seine Mechanismen und Spielideen präsentiert er dem ganzen Team meist bereits in einem Thema, in Form eines Prototypen. Zuvor wird die Idee in einem kleinen festen Team etliche Male getestet. Der Prototyp geht dann bestenfalls über den Tisch des gesamten Teams rein in die Testfamilien. Grundsätzlich entwickelt Michael ein Spiel über drei Zugänge: vom Thema hin zur Mechanik, von der Mechanik hin zum Thematisch oder eben von vornherein kombiniert.

Lanzeloth ist eure Neuheit zur diesjährigen Spiel gewesen. Stell uns doch das Spiel kurz vor.

Jürgen: Die Spieler treten als Ritter im großen Turnier gegeneinander an. Mit Ross und Rüstung ziehen sie in den Wettstreit. Doch bevor das geschieht, müssen sie um die besten Rüstungsteile ringen Dabei geht es nicht nur darum sich gut einzuprägen, welche eigenen Rüstungsteile mit welchen Wert ausgestattet sind. Genauso von Bedeutung ist es, möglichst schnell Informationen über die Wertigkeiten der Gegenspieler zu erhalten. Das geht durch das Ausspielen von unterschiedlichen Aktionen, aber auch über das Lesen der Mimik der Mitspieler. Wie reagieren sie auf ihre Karten, die sie ziehen? Welche Rüstungsteile erwägen sie zu tauschen? Welche Rüstungsteile haben sie bereits neu angebaut? Ein gutes Gedächtnis ist klar im Vorteil.

Lanzeloth wurde 2017 zur Spiel vorgestellt

Lanzeloth wurde 2017 zur Spiel vorgestellt

Ein kleiner Schwachpunkt im Regelwerk von Lanzeloth ist die Schlussmachregel. Wie siehst Du das?

Jürgen: Tatsächlich ist dieses Problem in den Probespielen nur am Rand aufgetaucht. Das frühe Beenden in der zweiten Runde führt in den meisten Fällen nicht zum Gewinn. Ich denke außerdem nicht, dass es sich hierbei zwangsläufig um ein Strukturproblem des Spiels handelt. Ich denke, es ist vielmehr eine Frage des Charakters. Wenn mein Interesse darin liegt, ein Spiel zu torpedieren, und nicht darin, dass es allen Spaß macht und ich als Spieler im besten Falle gewinne, dann eignen sich viele Spiele nicht. Im besten Fall weist die Spielgruppe den Saboteur 🙂 daraufhin oder ihm fällt selbst auf, dass er irgendwie trotzdem nicht gewinnt.

Offenbart Lanzeloth also den wahren Charakter eines Spielers?

Jürgen: Ich denke teilweise schon. In jedem Fall kann bei Lanzeloth quasi jeder Charakter sehr herausgefordert werden, obwohl das Spiel einen simplen Spielablauf hat.

Gibt es schon neue Projekte bzw. Spiele, an denen ihr arbeitet?

Jürgen: Wir befinden uns gerade im Abschluss des Spiels für das kommende Jahr. Ende des Jahres ist es druckreif. Soviel kann verraten werden: Es wird künstlerisch! Ein weiteres Spiel ist ebenfalls in den Startlöchern. Da es aber gerade nicht im Fokus liegt, kann ich aktuell nicht viel dazu sagen 😉

Wo kann man euch demnächst treffen?

Jürgen: Wir sind wieder fleißig unterwegs und freuen uns auf jede/n Besucher*in. Wer gerne eine Runde Karten mit uns klitschen möchte, kann uns auf diversen Veranstaltungen besuchen. Am besten besucht ihr dazu unsere Homepage www.mogel-verlag.de. Dort findet ihr alle Infos!

Vielen Dank für das Gespräch.

Advertisements

Hier ist die Queen der König

Queendomino basiert auf dem Spiel des Jahres Kingdomino von Bruno Cathala. Der Grundmechanismus ist gleich geblieben, für Freunde des Kennerspiels besitzt Queendomino ein paar zusätzliche Features, die einfach mehr Abwechslung ins Spiel bringen.

Die Landschaftsplättchen bestehen wie ein Dominostein aus zwei Hälfte. Diese müssen im eigenen Königreich in einem 5 x 5-Raster angelegt werden.

Die Landschaftsplättchen bestehen wie ein Dominostein aus zwei Hälfte. Diese müssen im eigenen Königreich in einem 5 x 5-Raster angelegt werden.

Wie der Name schon sagt, bestehen die Landschaftsplättchen in King- bzw. Queendomino wie ein Dominostein aus zwei Hälften, die nach Erwerb auch entsprechend angelegt werden müssen. Damit haben sich die Gemeinsamkeiten aber auch schon erschöpft. Kingdomino ist sehr einfach gestrickt und für ein breites Publikum geeignet. Hier nochmal der Grundmechanismus. Jeder Spieler baut sich um seine Burg ein Königreich in einem 5 x 5-Raster auf. Dabei gilt es möglichst zusammenhängende Flächen mit Multiplikatoren (Kronen) darauf zu legen. Die Punkte am Schluss ergeben sich aus der Anzahl der Flächenfelder (2 pro Dominostein) einer Farbe mal der Anzahl der Kronen. Das bedeutet: Keine Krone, keine Punkte.

Die Auswahl der Dominoteile ist ganz einfach. Zu Beginn werden vier Teile auf den Tisch nach Nummern sortiert in eine Reihe gelegt. Jeder Spieler sucht sich eines der Teile beginnend beim Startspieler aus. Dann werden vier weitere Teile daneben aufgedeckt und auch wieder den Nummern entsprechend sortiert. Der Spieler, der auf den vier Anfangsteilen am weitesten vorne steht, darf sich jetzt zuerst ein Teil aussuchen. Dann der nächste Spieler in der Reihenfolge usw. Das freie, erworbene Teil wird im Königreich angelegt. Es sind 48 Bauteile vorhanden, sodass jeder Spieler sein Königreich voll bekommt. Was allerdings nicht immer gelingt. Damit hat sich Kingdomino aber auch schon erschöpft. Ein nettes, schnelles Spiel, das den Preis Spiel des Jahres 2017 erhielt.

Gebäudeauslage mit Drache, Ritter, Türme und Geld: Das sind die neuen Elemente von Queendomino

Gebäudeauslage mit Drache, Ritter, Türme und Geld: Das sind die neuen Elemente von Queendomino

Queendomino bringt weitere Elemente ins Spiel, die das Ganze deutlich interessanter gestalten. Dazu gehört ein zusätzlicher Landschaftstyp, der mit Gebäuden aus der Auslage bebaut werden kann. Außerdem gibt es als Zahlungsmittel Geld im Spiel, das über den Einsatz von Rittern (heute würde man Steuereintreiber dazu sagen) erhoben werden kann. Und last but not least gibt es Türme im Spiel. Wer die meisten Türme besitzt, bekommt die Queen. Sie erleichtert während des Spiels den Kauf von Gebäuden und bringt am Ende zusätzliche Siegpunkte (zählt in einer Abrechnung wie eine Krone).

Fast hätte ich Ihn vergessen: Neben der Gebäudeleiste liegt noch ein kleiner roter Geselle, den man einmal pro Runde bestechen kann – der Drache. Mit ihm lässt sich ein Gebäude aus der Gebäudeleiste entfernen. Das kann manchmal ganz schön fies sein.

Die Gebäude bringen auf unterschiedliche Arten Siegpunkte: Es gibt direkte Siegpunkte, Siegpunkte für Türme, Ritter und Landschaftsfelder. Damit wird der Wertungsblock deutlich länger und das ganze Spiel nicht mehr so ausrechenbar. Man muss jetzt das Spielgeschehen deutlich mehr aus dem Augenwinkel beobachten. Während bei Kingdomino der Blick doch sehr stark auf das eigene Königreich gefallen ist, muss ein Spieler bei Queendomino sehr viel mehr darauf achten, was die anderen Akteure so treiben.

Meine Meinung

Für mich hat das Spiel durch die zusätzlichen Features nochmals gewonnen. Vor allem für Spieler mit etwas gehobeneren Ansprüchen ist das Ganze jetzt deutlich besser spielbar. Und wer bereits ein Kingdomino besitzt, kann beide Spiele auch kombinieren. Dadurch ergeben sich zusätzliche Möglichkeiten. Die Spielregel von Queendomino bietet hier drei verschiedene Varianten an. Durch das Zusammenführen hat man wesentlich mehr Landschaftssteine zur Verfügung, sodass auch 5-6 Spieler agieren können.

Autor Bruno Cathala hat Kingdomino sehr schön erweitert, ohne den Spielfluss übermäßig zu stören. Das Spiel geht trotz der zusätzlichen Aktionen immer noch flott von der Hand, der prämierte Grundmechanismus und die Spielidee wurden erhalten.

Vielen Dank an Pegasus für ein Rezensionsexemplar von Queendomino.

Queendomino bei Amazon erwerben

Spielbewertung für Queendomino von Bruno Cathala

Schwierigkeit Spielspaß Spielreiz Spielgrafik
mittel hoch hoch im Stile von Kingdomino
Alter Spieler Spieldauer Spielpreis
ab 8 Jahre 2 – 4 30-45 min ca. 27 Euro

Gesamturteil:

sterne_4_klein

 

Märchenhaftes Merkduell

Das Rotkäppchen-Duell ist ein märchenhaftes Memoryspiel, bei dem es in erster Linie darum geht, sich im Märchenwald nicht zu verlaufen und den Überblick zu behalten. Schnell sieht das Rotkäppchen vor lauter Bäumen den Wald nicht mehr.

Beim Rotkäppchen-Duell kann man leicht den Überblick verlieren

Beim Rotkäppchen-Duell kann man leicht den Überblick verlieren

Es war einmal ein kleines süßes Mädchen, das hatte jedermann lieb, der sie nur ansah, am allerliebsten aber ihre Großmutter, die wusste gar nicht, was sie alles dem Kinde geben sollte. Einmal schenkte sie ihm ein Käppchen von rotem Samt, und weil ihm das so wohl stand, und es nichts anders mehr tragen wollte, hieß es nur das Rotkäppchen… So beginnt das Werk der Gebrüder Grimm. Das Rotkäppchen-Duell stellt diese klassische Märchengeschichte etwas anders dar. Mit neuesten Abhörmethoden ist es gelungen, ein Geheimgespräch zwischen den beiden Protagonisten des Märchens aufzunehmen. Hier ein Auszug:

Rotkäppchen: Großmutter, Großmutter, warum sehe ich den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr?

Großmutter: Weil der Märchenwald deine Geschichte verdreht erzählt, mein liebes Kind. Bring mir die drei herzhaft gefüllten Picknickkörbe mit leckeren Köstlichkeiten. Sie sind gut hinter den Bäumen versteckt und warten darauf von dir gefunden zu werden!

Rotkäppchen: Aber Großmutter, im Wald lauern doch bestimmt Gefahren?

Großmutter: Und ob. Sei auf der Hut, denn der große, böse Wolf weiß sich auch gut hinter den Bäumen zu verstecken. Seine Augen sind sehr groß, damit er dich im Wald besser finden kann. Sein Maul ist gewaltig, sodass er deine Picknickkörbe schneller verschlingen kann!

Rotkäppchen: Großmutter, was passiert, wenn ich hinter einem Baum suche und dort keinen Picknickkorb finde?

Großmutter: Dann hast du leider Pech gehabt, mein Engelchen. Deine Suche endet sofort und das Rotkäppchen von der anderen Seite des Waldes darf einen Versuch wagen. Es sei denn, du triffst auf einen freundlichen Herren mit einer Flinte, der dir beim Suchen hilft.

Rotkäppchen: Großmutter, ich habe etwas seltsames im Wald beobachtet. Es gibt dort Bäume, hinter denen ist gar nichts versteckt.

Großmutter: Das sind die gefährlichsten. Hüte dich vor ihnen und merke dir gut, wo diese Bäume stehen. Nur so kannst du im Wald den Überblick behalten.

Das Rotkäppchen-Duell ist eine Merkspiel für 2 Spieler

Das Rotkäppchen-Duell ist eine Merkspiel für 2 Spieler

Soweit der märchenhafte Mitschnitt des Gespräches zwischen Großmutter und Rotkäppchen.

Meine Meinung

Das Rotkäppchen-Duell ist ein lustiges Such- und Merkspiel für zwei Spieler – bevorzugt Großmutter und Enkel ab 5 Jahre. Beide Spieler stellen ihre Bäume in der Tischmitte auf und versuchen die gegnerischen Picknickkörbe zu finden, ohne den Wolf zu erwischen. Das führt nämlich zum sofortigen Verlust eines eigenen Picknickkorbes. Die leeren Bäume sorgen dabei für viel Verwirrung. Vor allem, wenn man sich nicht merkt, wo diese stehen. Das Spiel macht auch Erwachsenen Spaß, wobei die Prognose zum Gewinner dieses Spiel in aller Regel zugunsten der Enkel ausfällt.

Vielen Dank an Gamefactory für ein Rezensionsexemplar.

Das Rotkäppchen-Duell bei Amazon erwerben

Spielbewertung für Das Rotkäppchen-Duell von Christoph Reiser und Arno Steinwender

Schwierigkeit Spielspaß Spielreiz Spielgrafik
leicht hoch hoch liebevoll gemacht
Alter Spieler Spieldauer Spielpreis
ab 5 Jahre 2 10 min 15 Euro

Gesamturteil:

sterne_4_klein

 

 

Gelungene Würfeladaption von Istanbul

Erfolgreiche Spielideen werden heutzutage gerne in unterschiedlichster Form auf den Markt gebracht. Nach dem Grundspiel – womöglich sogar Spiel des Jahres – kommen eine oder zwei Erweiterungen, dann das Kartenspiel und schließlich das Würfelspiel in die Verkaufsregale. Meistens werden Spielidee und Spielspaß dadurch nicht besser. Auch das Kennerspiel des Jahres 2014 Istanbul ist mittlerweile beim Würfelspiel angekommen. Doch im Gegensatz zu vielen anderen Würfelerweiterungen handelt es sich hierbei um eine gelungene Adaption des Brettspiels von Rüdiger Dorn.

Istanbul_überblick

Das Istanbul-Würfelspiel ist eine gelungene Adaption des Brettspiels

Auch bei Istanbul: Das Würfelspiel heißt es wieder: „Willkommen auf dem Basar“. Spieler, die das Brettspiel kennen, werden die gewohnte Istanbul-Grafik erkennen. Die Spielidee und das Spielziel sind mit dem Brettspiel identisch. Gehilfen losschicken, Aufgaben erledigen und Rubine sammeln. Wer eine bestimmte Anzahl hat, gewinnt das Spiel.

Viele Spielelemente sind ähnlich zum Brettspiel, doch im Würfelspiel haben sie eine ganz andere Gewichtung und Bedeutung. Daraus ergibt sich trotz der Verwandtschaft zum Brettspiel ein eigenständiges Würfelspiel.

Fünf Würfel übernehmen die Rolle der Gehilfen. Jeder Würfel zeigt 6 Symbole: 4 x Waren, 1 x Geld, 1 x Basarkarte. Jeder Spieler würfelt zu Beginn seines Zuges. Aus dem Würfelergebnis darf der Spieler anschließend zwei Farbkombinationen für Aktionen nutzen. Eine Aktionsübersicht erläutert die Möglichkeiten. Man kann Warenplättchen erhalten, Kristalle (nochmal Würfeln), Geld, Basarkarten, Moscheeplättchen. Auch das Abgeben von Waren um einen Rubin zu nehmen ist eine Aktion.

Eine besondere Rolle kommt den Basar- und Moscheeplättchen zu. Sie bringen zusätzliches Einkommen, das den Spielern weiterhilft. Die Moscheeplättchen bringen einen dauerhaften Vorteil bis zum Spielende. Das können Geld, zusätzliche Aktionen, Zusatzwürfel oder ähnliches sein. Bei den meisten Basarkarten gibt es einen Sofortvorteil für den aktiven Spieler, die anderen Spieler können den Vorteil erkaufen.

Meine Meinung

Istanbul: Das Würfelspiel ist für 2-4 Spieler geeignet

Istanbul: Das Würfelspiel für 2-4 Spieler

Das Würfelspiel weiß wirklich gut zu gefallen. Es ist trotz des Würfelglückfaktors ausgewogen und spannend bis zum Schluss. Meistens gewinnt der Sieger nur um Haaresbreite. Der Mechanismus unterscheidet sich vom Brettspiel weit genug, dass sich die zusätzliche Anschaffung des Spiels auch für diejenigen lohnt, die das Brettspiel bereits besitzen. Und wer das Brettspiel Istanbul nicht kennt, kann das Würfelspiel völlig unabhängig vom Brettspiel mit viel Spaß spielen.

Einen Wermutstropfen gibt es aber derzeit: Das Spiel ist im Moment nicht verfügbar. Voraussichtlich erst wieder ab Ende Dezember 2017. Damit fällt das Spiel als Weihnachtsgeschenk wohl flach. Wer also irgendwo ein Würfelspiel sieht, sollte gleich zugreifen.

 

Spielbewertung für Istanbul: Das Würfelspiel von Rüdiger Dorn

Schwierigkeit Spielspaß Spielreiz Spielgrafik
leicht sehr hoch abwechslungsreich ans Brettspiel angelehnt
Alter Spieler Spieldauer Spielpreis
ab 8 Jahre 2 – 4 20 – 40 min ca. 19 Euro

Gesamturteil:
sterne_4_klein

 

Das etwas andere Schach

Katarenga ist eine Schach-Variante für zwei Spieler, bei der jeder Spieler nur die Bauernreihe auf der Grundlinie besitzt. Die Taktik ähnelt sehr dem Schach. Das Spiel ist daher eine interessante Alternative für Schachliebhaber.

Katarenga ist eine Schachvariante, bei die bunten Felder die Zugmöglichkeiten vorgeben

Katarenga ist eine Schachvariante, bei der die bunten Felder die Zugmöglichkeiten vorgeben

Bei Katarenga treten zwei Spieler gegeneinander an, um die beiden feindlichen Lager zu erobern. Im Gegensatz zum Schach sind hier alle Figuren (Bauern) gleich, die Zugmöglichkeiten ergeben sich durch die Farbe des Feldes, auf dem eine Figur steht.  Es gibt vier Feldertypen, die sich mit dem variablen Spielplan immer anders anordnen lassen. Eine Figur, die auf einem grünen Feld steht, darf sich wie ein Springer im Schach bewegen. Ein rotes Feld macht aus der Figur einen Turm (beliebig waagrecht oder senkrecht, jedoch maximal bis zum nächsten roten Feld). Das gelbe Feld bringt einen Läufer hervor (diagonal maximal bis zum nächsten gelben Feld), das blaue Feld einen König (genau ein Feld in beliebige Richtung). Die gezogene Figur nimmt dann die Eigenschaft des Endfeldes an. Ein Beispiel: Eine Figur steht auf einem blauen Feld. Der Spieler zieht die Figur ein Feld nach vorne auf ein grünes Feld. Jetzt darf die Figur im nächsten Zug wie ein Springer bewegt werden. Im Gegensatz zum Schach, wo eine Figur immer die gleichen Eigenschaften besitzt, ändern sich die Eigenschaften der Figuren bei Katarenga ständig.

Wie beim Schach können auch gegnerische Figuren geschlagen werden. Auch die Regel „Berührt – Geführt“ gibt es bei Katarenga.

Katarenga kann auf zwei Arten gewonnen werden: Indem man als erster zwei Figuren hinter die gegnerische Grundlinie zieht und die beiden feindlichen Lager besetzt (das Ziehen von der Grundlinie auf ein Lager gilt wie ein Zug) oder wenn man die Figuren des Gegners so weit reduziert, dass er die Lager nicht mehr besetzen kann (ein Spieler hat nur noch eine Figur).

Meine Meinung

Katarenga von David Parlett ist ein sehr schönes, taktisches Spiel mit vielen Schachelementen. Wer kein Schach spielt oder wenig mit Schach am Hut hat, Finger weg. Katarenga ist wirklich nur etwas für Schachfans und welche, die es werden wollen.

Das Katarenga-Spielfeld lässt sich variabel zusammensetzen, dadurch ergeben sich immer wieder neue Spielsituationen

Das Katarenga-Spielfeld lässt sich variabel zusammensetzen, dadurch ergeben sich immer wieder neue Spielsituationen

Für genügend Abwechslung sorgt der variable Spielplan. Allerdings sollte man bei der Auslage auf eine symmetrische Verteilung achten oder einfach zwei (180°-gedreht) oder vier (90°-gedreht) Partien spielen. Duch den variablen Spielplan kann es schon mal vorkommen, dass ein Spieler eine etwas bessere Ausgangsposition hat. Das kann man aber auch positiv nutzen, um dem schwächeren Spieler einen kleinen Vorteil zu verschaffen.

Wer eine Schachuhr oder eine entsprechende App besitzt, kann auch ein Blitz-Katarenga spielen. Das ist aber nur etwas für Fortgeschrittene.

Mir persönlich hat das Spiel gut gefallen, allerdings habe ich während langer Praktikumsversuche im Studium auch genügend Zeit zum Schachspielen gehabt. So ein ausführliches Trainingslager ist bei diesem Spiel äußerst hilfreich.

Vielen Dank an Huch für das Rezensionsexemplar.

Katarenga bei Amazon erwerben

Spielbewertung für Katarenga von David Parlett

Schwierigkeit Spielspaß Spielreiz Spielmaterial
je nach Schachlevel hoch hoch sehr schön
Alter Spieler Spieldauer Spielpreis
ab 8 Jahre 2 20 pro Partie 23 Euro

Gesamturteil (für Schachfans):

sterne_5_klein

The Game als Duell-Variante

Mann gegen Mann, Frau gegen Frau oder Mann gegen Frau: Bei Zweierspielen muss wohl in Zukunft neu gedacht werden, wenn das dritte Geschlecht offiziell eingeführt wird. Aber soweit ist es noch nicht. Daher beschränken wir uns bei The Game – Face to Face auf die bisherigen drei Varianten.

Face to Face ist die Duell-Variante von The Game

Face to Face ist die Duell-Variante von The Game

Statt kooperativem Gemeinschaftsspiel ist The Game – Face to Face ein Duellspiel zweier Gegner, die versuchen, ihre Karten (2-59) möglichst schnell abzulegen. Das Grundprinzip entspricht dem Kooperativspiel. Jeder Spieler hat eine 1 (hier geht es aufwärts) und eine 60 (hier geht es abwärts) vor sich liegen. Pro Zug muss ein Spieler mindestens 2 Karten ablegen, anschließend darf er 2 Karten von seinem Stapel nachziehen. Legt ein Spieler mehr als 2 Karten bei sich ab, darf er trotzdem nur 2 Karten nachziehen. Erst wenn man beim Gegner etwas nachhilft und einen Stapel verbessert, darf man wieder auf 6 Karten auffüllen. Ziel des Spieles ist es, seine Karten möglichst schnell loszuwerden.

Damit ist auch klar: Wer immer nur 2 Karten bei sich ablegt und 2 nachzieht, wird das Spiel nicht gewinnen. Die Taktik muss sein, möglichst sinnvoll so viele Karten wie es irgendwie geht abzulegen und den Stapel des Gegners mit einer Karte möglichst ökonomisch zu verbessern. Nur so bekommt man seine Karten schnell los. Dabei muss man allerdings aufpassen, dass man sich nicht selbst blockiert. Das kann durchaus vorkommen, wenn der Stapel ungünstig liegt. Vor den letzten 6 Karten sollte ein Stapel unbedingt so vorbereitet sein, dass alle Karten abgelegt werden können.

Meine Meinung

The Game – Face to Face ist ein nettes und schnelles Kartenablegespiel für Zwischendurch. Mehr aber auch nicht. Die Spieler kommunizieren und interagieren in der Zweiervariante deutlich weniger bis gar nicht. Das Spiel reduziert sich auf „Möglichst schnell die Karten ablegen“. Das ist schade, denn genau die Interaktion und Kommunikation hat „The Game“ ursprünglich ausgemacht und auf die Auswahlliste zum Spiel des Jahres gebracht.

Mir persönlich gefällt das kooperative Grundspiel um Klassen besser (5 Sterne). Es hat einen enorm hohen Wiederspielwert und ist in seiner Form nahezu einzigartig, während sich die Duellvariante in eine Reihe von vielen Spielen einsortiert.

The Game – Face to Face bei Amazon erwerben

Spielbewertung für The Game von Steffen Benndorf und Reinhard Staupe

Schwierigkeit Spielspaß Spielreiz Spielgrafik
Leicht mittel mittel passt zu The Game
Alter Spieler Spieldauer Spielpreis
ab 8 Jahre 2 15 – 20 min 9 Euro

Gesamturteil:

sterne_3_klein

Fürchterliches Fieber

Mit Fabelsaft hat Friedemann Friese ein völlig neues Spielkonzept entwickelt und wurde dafür zurecht auf der Spiel 2017 für den innoSpiel-Preis nominiert. Zur Messe hat 2F gleich mehrere sogenannte Fast-Forward-Spiele auf den Markt gebracht, die das Spielprinzip von Fabelsaft aufnehmen. Wir haben für Euch das Spiel Furcht getestet.

Wer die Schachtel von Furcht öffnet, sucht zunächst vergeblich nach einer Spielanleitung. In der Schachtel befindet sich nur ein Stapel Karten und ein Tütchen. Die Fast-Forward-Spiele kommen alle ohne Spielregel aus. Die Spielregeln werden erst nach und nach während des Spiels klar. Dazu ist der Kartenstapel vorsortiert und darf auf keinen Fall gemischt werden. Er besteht aus 90 Karten. Neben den eigentlichen Spielkarten – auf ihnen befinden sich Zahlen von -3 bis 10 – befinden sich dazwischen wieder einzelne Regelkarten, die während des Spielverlaufs genau das erklären, was die Spieler gerade wissen müssen. Im Prinzip kann man das Kartenpäckchen aufreißen und loslegen.

Der Kartenstapel von Furcht ist vorsortiert. Dazwischen erscheinen immer wieder Regelkarten.

Der Kartenstapel von Furcht ist vorsortiert. Dazwischen erscheinen immer wieder Regelkarten.

Im Falle von Furcht geht das Spiel mit der obersten Karte los, einer Regelkarte. Da steht ganz lapidar: „Ziehe eine Karte oder spiele eine Karte aus. Du darfst nicht passen.“ Da kein Spieler eine Karte auf der Hand hat, zieht jeder Spieler eine Karte. Nach ein paar Karten kommt wieder eine Regelkarte: „Handkartenlimit 3, wer 3 Karten hat, muss eine Karte ausspielen. Summe der ausgespielten Karten nennen. Wer mehr als 15 legen muss, hat verloren. Gewinner ist der Spieler, der die höchste Kartensumme in der Hand hält.“

15 sind bei Furcht gerade noch erlaubt. Wer mehr legen muss hat verloren.

15 sind bei Furcht gerade noch erlaubt. Wer mehr legen muss hat verloren.

So geht es weiter. Immer wieder kommen zwischendurch Regelkarten, die Anweisungen für den Fortgang des Spieles geben. Hier tauchen ein paar nette Sonderregeln auf, die ständig für neuen Spaß sorgen.

Meine Meinung

2f_friedemann

Spiele mit F? Natürlich präsentiert von Friedemann Friese

Furcht ist ein rasantes Kartenlegespiel und quasi selbsterklärend. Man benötigt eigentlich keine Spielkenntnisse, sodass sich das Spiel auch für Anfänger sehr gut eignet. Lediglich den Zahlenraum bis 20 sollte man beherrschen. Hat man das Spiel einmal angefangen, kann man es kaum weglegen. Wir hatten einen riesigen Spaß mit dem Spiel, das durch die sich verändernden Sonderregeln nie  langweilig wird. Erst als der Kartenstapel zu Ende war, legte sich das Furcht-Fieber.

Wer keine Lust hat, bis zur letzten Karte zu spielen, kann jederzeit unterbrechen. Einfach die Karten in das Tütchen und beim nächsten Mal an dieser Stelle weitermachen. Doch dazu wird es nicht kommen.

Vielen Dank an 2F für ein Rezensionsexemplar.

Furcht bei Spieleoffensive kaufen

Spielbewertung für Furcht von Friedemann Friese

Schwierigkeit Spielspaß Spielreiz Spielmaterial
leicht sehr hoch sehr hoch passt
Alter Spieler Spieldauer Spielpreis
ab 8 Jahre 2-5 je nach Lust 13 Euro

Gesamturteil:

sterne_5_klein

 

Die WM kann kommen

Frankreich gegen England und Spanien gegen Niederlande: Das wären ganz passable Halbfinals bei der Fußball-WM 2018. Ok, die Engländer scheitern im Elfmeterschießen und die Niederlande haben sich erst gar nicht qualifiziert. 1558, tja da sah die Welt noch ganz anders aus. Da tobte zwischen Katholiken und Protestanten ein Streit um Einfluss und Macht. In diese Zeit entführt Ken Folletts „Das Fundament der Ewigkeit“. Die Spieler schlüpfen in die Rolle einflussreicher Familien, die ihre Machtposition stärken wollen. Dazu verbinden sie sich zeitweise mit wichtigen Personen der europäischen Gesellschaft. Ständig kommt es zu Machtproben zwischen den Spielern in den vier Ländern. Wer dabei der richtigen Religion angehört, punktet sich zum Sieg.

Gespielt wird in zweigeteilten Runden, Halbjahre genannt. Die beiden Aktionsrunden gehören indirekt zusammen. So wird im zweiten Halbjahr quasi gesät, um im nächsten ersten Halbjahr dann zu ernten.

 

Das Fundament der Ewigkeit im Überblick als 3-Spieler-Version

Das Fundament der Ewigkeit im Überblick als 3-Spieler-Version

Der Startspieler beginnt zunächst das „erste“ erste Halbjahr. Dazu würfelt er lediglich den schwarzen Würfel (insgesamt gibt es sechs Würfel pro Spieler). Diesen setzt der Spieler auf seine Religionskarte. Er muss sich dazu für eine der beiden Parteien entscheiden (Katholik oder Protestant). Jedes Mal, wenn ein Spieler das erste Halbjahr spielt, dreht er den Würfel um ein Auge nach unten. Zeigt der Würfel eine 1 und muss ein Spieler den Würfel herunterdrehen, darf er ihn neu würfeln und dabei die Religion neu wählen.

Jeder Spieler besitzt 6 Würfel. Einen für seine Religionszugehörigkeit, 4 Länderwürfel zum Anheuern von Persönlichkeiten und einen Jokerwürfel.

Jeder Spieler besitzt 6 Würfel. Einen für seine Religionszugehörigkeit, 4 Länderwürfel zum Anheuern von Persönlichkeiten und einen Jokerwürfel.

Neben dem schwarzen Würfel für die Religion besitzt jeder Spieler vier Würfel in den vier Farben der eingangs erwähnten Länder. Diese darf er im 2. Halbjahr würfeln und mit einem Würfel eine Person anheuern. Im 1. Halbjahr darf er dann die Aktion der erworbenen Figur nutzen.

Wer eine Figur anwirbt, darf gleichzeitig ein Handelshaus und einen zur erworbenen Figur passenden Religionsstein in dem Land setzen. Die Handelshäuser werden benötigt, um Waren in Siegpunkte umzuwandeln, die Religionssteine sorgen für Mehrheiten in den Ländern. Dazu später mehr.

Wer eine Figur anheuert, darf ein Handelshaus auf die Position der Würfelaugenzahl setzen. Außerdem wird ein passender Religionsstein gesetzt.

Wer eine Figur anheuert, darf ein Handelshaus auf die Position der Würfelaugenzahl setzen. Außerdem wird ein passender Religionsstein gesetzt.

Die Würfel auf den Figurenkarten werden im 1. Halbjahr ebenfalls heruntergedreht. Wird quasi die „Null“ erreicht, verschwindet die Figur, der Würfel wird wieder frei und kann im 2. Halbjahr wieder gewürfelt werden.

Bisher kennen wir fünf Würfel. Fehlt noch einer – der violette Würfel. Er ist ein Jokerwürfel und kann wie einer der vier Länderwürfel eingesetzt werden.

Mit freien Würfeln darf noch eine Zusatzaktion auf der Aktionsleiste gemacht werden. Besonders wertvoll ist der violette Würfel, der den Zutritt zu den Häfen (Warenverkauf) ermöglicht.

Mit freien Würfeln darf noch eine Zusatzaktion auf der Aktionsleiste gemacht werden. Besonders wertvoll ist der violette Würfel, der den Zutritt zu den Häfen (Warenverkauf) ermöglicht.

Am Ende des 2. Halbjahres darf ein Spieler noch mit seinen freien Würfeln eine Aktion auf der Aktionsleiste machen. Ausgehend von der aktuellen Position setzt ein Spieler seine freien Würfel auf die entsprechenden nächsten Felder. Eine der so belegten Aktionen darf der Spieler durchführen. Hier wird der violette Würfel wichtig, denn mit ihm darf man in den Häfen Waren gegen Siegpunkte verkaufen.

Am Ende eines Spielzuges wird noch geschaut, ob es Religionskonflikte in einem der Länder gibt. Sind alle Plätze eines Landes mit Religionssteinen belegt, wird überprüft, welche Partei (Katholiken oder Protestanten) die Mehrheit hat. Jeder Spieler, der der Siegerpartei angehört, erhält so viele Siegpunkte, wie die Position seines Handelshauses in dem Land entspricht.

Das Spiel geht in die Endphase, wenn ein Spieler 50 oder mehr Punkte hat. Dann gibt es noch ein paar Sonderpunkte für Handelshäuser, Schutzplättchen, nicht verkaufte Waren und Vorteilsplättchen, anschließend steht der Sieger fest.

Meine Meinung

rieneck

Michael Rieneck präsentiert Das Fundament der Ewigkeit

Michael Rieneck, der auch schon bei den beiden Vorgängern aus der Ken-Follett-Reihe als Autor mitgearbeitet hat (zusammen mit Stefan Stadler), hatte diesmal das Problem, ein Spiel parallel zum Buch zu entwickeln. Ob das Spiel mit dem Inhalt des Buches etwas zu tun hat, kann ich leider nicht sagen, muss ich erst noch lesen. Auf jeden Fall gibt es in England den Ort Kingsbridge. Das ist doch schon mal was.

Das Spiel ist durch den festgelegten Rundenmodus zwar etwas starr im Spielablauf, bietet aber trotzdem genügend Möglichkeiten, um abwechslungsreich zu sein. Das Spiel ist zwar recht ausgewogen, doch man sollte sich nicht täuschen lassen. Durch ein paar geschickte Züge kann sich das Blatt recht schnell wenden. Ein probates Mittel ist zum Beispiel der Einsatz von Siegpunkten, um auf der Aktionsleiste Felder zu überspringen.

Grafisch ist das Spiel hervorragend gelungen (Michael Menzel) und passt ganz toll zu den anderen beiden Spielen der Ken-Follett-Serie bei Kosmos. Insgesamt ein solides Kennerspiel für 3 bis 4 Spieler ab 12 Jahren, das etwas leichter als seine beiden Vorgänger daherkommt. Als 2er-Variante funzte das Spiel bei uns nicht so richtig, geht dafür aber schneller.

Vielen Dank an Kosmos für ein Rezensionsexemplar.

Das Fundament der Ewigkeit bei Amazon erwerben

Spielbewertung für Das Fundament der Ewigkeit von Michael Rieneck

Schwierigkeit Spielspaß Spielreiz Spielmaterial
mittel hoch hoch sehr schön
Alter Spieler Spieldauer Spielpreis
ab 12 Jahre (2)3-4 75-90 32 Euro

Gesamturteil:

sterne_4_klein

 

 

Zaubertränke erfordern Gehirnschmalz

Reiner Knizia hat eine neue Puzzle-Kollektion aus der Brains-Serie präsentiert – Zaubertrank. Und darum geht es auch: 5 Zutaten braucht ein richtiger Zaubertrank: Schwefelkristalle, Fliegenpilze, Krötenschleim, Spinnengift und blaue Blümchen. Was letzteres sein soll, entzieht sich allerdings meiner Kenntnis. Doch ein Zaubertrank funktioniert nur, wenn die Zutaten richtig gemischt, in diesem Fall richtig angeordnet, sind. Auf den 25 Zauberbuchseiten sind insgesamt 50 Tränke zu brauen. Dazu stehen sieben Zutatenplättchen zur Verfügung. Diese gilt es auf den Zauberbuchseiten so anzuordnen, dass die Randbedingungen erfüllt sind. Die Orientierung der Zutatenplättchen spielt dabei keine Rolle.

Die 50 Rätsel sind in 5 Levels unterteilt. Die Levels 1 bis 10 sind quasi zum warm werden. Danach wird es schwieriger. Level 33 hat mich etwa 5-6 Minuten Hirnschmalz gekostet. Level 49 etwas mehr als eine halbe Stunde. Je mehr Rätsel man macht, desto mehr kommt man allerdings gedanklich rein in das Spiel. Das Schöne: Jedes Rätsel hat genau eine richtige Lösung. Wer also eine Lösung gefunden hat, hat auch die richtige Lösung.

Meine Meinung

Hat einen erst einmal das Puzzlefieber erwischt, fällt es schwer, das Spiel wieder zur Seite zu legen. Manche Rätsel gehen leichter, andere schwerer.

brains_Zaubertrank_hinweiseWer gar keine Idee hat, kann sich im beiliegenden Lösungsbuch einen Tipp holen. Mir hat das Spiel auf einer dreistündigen Zugfahrt viel Spaß gemacht. Dafür ist das Spiel als Zeitvertreib ideal. Für Knobelfans ein absolutes Muss.

Vielen Dank an Pegasus für ein Rezensionsexemplar

Brains: Zaubertrank bei Amazon erwerben

Spielbewertung für Brains: Zaubertrank von Reiner Knizia

Schwierigkeit Spielspaß Spielreiz Spielmaterial
leicht-schwierig sehr hoch sehr hoch stabil
Alter Spieler Spieldauer Spielpreis
ab 8 Jahre 1 je nach Level 10 Euro

Gesamturteil:

sterne_5_klein

 

Bilder von der Spiel`17

Galerie

Diese Galerie enthält 31 Fotos.

Höher, schneller, weiter – das gilt auch für die Spiel 2017. Mehr Aussteller, mehr Ausstellungsfläche, mehr Besucher. Die Spieleszene boomt. Das merken auch die Verlage. Je 10 % Zuwachs in den letzten beiden Jahren erfreuen die Geschäftsführer. Mit zum Boom … Weiterlesen