Tapferes Schneiderlein im Rokoko

Willkommen im Rokoko. In Frankreich regiert Ludwig XV. und es gilt als chic, aufwendige Bälle zu veranstalten. Alles, was Rang und Namen hat, ist regelrecht darauf versessen, die edlesten Kleidungsstücke für sich zu beanspruchen und damit alle anderen zu überstrahlen. Bis zum großen Ball sind es nur noch wenige Wochen, und plötzlich scheint jeder etwas von dir zu wollen: einen eleganten Herrenrock hier, ein atemberaubendes Kleid dort oder eine Spende für das Feuerwerk. Schnell wird dir eines klar: Es geht nicht mehr nur darum, dein bescheidenes Schneider-Atelier zu leiten, du sollst auch gleich noch den wichtigsten Ball der Epoche managen. Und wenn du dabei glänzen kannst, wirst du in die Geschichtsbücher eingehen! Rokoko vermag es, durch seine spielerische und atmosphärische Tiefe, das Gefühl einer ganzen Epoche einzufangen und die Spieler unaufhörlich in seinen Bann zu ziehen.

Soweit die offizielle Spielbeschreibung. Tatsache ist: Die Umsetzung ist ganz gut gelungen und auch die Story hat Hand und Fuß. Jeder Spieler schlüpft in die Rolle eines Schneiders. Was tut ein Schneider? Logo! Kleider herstellen. Dazu benötigt man zunächst einmal Personal. Im Spiel gibt es Meister, Gesellen und Lehrlinge, die man anwerben kann. Manche haben schöne Nebenaktionen. Sie bringen zusätzliche Rohstoffe mit, haben Geld dabei oder schneidern ein Extrakleid. Aber: Mitarbeiter können nur von einem Meister angeheuert werden.

Damit sind wir schon bei der nächsten Aktion: Rohstoffe besorgen. Um ein Kleid nähen zu können braucht es Tuch in der richtigen Farbe und Garn oder Spitze. Da diese Aufgabe nicht allzu schwer ist, kann sie auch ein Lehrling ausführen.

Hat man alle Utensilien zusammen, kann man ein Kleid schneidern.
Ist das Kleid fertig, muss man sich entscheiden, ob man es verkaufen will – das bringt das so dringend benötigte Geld – oder doch eher an einen Ballgast verleihen will. Letzteres bringt allerdings kein Geld, sondern Ansehenspunkte (Siegpunkte) – um die es schließlich geht. Daher ist das Verkaufen eines Kleides eher eine Notlösung.
Verkaufte Kleider kommen aus dem Spiel, verliehene Kleider werden in einem Ballsaal platziert. Je nachdem, wer das Kleid geschneidert hat (Meister oder Geselle), wird es auf das entsprechende Feld gelegt. Am Ende gibt es für die Mehrheit in einem Ballsaal Punkte, wobei Meisterfelder mögliche Unentschieden auflösen.

Eine weitere Aktion, die von allen Personen ausgeführt werden kann, ist das Bauen von Ausstattungen in den Ballsälen. Komischerweise gehören hierzu auch Musiker! Diese bringen am Ende Siegpunkte. Ein besonderes Feld ist der Brunnen. Hier gibt es keine Siegpunkte, sondern zusätzliches Geld. Nochwas: Man kann auch die Felder der Dachterasse belegen.

Eine andere Möglichkeit, an Geld zu kommen, ist das Entlassen eines Handwerkers an den Hof. Für einen Meister gibt es 10 Geld, für einen Gesellen 7 und für einen Lehrling 4. Nicht viel, aber immerhin.

Die letzte Aktion, die möglich ist: Man kann die Prinzessin nehmen und in der nächsten Runde Startspieler sein. Bringt immerhin 5 Geld.

Jeder Spieler hat zu Beginn einer Runde 3 Personen auf der Hand. Heuert er weitere Personen an, darf er diese in der aktuellen Runde noch nutzen. Insgesamt geht das Spiel über 7 Runden. Dann wird abgerechnet.

Zunächst wird überflüssiges Geld in Siegpunkte (10:1) umgewandelt und Siegpunkte über Personen ermittelt. Dann werden die Mehrheiten in den Ballsälen ermittelt und die Punkte vergeben.
Ballteilnehmer des großen Ballsaales dürfen jetzt das Feuerwerk auf der Dachterrasse bestaunen. Sofern der Spieler dort einen Platz ergattert hat. Jetzt werden die Punkte auf dem Feld zusammengezählt und mit den bereits erhaltenen Punkten addiert. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt. Total easy, oder?

Fazit: Die Story stimmt (mal was anderes) und das Spielprinzip ist voll in Ordnung. Insgesamt ein ganz passables Spiel, das Spaß macht. Daher auch die Nominierung zum Kennerspiel des Jahres. Meiner Meinung nach durchaus gerechtfertigt. Und da es zum Kennerspiel nominiert wurde, ist auch klar: Nix für blutige Spieleanfänger.

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Spielbewertung für Rokoko

Schwierigkeit Spielspaß Spielreiz Spielgrafik
Für Fortgeschrittener schneidern macht Laune hoch sehr schön
Alter Spieler Spieldauer Spielpreis
ab 12 Jahre 2 – 5  60 – 120 min ab 28 Euro

Gesamturteil:
sterne_4_klein

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Ein Gedanke zu „Tapferes Schneiderlein im Rokoko

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