Punkten was das Zeug hält

Um es vorweg zu nehmen: Ein ganz heißer Tipp auf den Deutschen Spielepreis 2014. Der größte Vorteil: eine geniale Spielanleitung. Russian Railroad von Helmut Ohley und Leonhard Orgler ist ein klassisches Worker-Placement-Spiel. Die Spieler schlüpfen dabei in die Rolle von Eisenbahnmogulen, die beauftragt wurden, die Transsibirische Eisenbahn und zwei weitere Strecken zu bauen. Unterstützung gibt es von Ingenieuren und Leiharbeitern, Fabriken und Lokomotiven.

Wie die Überschrift schon sagt, kann man bei diesem Spiel Punkte holen wie am Fließband. Dabei gibt es mehrere Strategien, um zum Ziel zu kommen. Diese sollte man sich zu Beginn des Spiels überlegen und dann gnadenlos durchziehen. Das merkwürdige daran: Man spielt eigentlich nicht nur gegen die Mitspieler, sondern kämpft auch permanent um den eigenen Highscore.  Da jeder Spieler auf seinem eigenen Tableau agiert, kommt man sich eigentlich nur beim Setzen der Arbeiter in die Quere.

In den verschiedenen Foren schneidet das Spiel meist sehr gut ab. Bemängelt wird allgemein die geringe Interaktion der Spieler untereinander. Das kann ich ein Stück weit nachvollziehen, viele andere Spiele haben das gleiche Problem.

Aber egal, für welche Spielstrategie man sich entscheidet, das Spiel lässt sich sehr gut spielen und bleibt spannend bis zum Schluss. Ich könnte mir gut vorstellen, dass das Spiel an so manchem Spielewochenende ein Hit wird.

Da das Spiel schon ein halbes Jahr auf dem Markt ist, verzichte ich auf eine ausführliche Spielerezension. Die gibt es bereits an vielen anderen Stellen. Deshalb hier noch ein paar Tipps zur Strategie:

  1. Die alleinige Konzentration auf die längste Baustrecke Moskau – Vladivostok hat mir bisher kein Glück gebracht. Man fährt zwar ein gutes (spätes) Ergebnis ein, es reicht aber nicht zum Sieg.
  2. Kleinvieh macht auch Mist: Man sollte daher die Strecke Moskau – Kiev nicht unterschätzen. Man kann hier gehörig Punkte abgreifen, wenn man die Strecke schnell entwickelt.
  3. Die Spielregel empfiehlt, mindestens 2 der Fragezeichenplättchen zu bauen. Kann ich nachvollziehen. Um die Strecke Moskau – Kiev richtig wertvoll zu machen, benötigt man ein Fragezeichenplättchen. Außerdem kann man mit den Fragezeichenplättchen die Fabriken richtig puschen.
  4. Die 1er-Lok enthält eine verborgene Schönheit, die man auf den ersten Blick nicht erkennt: die Rückseite. Diese Fabrik wertet die Ingenieure! Man sollte sie daher nicht zu früh aussortieren, sondern erst dann, wenn man vielleicht 3 oder 4 Ingenieure gesammelt hat. Zusammen mit der Mehrheit an Ingenieuren macht das schnell mal 100 Punkte.
  5. Unbedingt entwickeln sollte man auch die Industrieleiste, in deren Mitte ein Fragezeichenfeld liegt.

Wie soll man also spielen? Das muss jeder selbst entscheiden. Außerdem verlangt das Spiel eine gehörige Portion Flexibilität. Ich empfehle aber folgendes: Ausbau Transib mindestens bis zum Zusatzmännchen. Mehr ergibt sich durch die Spielsituation. Ausbau Moskau – St. Petersburg bis zum ersten Fragezeichenplättchen. Ausbau Moskau – Kiev bis zum Feld Zusatzmännchen. Ausbau Industrieleiste mindestens bis zum Fragezeichenplättchen. Außerdem sollte man zwei bis drei Ingenieure ergattern und die Fabrik auf der Rückseite der 1er-Lok zum richtigen Zeitpunkt bauen.

Welche Erfahrungen habt Ihr mit Russian Railroads gemacht. Freue mich über Anregungen und Kommentare.

 

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5 Gedanken zu „Punkten was das Zeug hält

  1. Pingback: Deutscher Spielepreis 2014 vergeben | The Board Game Journal

  2. Gestern das erste Mal gespielt, cooles Spiel. Am Anfang braucht es ein wenig, nach zwei Runden weiß man wie es geht nach 4 Runden weiß man alles besser und am Schluss ist man voll schlau. Hat viel Spaß gemacht freue mich auf das nächste mal. (War nur Zweiter von Vier, grummel)

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  3. Pingback: First Class nach Konstantinopel | The Board Game Journal

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