Liebevoll zubereitete Götterspeise

Cacao von Abacus Spiele entführt in den Urwald Amazoniens

Cacao von Abacus Spiele entführt in den Urwald Amazoniens

Der größte Produzent von Kakao ist heute die…ja, wer hätte es gedacht…Elfenbeinküste. Afrika? Stammt der Kakao nicht aus Südamerika? Ein Blick in Wikipedia hilft. Ursprünglich kommt der Kakaobaum aus dem Amazonasgebiet. Bereits die Stammeshäuptlinge der Atzteken kannten den Kakao und formten daraus einen Schokoladentrunk zu Ehren des Gottes Quetzalcoatl. Genau in diese Zeit entführt uns das Spiel Cacao von Phil Walker-Harding. Im Urwald gilt es Kakao anzubauen und anschließend wieder zu verkaufen.

Gespielt wird auf einem imaginären Schachbrett mit weißen und schwarzen Feldern. Dabei kommen immer auf den weißen Feldern Urwaldplättchen zu liegen, auf den schwarzen Feldern werden die Arbeiterplättchen angelegt. Damit handelt es sich vom Prinzip her um ein Worker-Placement-Spiel. Nur werden hier nicht einzelne Figuren gesetzt, sondern Figurenkombinationen. Auf den Arbeiterplättchen sind immer vier Arbeiter aufgedruckt, die sich unterschiedlich verteilen. Es gibt Kombinationen wie 1-1-1-1 oder 1-2-1-0 oder 1-3-0-0. Begonnen wird das Spiel mit zwei diagonal nebeneinander liegenden Urwaldplättchen. Der Startspieler nimmt 3 seiner Arbeiterplättchen auf die Hand und führt folgende Schritte aus: Er legt eines seiner Arbeiterplättchen an, füllt eventuell entstandene Lücken zwischen Arbeiterplättchen aus (gibt es natürlich zu Beginn nicht) und führt die Aktion der anliegenden Urwaldplättchen so oft aus, wie er Arbeiter an diesen Plättchen hat. Anschließend nimmt er wieder ein Arbeiterplättchen aus seinem Vorrat.

Die Urwaldplättchen bieten nur wenige Aktionen, was das Spiel aber übersichtlich macht. Insgesamt gibt es sechs verschiedene Urwaldplättchen: Kakaobohnen nehmen, Kakaobohnen verkaufen, Geldminen, Wasser, Symbole und Tempel.

Jeder Spieler besitzt bei Cacao ein Dorf mit Wasserlauf und Lagerplätzen

Jeder Spieler besitzt bei Cacao ein Dorf mit Wasserlauf und Lagerplätzen

Jeder Spieler besitzt ein Dorf mit Wasserlauf und Lagerplätzen für Kakaobohnen. Zu Beginn des Spiels steht die Spielfigur des Wasserlaufes auf dem Feld -10. Für jeden Arbeiter an einem Wasserfeld darf man seine Spielfigur um ein Feld vorrücken. Im besten Fall erreicht man bei Spielende das letzte Feld mit dem Wert +16. Mit Arbeitern an den Geldminen (Wert 1 oder 2) darf man sich einfach entsprechend der Anzahl Arbeiter Geld nehmen. Gleiches gilt im Prinzip für die Felder Kakaobohnen nehmen (1 oder 2) und Kakaobohnen verkaufen (Wert 2, 3 oder 4). Allerdings muss man hierbei das Dorflimit von 5 Kakaobohnen beachten. Die Tempel werden erst am Ende des Spiels abgerechnet. Wer die Mehrheit der Arbeiter an einem Tempel besitzt, bekommt 6 Geld, der Zweite 3 Geld. Eine Sonderstellung hat das Steinsymbol. Man kann die Steinsymbole dazu verwenden, nachdem der Nachzugstapel an Urwaldplättchen leer ist, um bereits ausliegende, eigene Arbeiterplättchen zu überbauen. Dies ist normalerweise nicht möglich. Durch das Überbauen lassen sich alle Arbeiter auf den Plättchen nutzen und beispielsweise Mehrheiten an Tempeln noch verändern.

Fazit: Cacao ist ein einfaches Spiel für Spieleeinsteiger, das mich sofort überzeugt hat. Die taktische Komponente ist nicht allzu groß, aber doch vorhanden. Das Legespiel lässt sich prima zu zweit spielen. Hierfür muss man lediglich ein paar Teile aussortieren. Aber auch zu dritt oder zu viert macht das Spiel einfach nur Laune. Es ist schnell erklärt und genauso schnell gespielt. Vom Gesamteindruck her wäre eine Nominierung zum Spiel des Jahres durchaus gerechtfertigt. Und fast hätte es zu 5 Sternen gereicht…

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Spielbewertung für Cacao von Phil Walker-Harding

Schwierigkeit Spielspaß Spielreiz Spielgrafik
Leicht sehr hoch hoch hübsch gemacht
Alter Spieler Spieldauer Spielpreis
ab 8 Jahre 2 – 4 30 min 22 Euro

Gesamturteil:
sterne_4_5_klein

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3 Gedanken zu „Liebevoll zubereitete Götterspeise

  1. Pingback: Nominierte zum Spiel des Jahres 2015 stehen fest | The Board Game Journal

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