Spaßiges Wildwest-Abenteuer

Es ist trocken, heiß. Das Licht ist grell. Ein paar Büsche rollen durch die Prärie. An einer einsamen Kaktee liegt ein völlig verwester Rinderschädel. Hoch in der Luft kreisen die Geier. Weit entfernt steigt eine Rauchsäule zum Himmel, die langsam näher kommt. Eine einsame Bahnlinie zieht ihren Weg Richtung Sonnenuntergang. Der ankommende Union Pacific Express wird nicht von Pferden verfolgt. Nein, die bösen Buben und Mädchen sind schon an Bord. Willkommen im Wilden Westen, willkommen bei Colt Express, dem Spiel des Jahres 2015.

Bei Colt Express schlüpft jeder Spieler in die Rolle eines schurkenhaften Banditen, der die ehrbaren Reisenden um ihre Geldbörsen und ihren Schmuck erleichtern will

Bei Colt Express schlüpft jeder Spieler in die Rolle eines schurkenhaften Banditen, der die ehrbaren Reisenden um ihre Geldbörsen und ihren Schmuck erleichtern will

Bei Colt Express schlüpft jeder Spieler in die Rolle eines schurkenhaften Banditen, der die ehrbaren Reisenden um ihre Geldbörsen und ihren Schmuck erleichtern will. Dabei haben die Schurken nur ein Ziel: Money, Money, Money. Denn: Am Ende gewinnt der reichste Bandit. Und dazu ist den Banditen jedes Mittel recht. Da wird geschossen, geprügelt, auf das Wagendach geklettert und über das Wagendach gelaufen. Also alles, was so einem richtigen Wildwest-Banditen Spaß macht. Wäre da nur nicht der Marshal als Spielverderber an Bord.

Vor dem ersten Spielstart hat der große Manitu allerdings das Zusammenbauen des Zuges gesetzt. Hierfür sollte man etwas Zeit einplanen. Am besten opfert sich im Vorfeld der Spielebesitzer und übernimmt diese Aufgabe. Colt Express kann mit bis zu sechs Spielern gespielt werden. Für jeden Mitspieler wird ein Wagen benötigt. Vorne am Zug befindet sich dann noch die Lok. Dort startet der Marshal ins Spiel. Er bewacht den wertvollen Geldkoffer, hinter dem alle Räuber her sind. Die Banditos starten zu Beginn in den letzten beiden Wagen des Zuges.

Die Geschichte des monströsen Zugüberfalls wird in fünf Runden gespielt. Dazu werden 4 der 7 Rundenkarten und einer der 3 Bahnhöfe verdeckt gezogen. Diese fünf Karten bilden den Rundenstapel, wobei der Bahnhof ganz unten liegt.

Bei Colt Express gibt es im Zug zwei Ebenen, auf denen sich die Spielfiguren bewegen können: das Dach und das Wageninnere

Bei Colt Express gibt es im Zug zwei Ebenen, auf denen sich die Spielfiguren bewegen können: das Dach und das Wageninnere

Sind alle Vorbereitungen abgeschlossen, kann es losgehen. Jeder Spieler verfügt über 10 Spielkarten, mit denen er sich oder den Marshall bewegen, einem Mitstreiter einen Hieb verpassen, schießen oder stehlen kann. Diese zehn Karten werden gemischt, anschließend nimmt jeder Spieler sechs Karten auf die Hand. Darüber hinaus besitzt jeder Spieler in Form von Karten einen Colt mit sechs Schuss. Wer am Ende des Spiel die meisten Patronen verballert hat, darf sich Revolverheld nennen und bekommt dafür 1000 $.

Gespielt wird in zwei Phasen: zunächst gibt es eine Planungsphase, dann kommt die Aktionsphase. Wie viele Karten gespielt werden müssen, gibt die Rundenkarte vor. Sie gibt auch vor, in welche Richtung die Spieler an der Reihe sind und ob die Karte offen oder verdeckt gespielt werden muss. Außerdem ist auf der Karte ein Ereignis aufgedruckt, das am Ende der Runde stattfindet. Der Startspieler beginnt und legt eine Karte ab. Dann ist der nächste Spieler an der Reihe und legt seine erste Karte ab. So geht es reihum, bis alle Spieler ihre Spielzüge ausgeführt haben. Danach wird es spannend, denn jetzt kommt die Äkschn. Der komplette Stapel mit den Aktionskarten wird herumgedreht und die Aktionsphase beginnt mit der ersten Karte des Startspielers. Es folgt eine wilde Verfolgungsjagd durch den Zug, bei der der eine oder andere Schuss fällt. Sind alle Aktionen ausgeführt, endet die Runde und der Startspieler wandert eine Position weiter.

Die Aktionen

Mit einer Karte „Bewegen“ kann sich ein Bandit um einen Wagen weiterbewegen. Ist er auf dem Dach, darf ein Spieler seinen Banditen um bis zu drei Wagen bewegen. Mit der Karte „Ebenen-Wechsel“ klettert ein Spieler auf das Dach eines Waggons oder wieder herunter. Mit der Karte „Marshal“ darf ein Spieler die entsprechende Figur um einen Wagen bewegen. Dabei klettert der Marshal nie auf das Dach, schließlich beschützt er ja die Passagiere. Erwischt der Marshal einen Banditen, muss dieser auf das Dach klettern und eine Patronenkarte des Marshals nehmen. Wählt ein Spieler die Aktion „Feuer“, sucht er sich eine Spielfigur aus, auf die er schießen will. Dabei gilt es folgendes zu beachten: Ein Bandit kann nie auf einen anderen Banditen schießen, der im selben Wagen ist (gilt auch für das Dach). Im Wageninneren darf er also nur in die angrenzenden Wagen schießen. Stehen im Nachbarwagen mehrere Banditen, kann er sich aussuchen, auf wen er schießt. Auf dem Dach kann ein Bandit beliebig weit schießen, allerdings kann er nicht an einem Banditen vorbeischießen auf eine dahinter stehende Figur. Jeder Schuss ist ein Treffer. Der schießende Spieler gibt dem getroffenen Spieler dazu eine seiner Patronenkarten. Diese muss der getroffene Spieler in seinen Aktionskartenstapel einsortieren. Die Karte „Raub“ ermöglicht das stehlen eines Geldbeutels, eines Schmuckstückes oder des Geldkoffers. Mit dem „Hieb“ verpasst man einem im gleichen Wagen stehenden Banditen einen Schlag. Infolgedessen verliert der Bandit einen Geldbeutel. Schmuckstücke sind vor dieser Aktion sicher.

Fazit

Colt Express wurde mit dem Preis

Colt Express wurde mit dem Preis „Spiel des Jahres 2015“ ausgezeichnet

Colt Express ist eine wilde Ballerei und Prügelei um die dicken Geldbörsen der Fahrgäste. Je mehr Mitspieler, desto größer ist der Spaß. Dabei steht das Gewinnen des Spiels nicht unbedingt im Vordergrund. Mit den richtigen Mitspielern kann eine Partie Colt Express großartig sein, auch wenn man letzter wird. Strategie ist bei diesem Spiel natürlich nahezu Fehlanzeige. Zu unberechenbar ist dafür der Spielmechanismus, zumal jede Figur im Spiel noch eine Sondereigenschaft hat.

Colt Express ist ein spaßiges Wildwest-Abenteuer, das als Familienspiel für Groß und Klein geeignet ist. Dass meinten auch die Verantwortlichen der Jury zum Spiel des Jahres und kürten Colt Express vor Machi Koro und The Game zum Spiel des Jahres 2015. Ich finde, eine gute Wahl, da hatten wir schon viel Schlechteres. Obwohl man sagen muss, dass mit
The Game ein echt harter Konkurrent im Rennen war.

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Spielbewertung für Colt Express von Christophe Raimbault

Schwierigkeit Spielspaß Spielreiz Spielgrafik
Mittel sehr hoch sehr hoch überzeugt
Alter Spieler Spieldauer Spielpreis
ab 10 Jahre 2 – 6 40 min ca. 30 Euro

Gesamturteil:

sterne_5_klein

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