Erst bauen, dann planen

Bei Skyliners von Gabriele Bubola ensteht während des Spiels die Skyline von Manhattan. Der Trick: Für jeden Spieler sieht die Skyline aus seiner Position anders aus. Wir haben uns den Bau der Wolkenkratzer für Euch etwas genauer angeschaut.

Skyliners ist ein einfaches Bauspiel. Jeder Spieler hat dazu 14 Stockwerke, 2 Dächer und einen Park zur Verfügung, die er auf einem 5 x 5-Raster setzen kann. In einem Spielzug darf ein Spieler zwei Aktionen ausführen. In seiner ersten Aktion muss der Spieler ein Stockwerk bauen. In der zweiten Aktion hat er die Wahl, entweder ein zweites Stockwerk zu bauen oder eine Planungskarte zu spielen. Die Bauregeln sind dabei denkbar einfach: Man darf überall ein Stockwerk setzen, nicht jedoch auf ein Dach oder einen Park – eigentlich logisch. Ein Park darf nur am Boden platziert werden, ein Dach schließt einen Wolkenkratzer ab – auch logisch.

Bei Skyline wird auf einem 5 x 5-Raster gebaut. Jeder Spieler hat dabei seine eigene Sicht.

Bei Skyline wird auf einem 5 x 5-Raster gebaut. Jeder Spieler hat dabei seine eigene Sicht auf das Spielbrett.

Jeder Spieler sieht die Stahlbetontürme aus seiner Position (Nord, Süd, Ost, West). D.h., für jeden Spieler stellt sich die aktuelle Situation auf dem Spielbrett anders dar, denn kleinere Wolkenkratzer werden von größeren Türmen verdeckt. Jeder Spieler spielt auf 5 Reihen (A bis E). Mit seinen 5 Planungskarten für die 5 Reihen legt ein Spieler im Laufe des Spiels fest, wie viele Türme er am Ende des Spiels in dieser Reihe sehen wird. Stimmt die Planung mit der Realität überein, gibt es für jeden sichtbaren Turm einen Punkt. Außerdem darf der Spieler auf jeden freien sichtbaren Turm eine Antenne stecken. Diese sind am Ende nochmals je einen Siegpunkt wert.

Gewertet wird in der Reihenfolge der ausgespielten Planungskarten. Wer also zuerst plant, kommt auch in der Wertung zuerst dran und darf, falls alles korrekt ist, seine Antennen setzen. Allerdings ist für den frühen Planer auch das Risiko größer, dass ihm die anderen Spieler noch dazwischenfunken und er leer ausgeht. Stimmt nämlich Planung und Realität nicht überein, gibt es weder Punkte noch Antennen.

Darüber hinaus erhält jeder Spieler zu Beginn des Spiel eine Wolkenkratzerkarte. Sie definiert ein Viertel des Spielplans. Steht am Ende des Spiels der höchste Wolkenkratzer im Viertel eines Spielers, erhält er 3 Zusatzpunkte.

Spielbewertung für Skyliners von Gabriele Bubola

Das Spiel lebt von dem Konflikt „Bauen oder Planen?“. Wann soll man eine Reihe planen? Ist die Planungssicherheit groß genug? Oder besser doch auf Nummer sicher gehen und noch etwas warten? Dann kommt mir aber vielleicht ein anderer Spieler zuvor und schnappt mir die eine oder andere Antenne weg. Dieser Spannungsbogen macht das Spiel recht interessant, aber damit auch etwas anspruchsvoller, als es auf den ersten Blick scheint. Insgesamt ist Skyliners von Hans im Glück ein solides Spiel.

Was mich allerdings nicht vom Hocker reißt, ist die Spielregel. Sie ist durch ein Einführungsspiel ohne Planungskarten und einen Teil für das gesamte Spiel unnötig kompliziert gemacht worden. Entweder ist ein Spiel ab 8 Jahren, dann ist es so gestrickt, dass ein Einführungsspiel überflüssig ist, oder es ist komplizierter, dann bitte mit Einführungsspiel, aber dann bitte auch mit einer Klassifizierung ab 10 oder 12 Jahren. So wie sich die Spielregel aktuell präsentiert, verwirrt sie einfach nur. Das Regelwerk des Spiels ist eigentlich so einfach, dass ein Einführungsspiel nicht notwendig ist. Vor allem dann nicht, wenn es Setzregeln für die Antennen verwendet, bei denen der Startspieler einen Vorteil besitzt.

Ebenfalls ärgerlich ist die Wertungsskala, die sich auf dem Rand der Schachtel befindet. An sich eine gute Idee, doch schon bei drei Spielern gibt es Probleme mit den Möwen, die in den Schachtelrand eingehängt werden. Es ist einfach nicht genügend Platz vorhanden. Bei vier Spielern soll man eine der Möwen gar neben die Schachtel legen. Hier stellt sich echt die Frage: „Was soll das?“ Ein kleines Wertungsbrett, wie es vielen Spielen beiliegt, und vier farblich passende Pöppels wären hier die bessere Alternative gewesen. Vor allem bei dem Preis von fast 40 Euro. Schade, dass der gute Eindruck des Spiels durch solche Kleinigkeiten getrübt wird.

Vielen Dank an Hans im Glück für ein Rezensionsexemplar.

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Schwierigkeit Spielspaß Spielreiz Spielgrafik
leicht-mittel mittel-hoch hoch mit Schwächen
Alter Spieler Spieldauer Spielpreis
ab 8 Jahre 2 – 4 30 min 39 Euro

Gesamturteil:

sterne_3_klein

 

 

 

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