Clever Handeln am Yangtze

Mit Yangtze ist Piatnik endgültig beim Autorenspiel angekommen. Eine sehr ansprechende Ausstattung ohne Plastikteile und ein mathematisch gut durchdachter Spielmechanismus von Rechenkünstler Reiner Knizia machen aus Yangtze ein sehr schönes Handelsspiel.

Bei Yangtze schlüpfen die Spieler in die Rolle eines Händlers am großen Fluß. Sie kaufen und verkaufen Waren, um so möglichst viel Geld zu verdienen. Dazu stehen den Spielern acht Handelshäuser (2 x 10, 9 bis 4) zur Verfügung, die sich entlang des Stroms von Zentralchina nach Shanghai befinden. Schiffer bringen die Waren Richtung Shanghai. Je näher die Waren dabei ihrem Ziel kommen, desto billiger werden sie. Kauft ein Spieler eine Ware aus der Mitte des Stromes, zieht er ein neues Warenplättchen aus dem Stoffbeutel und schiebt dieses von der offenen Seite (Zentralchina) auf den Fluss, bis die entstandene Lücke gefüllt ist. Neue Waren kommen also immer von der Quelle aus gesehen ins Spiel.

Yangtze von Reiner Knizia ist ein klassisches Handelsspiel mit einer strategischen Komponente

Yangtze von Reiner Knizia ist ein klassisches Handelsspiel mit einer strategischen Komponente. Wer gewinnen will, muss rechnen.

Ziel beim Warenkauf ist es, möglichst zusammenpassende Waren zu erwerben. Je mehr Waren einer Sorte oder einer Farbe ein Spieler besitzt, desto teurer kann er dieses Warenbündel verkaufen.  Es gibt zwei verschiedene Warenkategorien – Luxusgüter (jedes 5 x vorhanden) und Waren des täglichen Lebens (6 x). Die beiden Warenkategorien sind nicht kombinierbar.

Ist ein Spieler am Zug, darf er beliebig viele Warenbündel verkaufen und eine Ware aus dem Fluß kaufen. Danach wird der Fluss wieder aus dem Säckchen aufgefüllt. Im Säckchen befinden sich neben den 61 Warensteinen noch 32 Sonderplättchen (12 Herrscher und 20 Niederlassungen). Wird ein Herrscher aus dem Säckchen gezogen, wird dieser am Spielfeldrand abgelegt. Anschließend wird die aufgedruckte Sonderaktion durchgeführt (z.B. Steuern bezahlen oder Bonus kassieren). Erscheint der zwölfte Herrscher, wird die Aktion noch ausgeführt, danach ist Schluss.

Wird eine Niederlassung aus dem Säckchen gezogen, kommt es sofort zur Versteigerung. Reihum geben die Spieler ihre Angebote ab, bis nur noch ein Spieler übrig ist. Es gibt vier verschiedene Niederlassungen. Von jeder Niederlassung sind zwei hellgrün und drei braun mit den Werten 1 bis 5. Am Spielende gibt es für verschiedene Kombinationen Geld.

Jeder Spieler erhält zu Spielbeginn sechs Sonderkarten, die er im Laufe des Spiels einsetzen kann. Neben den Karten kostenloser Kauf, doppelter Kauf und Warenbündel jederzeit verkaufen besitzt jeder Spieler noch drei Liquiditätskarten (20, 15, 10 Geld), die er im Ernstfall einsetzen kann. Mit den Liquiditätskarten sollte man aber vorsichtig sein, sie bringen bei Spielende je 30 Geld.

Meine Meinung

Yangtze ist bei Piatnik erschienen und kostet rund 26 Euro

Yangtze ist bei Piatnik erschienen und kostet rund 26 Euro

Yangtze ist ein typischer Knizia. Der Spielablauf ist auf den ersten Blick total einfach, hat es aber in sich. Um am Ende erfolgreich zu sein, darf man keinesfalls wild draufloskaufen, jede Aktion sollte gut überlegt sein. Immer nach dem Motto „Was kostet es, was bringt es“. Es ist leicht verständlich, dass der Kauf einer Ware für 8 Geld wenig sinnvoll ist, wenn diese beim Wiederverkauf nur 5 Geld bringt. Das kapiert sogar ein Achtjähriger. Ähnlich verhält es sich bei der Ersteigerung der Niederlassungen. Auch hier gilt: Immer den Ertrag eines Kaufes im Blick haben. Vor allem dann, wenn man eine der Liquiditätskarten für den Kauf einsetzen muss.

Beim Warenkauf gilt es also, den richtigen Zeitpunkt zu erwischen. Ist die Ware zu teuer, lohnt sich der Kauf nicht. Je billiger eine Ware wird, desto attraktiver wird sie. Allerdings auch für die Mitspieler. Wer zu lange wartet, hat vielleicht Pech, weil die Ware schon von einem anderen Spieler gekauft wurde.

Beherrscht man also die Grundrechenarten Plus und Minus, kann bei Yangtze eigentlich nichts schief gehen.  Die Grafik passt zum Thema, das Spielmaterial erfüllt die aktuellen Standards, die man von einem Familienspiel erwartet. Das Spiel selbst lässt sich zügig spielen, trotz der rechnerischen Überlegungen, die manchmal auch laut geäußert werden.

Mit Yangtze hat Piatnik meiner Meinung nach den letzten Schritt zum klassischen, hochwertigen Autorenspiel gemacht, der mit Golden Horn und Pacal`s Rocket begonnen wurde. Man darf gespannt sein, was als nächstes kommt.

Vielen Dank an Piatnik für ein Rezensionsexemplar.

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Bewertung für Yangtze von Reiner Knizia

Schwierigkeit Spielspaß Spielreiz Spielgrafik
leicht – mittel sehr hoch hoch sehr schön
Alter Spieler Spieldauer Spielpreis
ab 8 Jahre 2 – 4 60 min 26 Euro

Gesamturteil:

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Meduris überzeugt als Gesamtpaket

Meduris von Haba hat mich bereits beim Lesen der Spielregel begeistert. Eine derart übersichtliche und leicht verständliche Spielanleitung ist mir bis jetzt noch nicht zwischen die Finger gekommen. Das liegt natürlich auch am Spiel. Der Mechanismus, den Stefan Dorra und Ralf zur Linde zugrunde gelegt haben, ist nicht allzu kompliziert. Trotzdem lohnt es sich, die grauen Zellen während des Spiels richtig anzuwerfen.

Die Story von Meduris führt uns als Spieler in die Welt der Kelten. Wir machen uns auf den Weg, um am Fuße des heiligen Berges Meduris zu siedeln. Das Gebiet am Fuß des Berges
ist in neun Bezirke aufgeteilt, die mit ihren Runenstätten für die Verehrung verschiedener Götter stehen. Ziel des Spieles ist es, möglichst clever seine Hütten zu bauen und so möglichst viele Punkte zu machen.

Meduris von Stefan Dorra und Ralf zur Linde überzeugt als Gesamtpaket: einfache Regel, exzellente Grafik und ein wohlüberlegter Spielablauf

Meduris von Stefan Dorra und Ralf zur Linde überzeugt als Gesamtpaket: einfache Regel, exzellente Grafik und ein wohlüberlegter Spielablauf

Der Spielzug eines Spielers ist zweigeteilt. In der ersten Phase würfelt er mit dem beiliegenden Würfel. Darauf befinden sich drei Ereignisse: die Arbeiter auf dem Berg erwirtschaften in der Farbe des Würfels je einen Ertrag (es gibt vier Farben), einen beliebigen Rohstoff nehmen, einen beliebigen Rohstoff abgeben. Die Aktion, in der Regel „Kleiner Ertrag“ genannt, gilt für alle Spieler.

Bei Meduris werden die Arbeiter auf dem Berg gestapelt

Zu Beginn seines Zuges würfelt ein Spieler. In diesem Fall bringt jeder Arbeiter im grünen Bereich einen Rohstoff.

In der zweiten Phase darf der Spieler eine von drei Aktionen ausführen: Großer Ertrag, Hütte bauen oder Tempel errichten. Mit der Aktion „Großer Ertrag“ erwirtschaftet der Spieler zusätzliche Rohstoffe. Dazu versetzt er einen seiner Arbeiter auf dem Berg. Die Arbeiter werden übereinandergestapelt (max. 3). Der oberste Arbeiter erwirtschaftet 3 Rohstoffe, der mittlere 2 und der untere noch einen Rohstoff.

Hütten können entlang des Pfades rund um den Berg gebaut werden. Steht eine Hütte alleine, bezahlt man einfach die angegebenen Rohstoffe. Baut man allerdings neben eine andere Hütte und schafft so eine Siedlung, muss man für jede Hütte in der Siedlung die Rohstoffe bezahlen. Als Bonus für den Bau einer Hütte erhält man den Runenstein des Bezirkes. Ist dieser Stein bereits im Besitz eines anderen Spielers, muss dieser ihn an den aktiven Spieler abgeben.

Tempel werden entsprechend gebaut, allerdings entfällt die Zusatzregel für benachbarte Hütten. Auch der Runenstein muss bei einem Tempelbau nicht weitergegeben werden.

Siegpunkte erzielen

Es gibt mehrere Möglichkeiten, Siegpunkte zu erzielen. Während des Spiels kann man dazu den Druiden benutzen. Zu Beginn des Spiels steht seine Figur auf seinem Tempel. Für jedes gebaute Gebäude – Tempel oder Hütte – wird die Druidenfigur ein Feld weiter gezogen. Erreicht die Figur den Pfad um den Berg, springt sie immer zur nächstgelegenen Hütte. Der Spieler, dem diese Hütte gehört, kann jetzt dem Druide ein Opfer bringen. Gibt er einen der beiden geforderten Rohstoffe ab, bekommt man einen Siegpunkt. Bezahlt man beide Rohstoffe, erhält man für alle angrenzenden Hütten und die eigene Hütte einen Siegpunkt. Der Druide arbeitet sich immer bis an das Ende einer Siedlung vor. Das kann ein freies Feld sein, aber auch ein Tempel. Opfert der Spieler kein Gut, wird ihm ein Siegpunkt abgezogen. Letzteres sollte man vermeiden, man kann allerdings aus taktischen Gründen auch den Siegpunktverlust in Kauf nehmen.

Tipp: Bei einer einzelnen Hütte nie beide Rohstoffe bezahlen. Es reicht einer.

Kommt der Druide auf seinem Weg um den Berg an seiner Ausgangsposition vorbei, kommt es zu einer Runenwertung. Jeder Runenstein bringt einen Siegpunkt.

Die Tempel werden erst am Ende des Spiels gewertet. Jede Hütte in der Nachbarschaft bringt einen Siegpunkt.

Spielende

Hat ein Spieler alle Gebäude errichtet, wird das Spielende eingeläutet. Die anderen Spieler sind noch einmal dran. Danach macht sich der Druide auf seine Schlussrunde. Er fordert an jeder Hütte nochmals Opfergaben nach den zuvor genannten Regeln ein. Eine Runenzwischenwertung findet nicht statt. Stattdessen gibt es am Schluss nochmals eine Wertung. Der erste Runenstein ist einen Siegpunkt wert, der zweite 2, der dritte 3 usw. Wer jetzt am weitesten vorne ist, hat gewonnen.

Meine Meinung

Bei Meduris überzeugt mich das Gesamtpaket. Das Familienspiel besitzt eine  exzellente Spielanleitung, die auch Nicht- oder Wenigspieler leicht verstehen können. Die grafische Gestaltung ist erstklassig. Der Spielmechanismus ist einfach, bietet aber genügend strategischen Tiefgang, damit das Spiel nicht schon nach der ersten Partie langweilig wird. Meduris ist damit für mich auf jeden Fall ein Kandidat für das Spiel des Jahres 2017.

Vielen Dank an Haba für ein Rezensionsexemplar von Meduris.

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Spielbewertung für Meduris von Stefan Dorra und Ralf zur Linde

Schwierigkeit Spielspaß Spielreiz Spielgrafik
leicht-mittel sehr hoch sehr hoch exzellent
Alter Spieler Spieldauer Spielpreis
ab 10 Jahre 2 – 4 60 – 75 min 34 Euro

Gesamturteil:

sterne_5_klein

Golden glänzt das Münster in Ulm

Ulm in den goldenen Zeiten: Die Stadt ist reich, das Münster befindet sich im Bau. Auf dem Münsterplatz gehen die Bürger ihren Geschäften nach, auf der Donau fahren die Zillen durch die Stadt. Genau in diese Blütezeit der Stadt Ulm entführt uns Günter Burkhardt in seinem neuen Strategiespiel „Ulm – Tempora in priscum aurum“. Gesucht wird der Ulmer Bürger mit dem meisten Einfluss in der Stadt.

Auf den ersten Blick erscheint Ulm recht simpel, es entpuppt sich bei näherer Betrachtung allerdings als recht vielschichtig

Auf den ersten Blick erscheint Ulm recht simpel, es entpuppt sich bei näherer Betrachtung allerdings als recht vielschichtig

Dreh- und Angelpunkt der Spiels ist der Münsterplatz. Dieser ist zu Spielbeginn mit neun Aktionssteinen in einem 3×3-Raster gefüllt. Pro Spielzug zieht der aktive Spieler einen Aktionsstein aus dem Beutel und schiebt ihn an einer Stelle in das Raster. So aktiviert er drei Aktionen in der ausgewählten Reihe. Der herausgeschobene Stein ist nicht aktiv. Er blockiert aber diese Reihe für die anderen Spieler bis er entfernt wird. Jede Reihe bietet spezielle Kombinationsmöglichkeiten aus fünf verschiedenen Aktionen. Die Aktionen können in beliebiger Reihenfolge ausgeführt werden und ermöglichen es, Einkommen zu erzielen, Karten zu erwerben, Kollekten durchzuführen, auf dem Fluss voranzukommen und eigene Siegel in den einzelnen Stadtvierteln unterzubringen.

Dreh- und Angelpunkt bei Ulm ist der Münsterplatz

Dreh- und Angelpunkt bei Ulm ist der Münsterplatz

Das Spiel wird über 10 Runden gespielt. Jede Runde wird mit einem Turmplättchen markiert, das den Münsterturm nach und nach wachsen lässt. In der Variante für Fortgeschrittene wird mit der Symbolseite der Turmplättchen gespielt, bei der noch mehr Geschick beim Planen der Aktionen gefragt ist. In der Grundvariante sind die Plättchen leer. Das Spiel endet nach der letzten Runde mit der Endwertung. Siegpunkte gibt es für Kartenkombinationen, den Stand der Zille und natürlich für die im Besitz befindlichen Ulmer Spatzen.

Die Aktionen im Einzelnen

Durch Siegelaktionen (Kosten: 2 Münzen) demonstrieren die Spieler ihren Einfluss in den entsprechenden Bereichen der Stadt und erwerben wertvolle Privilegien. Die Privilegien variieren von Stadtviertel zu Stadtviertel und sind limitiert. Die Position der eigenen Zille bestimmt, in welchen Vierteln ein Spieler gerade Siegel platzieren darf, und wird über die Fluss- oder Kartenaktion gesteuert. Über die Kollekte (Geldaktion) bzw. das Einsammeln von herausgeschobenen Aktionssteinen auf dem Münsterfeld (Abräumaktion) kann man sich weiteren Handlungsspielraum eröffnen, indem man mit ihnen Karten kauft (Kosten: 2 Aktionssteine) oder ausspielt (Kartenaktion).

 

Wie man leicht erkennen kann, sind die einzelnen Aktionen etwas miteinander verwoben. Daraus folgt: Ein Plan muss her. Ohne versinkt die Zille in der Donau. Um beispielsweise eine der lukrativen Kartenaktionen ausführen zu können, müssen also zunächst herausgeschobene Aktionssteine eingesammelt werden. Hat man keine Aktionssteine oder Münzen im eigenen Vorrat, kann dies dazu führen, dass nicht immer alle 3 Aktionen ausgeführt werden können, was es natürlich tunlichst zu vermeiden gilt.

Gerade zu Beginn des Spiels, wenn die Ressourcen der Spieler eingeschränkt sind, stellt die Privileg-Aktion eine hohe Hürde da. Aber gerade sie ist es, die den Spielern wichtige Vorteile für den weiteren Spielverlauf bringen kann. Daher muss man sich gut überlegen, wie schnell man mit seiner Zille vorwärtskommen möchte. Eines steht allerdings fest: Bewegen sollte man seine Zille. Diese startet nämlich mit satten 11 Minuspunkten am linken Rand. Ganz rechts gibt es immerhin 10 Pluspunkte.

Die Ulmer Spatzen

Ein weiteres wichtiges Element im Spiel stellen die Ulmer Spatzen dar. Nicht nur, dass sie am Ende des Spiel Siegpunkte zählen, sie haben auch eine gewisse Joker-Funktion. Zu Spielbeginn erhält jeder Spieler 2 Spatzen. Weitere Spatzen können im Spielverlauf nur erhalten werden, wenn man mit der Siegelaktion Stadtwappen erworben hat und beim Schieben auf dem Münsterfeld ein Stein auf das zugehörige Stadtwappen geschoben wird. Mit den Spatzen lassen sich aus dem Beutel gezogene Aktionssteine mit den im Werftviertel ausliegenden Steinen tauschen. Mit dem eigenen Vorrat kann nicht getauscht werden.

Der Tausch der Aktionssteine am Umschlagplatz ist besonders interessant für die Kartenaktion. Gibt man zwei verschiedene Steine ab, erhält man die oberste Karte vom Stapel. Gibt man jedoch zwei gleiche Steine ab, darf man sich die obersten zwei Karten nehmen und sich eine aussuchen. Das hat gewisse Vorteile. Denn: Siegpunkte gibt es am Ende für bestimmte Kartenkombinationen. Hat man beispielsweise ein komplettes Set aus Handels- oder Münsterkarten,  erhält man bei Spielende viele Siegpunkte. Man kann allerdings auch eine Karte während des Spiels mit der Sofortaktion nutzen. Dafür wird meistens ein bestimmter Aktionsstein als Zahlung fällig. Für diese Aktion lässt sich ein Ulmer Spatz aber leider nicht nutzen. Hierfür benötigt man eine Siegel- oder Sonderaktion.

Meine Meinung

Ulm ist ein sehr vielschichtiges Spiel, das man unbedingt mehrmals spielen sollte, um alle Mechanismen und Spielelemente zu verstehen. Der Spielablauf selbst ist nicht besonders schwierig, durch die ineinander greifenden Mechanismen wird es allerdings etwas komplizierter. Daher ist Ulm auch eher als Kennerspiel einzuordnen.

Nehmen wir beispielsweise den Umschlagplatz. Ein Zugriff auf einen bestimmten Stein ist auf mehrere Arten möglich: die Abgabe eines Spatzen beim Ziehen aus dem Beutel, das Durchführen einer Siegelaktion im Ackerbau-, Rathaus oder Werftviertel, die Sonderfähigkeit des Abtes während der Abräumaktion oder die Sonderfähigkeit des Händlers (wird als Privileg im Schwörhausviertel erhalten).

Das hat Auswirkungen, beispielsweise auf die Spielregel. Diese ist zweigeteilt. Es gibt eine Grundspielregel (8 Seiten) und eine weiterführende Regel (12 Seiten). Was auf den ersten Blick recht überschaubar aussieht, entpuppt sich als recht anspruchsvoll. Aber genau das soll ein Kennerspiel ja sein.

Als Kennerspiel hat mich Ulm letztendlich doch überzeugt. Die Mechanismen sind gefällig, auch wenn es mehr als eine Partie benötigt, um sie wirklich gänzlich zu durchschauen. Die Grafik ist sehr schön und dem Thema entsprechend. Ob es das Münster zur Ablage der Rundensteine gebraucht hätte… egal. Es stört nicht und gibt dem Spiel ein plastisches Bild. Was die Gesamtbeurteilung angeht, habe ich mich schließlich für vier Sterne entschieden, obwohl ich lange Zeit zu dreieinhalb Sternen tendierte. Den Ausschlag gab schließlich die exzellente Grafik von Michael Menzel und das Konzept des Münsterplatzes.

Vielen Dank an Huch! & Friends für ein Rezensionsexemplar von Ulm.

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Spielbewertung für Ulm von Günter Burkhardt

Schwierigkeit Spielspaß Spielreiz Spielgrafik
mittel schwierig mittel – hoch mittel passend zum Thema
Alter Spieler Spieldauer Spielpreis
ab 10 Jahre 2 – 4 75 min 33 Euro

Gesamturteil:

sterne_4_klein