In Unterhosen ins Turnier

Lanzeloth ist ein einfaches Kartenlegespiel mit Memory-Anteilen. Ziel ist es, seinen Ritter möglichst stark auszurüsten, damit er das Ritterturnier gewinnt. Das Problem: Zu Beginn kennt ein Spieler den Wert der Ausrüstungsteile nicht, die seinen Ritter bilden.

Jeder Spieler erhält eine verdeckte Startauslage aus Helm, Lanze, Schild, Brustpanzer und Stiefel. Die Werte variieren von 0 bis 5. Dazu erhält jeder Ritter noch ein Pferd mit einer guten oder schlechten Eigenschaft.

Zum Spielablauf: Der aktive Spieler darf genau eine Karte vom Nachziehstapel oder vom Ablagestapel nachziehen. Mit einer Karte vom Ablagestapel kann der Spieler nur das entsprechende Rüstungsteil in seiner Auslage tauschen. Dazu legt er das gezogene Teil an den entsprechenden Platz und legt die bisher dort liegende Karte auf den Ablagestapel.

Aktionen bei Lanzeloth können statt eines Tausches gespielt werden

Auf vielen Karten gibt es Aktionen, die sich selbst erklären

Das Ziehen einer verdeckten Karte bietet mehr Möglichkeiten. Auf vielen Karten sind Aktionen aufgedruckt, die statt des Austausches genutzt werden können. Man kann hier Rüstungskarten ansehen (bei sich selbst oder bei anderen Spielern), Rüstungskarten aufdecken oder Rüstungskarten mit einem Mitspieler tauschen. Durch die Aktionen erfährt man etwas über seine eigenen Teile und über die Teile der anderen Spieler. Außerdem gibt es noch die Aktion „Pferd tauschen“. Mit ihr bekommt man ein schlechtes Pferd (z.B. -1) wieder los.

Zu Beginn des Spiels erhält jeder Spieler ein Pferd, das den Ritter unterstützt oder etwas bockig ist

Zu Beginn des Spiels erhält jeder Spieler ein Pferd, das den Ritter unterstützt oder etwas bockig ist

Ist ein Spieler der Meinung, dass sein Ritter stark genug für den Sieg im Turnier ist, legt er statt eines regulären Zuges sein Pferd unter seinen Ritter. Alle anderen Spieler sind jetzt noch einmal dran, danach wird ausgewertet. Jeder Spieler dreht die Teile seines Ritters um und zählt seine Punkte zusammen. Der beste Ritter erhält anschließend so viele Pokale, wie die Differenz zwischen ihm und dem zweiten Ritter beträgt (z.B. 19-16=3). Je nach  Spieleranzahl sind 6 (6 Spieler) bis 11 (2 Spieler) Pokale für den Sieg notwendig. Hat jemand die nötige Siegpunktezahl beisammen, gewinnt er das Spiel. Ansonsten folgt eine weitere Runde.

Meine Meinung

Lanzeloth ist schnell erklärt und macht mit den richtigen Mitspielern tierisch Spaß. Man stochert zu Beginn total im Nebel, erfährt aber im Laufe des Spiels doch so einiges über seinen und die anderen Ritter, sodass man durchaus gezielt seinen Ritter verbessern kann. Natürlich wird man nie alle Teile seines Ritters optimieren können, das ist aber auch nicht unbedingt der Sinn des Spiels. Entscheidend ist es, den richtigen Punkt für das Spielende zu erwischen. Nämlich genau dann, wenn der eigene Ritter der stärkste am Tisch ist.

Spielt jeder Spieler nach dieser Vorgabe, entwickelt sich ein lustiges und spannendes Spiel. Leider geht es auch anders: Im Prinzip kann ein Spieler, wenn er das erste Mal am Zug ist, das Spiel sofort beenden und auf einen starken Ritter und sein Glück hoffen. Das kann man mal machen, nimmt dem Spiel aber bei häufigem Vorkommen den ganzen Reiz. Hat man daher in der Spielrunde einen „Blindgänger“ mit an Bord, dem nichts besseres einfällt, als permanent die Spielrunde bei seinem ersten Zug zu beenden, sollte man ihn deutlich an den Sinn und Zweck des Spiels erinnern. Sollte das nicht fruchten, fängt man besser eine neue Partie ohne den Witzbold an. Ansonsten hilft eine kleine Regeländerung: Das Spiel kann erst nach dem dritten Tausch eines Spielers beendet werden. Dazu sollte es aber eigentlich nicht kommen.

Unabhängig davon ist der Familie Loth mit Lanzeloth ein richtig nettes Spiel gelungen, das gut bei Kindern ankommt und auch den Erwachsenen gefallen hat. Das zeigt vor allem die Häufigkeit, mit der das Spiel beim diesjährigen Herbst-Spielewochenende auf den Tisch kam.

Vielen Dank an Jürgen Loth vom Mogel Verlag, der uns ein Rezensionsexemplar zum Testen zur Verfügung gestellt hat.

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Spielbewertung für Lanzeloth von der Familie Loth

Schwierigkeit Spielspaß Spielreiz Spielmaterial
leicht hoch hoch sehr witzig
Alter Spieler Spieldauer Spielpreis
ab 7 Jahre 2 – 6 ca. 20 min 10 Euro

Gesamturteil:

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Ein Gedanke zu „In Unterhosen ins Turnier

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