Einfach mal locker nehmen

Über zwei Millionen Spieler zocken es auf iPhone und iPad, mehr als eine Million Brettspiel-Fans haben es zu einem Verkaufsschlager gemacht und nun erobert Take It Easy mit neuen Designs und Features endlich auch mein Android-Tablet.

Der Startbildschirm bietet verschiedene Einstell- und Auswahlmöglichkeiten

Der Startbildschirm bietet verschiedene Einstell- und Auswahlmöglichkeiten

Als Brettspiel zählt Take It Easy von Ravensburger schon lange zu den Klassikern. Auch die Umsetzung als App für iOS konnte Fans von herausfordernder Knobelei in ihren Bann ziehen. 2013 erhielt Take It Easy für iOS dann den begehrten Deutschen Kindersoftwarepreis Tommi. Und nun erscheint die App runderneuert mit frischer Grafik und neuen Spielmodi für iOS und erstmals auch für Android.

Spieler aller Altersstufen legen sechseckige Steine auf das Brett und bilden Farbreihen. Doch nur wer seine Steine schlau platziert, bildet Farbreihen von einem Spielfeldrand zum anderen und heimst kräftig Punkte ein. Denn liegt ein Stein an der falschen Stelle, ist die Reihe futsch – und die Punkte auch. Das Spielfeld füllt sich nach und nach und mit wachsender Platznot steigt auch die Schwierigkeit.

Für anhaltenden Spielspaß sorgen die drei unterschiedlichen Spielmodi (Klassik, Rätsel und Fortlaufend). Im Mehrspielermodus treten bis zu vier Spieler gegeneinander an, egal ob an einem Gerät oder online mit Mitspielern aus aller Welt.

Das Take-It-Easy-Original von 1994 hat die harte Selektion im Spieleschrank fast unbeschadet überstanden

Das Take-It-Easy-Original von 1994 hat die harte Selektion im Spieleschrank fast unbeschadet überstanden

Fazit: Bereits das Brettspiel von Peter Burley ließ sich blendend allein oder zu zweit spielen, wie man an meinem Exemplar von 1994 deutlich erkennen kann. Kein Wunder, schließlich hat es einige zehntausend Kilometer durch die USA auf dem Buckel.

Mit der App macht es noch mehr Spaß, denn man kann herrlich Rätsel lösen und seinen persönlichen Highscore optimieren. Und das Handy lässt sich auch einfacher mit auf Reisen nehmen. Einziger Nachteil der App: Die ersten 20 bis 30 Rätsel sind doch recht einfach und lassen sich nicht überspringen. Man muss sich also durchkämpfen, bis die wirklich guten Rätsel kommen. Schön wäre es, wenn man die Rätsel frei wählen könnte.  Insgesamt gibt es drei Designvarianten: schlicht, klassisch und Tech. Mir persönlich sagt die klassische Variante zu, die beiden anderen sind nicht so übersichtlich. Aber das ist Geschmackssache.

Spielbewertung für die App Take It Easy von Peter Burley

Schwierigkeit Spielspaß Spielreiz Spielgrafik
leicht bis schwierig sehr hoch Knobelei in Ordnung
Alter Spieler Spieldauer Spielpreis
ab 10 Jahre 1 – 4 solange man Lust hat 1,99 Euro

Gesamturteil:
sterne_4_5_klein

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Bei 6nimmt! ist der Name Programm

6 nimmt! ist ein Kartenspielklassiker aus dem Jahre 1994 von Amigo. Wolfgang Kramers genial einfaches Kartenspiel mit den Hornochsen gibt es nun auch als App. Sie nimmt die Grafik des ursprünglichen Kartenspiels sehr schön auf und verbindet den Spielreiz des Kartenspiels mit den modernen Möglichkeiten einer App.

Bei 6 nimmt! ist der Name Programm. Auf dem Tisch liegen offen vier beliebige Karten aus dem Kartensatz aus. Die Karten besitzen die Werte 1 bis 104. Alle Spieler wählen eine Karte aus ihren zehn Handkarten aus und decken diese gleichzeitig auf. Der Spieler mit der kleinsten Karte beginnt. Er legt seine Karte so an, dass die Differenz seiner Karte zu den bereits liegenden Karten möglichst klein ist. Ein Beispiel: Auf dem Tisch liegen die 5, 32, 47, 89. Ein Spieler wählt die 33 aus. Die muss er den Regeln entsprechend an die 32 anlegen, denn hier ist die Differenz am kleinsten. Reihum legen alle Spieler ihre Karten nach diesem Muster ab. Irgendwann kommt der Punkt, an dem bereits 5 Karten in einer Reihe liegen. Muss man jetzt seine Karte an diese Reihe anlegen… Pech! Die bereits ausliegenden 5 Karten nimmt der Spieler zu sich und die eigene Karte wird die erste Karte der neuen Reihe.

Auf den Karten sind die sogenannten Hornochsen abgebildet. Ein Standardkarte besitzt einen Hornochsen. Auf allen Karten, die hinten eine 5 haben (15, 25…) sind 2 Hornochsen abgebildet. Auf allen Zehnern (10, 20…) sind 3 Hornochsen aufgedruckt. Alle Karten mit zwei gleichen Ziffern geben bei der Abrechnung 5 Minuspunkte. Einzige Ausnahme: die 55. Sie bringt am Schluss 7 Minuspunkte ein.

Spielt man eine Karte aus, die kleiner als die ausliegenden Karten ist, darf (muss) der Spieler eine Reihe auswählen und diese abbauen. Die Minuspunkte muss er natürlich nehmen. Dieser Spielzug kann sich als ziemlich gemein erweisen. Bleiben wir beim vorigen Beispiel. Es liegen wieder 5, 32, 47 und 89 aus. Ausgespielt werden die 1, 6, 9, 14, 17 und die 33. Der Spieler mit der 1 entscheidet sich, die 32 wegzunehmen. Aus dem Tisch liegen jetzt die 1, 5, 47, 89. Die 6 geht an die 5, die 9 an die 6, die 14 an die 9 und die 17 an die 14. Da die 32 jetzt fehlt, muss der Spieler seine 32 an die 17 legen. Haben Sie gut mitgezählt? Genau. Die 32 ist die sechste Karte in dieser Reihe. Er nimmt die fünf ausliegenden Karten weg, die Hornochsen darauf sind seine Minuspunkte, und legt seine 32 stattdessen auf den Tisch.

Das Ausspiel kleiner Karten macht das Spiel nahezu unberechenbar. Es ist der große Glücksfaktor  – abgesehen von den Mitspielern – von 6nimmt! und gibt dem Spiel die Würze. Und zwar soviel, dass 6 nimmt! in den vergangenen 20 Jahren allein in Deutschland über 2 Millionen Mal verkauft und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde. Bereits im ersten Jahr erhielt das Spiel den Deutschen Spielepreis und wurde zum Spiel des Jahres nominiert. Die Zeitschrift Fairplay ernannte 6 nimmt! zum Kartenspiel des Jahres.

Ach ja, Gewinner einer Runde ist am Schluss derjenige mit den wenigsten Hornochsen. Aber das sollte eigentlich klar sein.

Grafisch ist die 6nimmt!-App sehr schön gestaltet und auch das Spiel selbst ist sehr gut umgesetzt

Grafisch ist die 6nimmt!-App sehr schön gestaltet und auch das Spiel selbst ist sehr gut umgesetzt

Die App von Application Systems Heidelberg nimmt das Spielprinzip des Kartenspiels 1:1 auf. Die grafische Umsetzung ist sehr gelungen und witzig. Verschiedene Features stehen zur Verfügung. Dazu gehört das Einzelspieler-Spiel gegen bis zu vier Computergegner in drei Schwierigkeitsstufen. Auch ein Multiplayer-Spiel für bis zu vier Spieler am selben Gerät gibt es. Natürlich gibt es auch die Profivarianten aus der 6nimmt!-Spielregel. Ein besonderes Plus ist das gekonnt gemachte Tutorial. Es erleichtert Anfängern den Einstieg in die Spielregeln. Über einen Button kann die Ansicht zu einer 3D-Animation gewechselt werden. Darüber hinaus können viele Einstellungen wie Lautstärke, Spielgeschwindigkeit oder Spielerfarbe vom Spieler selbst bestimmt werden. Die App gibt es für Android und iOS.

Fazit: Aus Sicht des 6nimmt!-Kenners ist die App rundum gelungen. Das Spiel ist glänzend umgesetzt und lädt immer wieder zum Spielen ein. Die Regeln werden gut erklärt, sodass sofort losgespielt werden kann. Auch hier gilt: Je größer das Display, desto größer der Spaß.

6 nimmt!-App bei Amazon erwerben

Spielbewertung für die App 6nimmt! von Wolfgang Kramer

Schwierigkeit Spielspaß Spielreiz Spielgrafik
Leicht sehr hoch immer wieder recht witzig
Alter Spieler Spieldauer Spielpreis
ab 10 Jahre 1 – 4 10 min/Spiel ab 1,79 Euro

Gesamturteil:
sterne_4_5_klein

Wenn man keine Mitspieler findet – Cafe International als App

Cafe International ist auch so ein Klassiker unter den Spielen, der eigentlich in keinem ordentlichen Spieleschrank fehlen darf. Der Nachteil: Das Spiel stammt aus dem Jahre 1989 und hat damit schon einige Jahre auf dem Buckel. Jüngere Spieler werden es daher kaum kennen, was allerdings ein Fehler ist. Das Spielprinzip von Rudi Hofmann ist nicht nur einfach, sondern beinahe genial einfach, warum sich dieses Spiel hervorragend für eine Smartphone-App eignet. Mit ein paar elektronischen Notizzetteln ist das Spiel erklärt und es kann losgehen. Nicht umsonst hat Cafe International 1989 den Preis „Spiel des Jahres“ gewonnen.

Worum geht es? Auf dem Spielplan sind 24 Tische abgebildet, an den die internationalen Gäste Platz nehmen können. An jedem Tisch gibt es eine bevorzugte Nationalität. Das Problem dabei: Es gibt zu wenige Stühle. Viele Stühle gehören daher zu mehr als einem Tisch. Einen Tisch zu bilden, an dem nur Mitglieder einer Nationalität sitzen (bringt die meisten Punkte!), ist daher äußerst schwierig. Was ja auch besser zu unserer Mulitkulti-Gesellschaft passt. Die Setzregeln sind trotzdem recht einfach: An einem Tisch müssen immer zwei Damen und zwei Herren sitzen. Und: Die Gäste wollen nie alleine sitzen. Ein neuer Tisch muss daher zuerst von einem Pärchen besetzt werden. Das war es auch schon. Jeder Spieler hat fünf Personen, von denen er pro Zug eine oder zwei an den Tischen platzieren darf. Kann keine seiner Personen an einem Tisch Platz nehmen, muss er jemanden an die Bar schicken. Zunächst gibt es hierfür noch Pluspunkte, je voller es an der Bar allerdings wird, desto ungemütlicher wird es dort – sprich: Gegen später gibt es kräftig Minuspunkte. Daher sollte man sich immer gut überlegen, wen man wohin setzt. Soweit das Brettspiel.

App mit leichten Änderungen

Die App zum Brettspiel Cafe International

Die App zum Brettspiel Cafe International

Für all jene, die mal kurz vor dem Zu-Bett-gehen eine Partie Cafe International spielen wollen, oder auf die Schnelle keine Spielpartner für das Brettspiel finden, gibt es jetzt die Handy-App. Sie basiert auf dem Brettspiel und dessen Regeln, die ein Tutorial für Nichtkenner nochmal schnell und sehr übersichtlich erklärt. Die App unterscheidet sich ein bisschen von der Brettspielvariante. So gibt es zu Beginn des Spiels nur 12 statt der üblichen 24 Tische. Sonst wäre auf einem kleineren Smartphone nichts mehr zu erkennen. Ist ein Tisch voll, wird er abgeräumt und es wird eine neue bevorzugte Nationalität für den Tisch vergeben. Da nicht alle 24 Tische vergeben sind, kann es vorkommen, dass man, obwohl ein Pärchen in der Auswahl vorhanden ist, nicht ablegen kann. Dann halt an die Bar. Übrigens: Nach dem Abräumen eines Tisches können auch einzelne Gäste übrig bleiben. Das Spiel endet, wenn keine Tischkarten mehr aufgefüllt werden können, die Gäste aufgebraucht sind oder die Bar voll ist.

Im Gegensatz zum Brettspiel gibt es in der App nur 12 statt 24 Tische

Im Gegensatz zum Brettspiel gibt es in der App nur 12 statt 24 Tische

Es gibt drei Spielmodi: Solitaire, Klassisch und Auf Zeit. Im Solitaire-Modus geht es einfach nur darum, möglichst viele Punkte zu erzielen und den eigenen Highscore zu schlagen. Das Zeitspiel funktioniert ähnlich: Je schneller man allerdings spielt, desto mehr Punkte gibt es. Im Klassisch-Modus kann man gegen einen oder mehrere Gegner spielen, die Computer oder Mensch sein können. Bei den Computerteilnehmern lässt sich die Stärke einstellen – Anfänger, Standard, Experte.

Nimmt man keine weiteren Einstellungen vor, spielen die Computergegner recht flott. Wem das zu schnell geht, der kann bei den Einstellungen die Zuggeschwindigkeit verändern. Außerdem kann man dort das Spiel mit seinem Google+-Konto verbinden.

Fazit

Aufgrund der einfachen Regeln von Cafe International und eines hervorragenden Tutorials ist die App eine sehr gelungene Umsetzung des Brettspiels. Die grafische Gestaltung orientiert sich am Brettspiel und nimmt deren witzige Gestaltung auf. Einziger Wermutstropfen: Das Spiel benötigt recht viel Platz. Auf einem Tablet lässt es sich hervorragend spielen und man hat einen guten Überblick. Auf einem kleineren Smartphone wird es aber deutlich schwieriger. Hier sind filigrane Hände gefragt. Wer diese nicht besitzt, dem bleibt ja immer noch das Brettspiel. Für alle anderen ist die App eine lohnenswerte Alternative.

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Spielbewertung für die App Cafe International von Rudi Hoffmann

Schwierigkeit Spielspaß Spielreiz Spielgrafik
Leicht sehr hoch für Zwischendurch originalgetreu
Alter Spieler Spieldauer Spielpreis
ab 10 Jahre 1 – 4 10 min/Spiel ab 2,99 Euro

Gesamturteil:
sterne_4_klein