Das etwas andere Schach

Katarenga ist eine Schach-Variante für zwei Spieler, bei der jeder Spieler nur die Bauernreihe auf der Grundlinie besitzt. Die Taktik ähnelt sehr dem Schach. Das Spiel ist daher eine interessante Alternative für Schachliebhaber.

Katarenga ist eine Schachvariante, bei die bunten Felder die Zugmöglichkeiten vorgeben

Katarenga ist eine Schachvariante, bei der die bunten Felder die Zugmöglichkeiten vorgeben

Bei Katarenga treten zwei Spieler gegeneinander an, um die beiden feindlichen Lager zu erobern. Im Gegensatz zum Schach sind hier alle Figuren (Bauern) gleich, die Zugmöglichkeiten ergeben sich durch die Farbe des Feldes, auf dem eine Figur steht.  Es gibt vier Feldertypen, die sich mit dem variablen Spielplan immer anders anordnen lassen. Eine Figur, die auf einem grünen Feld steht, darf sich wie ein Springer im Schach bewegen. Ein rotes Feld macht aus der Figur einen Turm (beliebig waagrecht oder senkrecht, jedoch maximal bis zum nächsten roten Feld). Das gelbe Feld bringt einen Läufer hervor (diagonal maximal bis zum nächsten gelben Feld), das blaue Feld einen König (genau ein Feld in beliebige Richtung). Die gezogene Figur nimmt dann die Eigenschaft des Endfeldes an. Ein Beispiel: Eine Figur steht auf einem blauen Feld. Der Spieler zieht die Figur ein Feld nach vorne auf ein grünes Feld. Jetzt darf die Figur im nächsten Zug wie ein Springer bewegt werden. Im Gegensatz zum Schach, wo eine Figur immer die gleichen Eigenschaften besitzt, ändern sich die Eigenschaften der Figuren bei Katarenga ständig.

Wie beim Schach können auch gegnerische Figuren geschlagen werden. Auch die Regel „Berührt – Geführt“ gibt es bei Katarenga.

Katarenga kann auf zwei Arten gewonnen werden: Indem man als erster zwei Figuren hinter die gegnerische Grundlinie zieht und die beiden feindlichen Lager besetzt (das Ziehen von der Grundlinie auf ein Lager gilt wie ein Zug) oder wenn man die Figuren des Gegners so weit reduziert, dass er die Lager nicht mehr besetzen kann (ein Spieler hat nur noch eine Figur).

Meine Meinung

Katarenga von David Parlett ist ein sehr schönes, taktisches Spiel mit vielen Schachelementen. Wer kein Schach spielt oder wenig mit Schach am Hut hat, Finger weg. Katarenga ist wirklich nur etwas für Schachfans und welche, die es werden wollen.

Das Katarenga-Spielfeld lässt sich variabel zusammensetzen, dadurch ergeben sich immer wieder neue Spielsituationen

Das Katarenga-Spielfeld lässt sich variabel zusammensetzen, dadurch ergeben sich immer wieder neue Spielsituationen

Für genügend Abwechslung sorgt der variable Spielplan. Allerdings sollte man bei der Auslage auf eine symmetrische Verteilung achten oder einfach zwei (180°-gedreht) oder vier (90°-gedreht) Partien spielen. Duch den variablen Spielplan kann es schon mal vorkommen, dass ein Spieler eine etwas bessere Ausgangsposition hat. Das kann man aber auch positiv nutzen, um dem schwächeren Spieler einen kleinen Vorteil zu verschaffen.

Wer eine Schachuhr oder eine entsprechende App besitzt, kann auch ein Blitz-Katarenga spielen. Das ist aber nur etwas für Fortgeschrittene.

Mir persönlich hat das Spiel gut gefallen, allerdings habe ich während langer Praktikumsversuche im Studium auch genügend Zeit zum Schachspielen gehabt. So ein ausführliches Trainingslager ist bei diesem Spiel äußerst hilfreich.

Vielen Dank an Huch für das Rezensionsexemplar.

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Spielbewertung für Katarenga von David Parlett

Schwierigkeit Spielspaß Spielreiz Spielmaterial
je nach Schachlevel hoch hoch sehr schön
Alter Spieler Spieldauer Spielpreis
ab 8 Jahre 2 20 pro Partie 23 Euro

Gesamturteil (für Schachfans):

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The Game als Duell-Variante

Mann gegen Mann, Frau gegen Frau oder Mann gegen Frau: Bei Zweierspielen muss wohl in Zukunft neu gedacht werden, wenn das dritte Geschlecht offiziell eingeführt wird. Aber soweit ist es noch nicht. Daher beschränken wir uns bei The Game – Face to Face auf die bisherigen drei Varianten.

Face to Face ist die Duell-Variante von The Game

Face to Face ist die Duell-Variante von The Game

Statt kooperativem Gemeinschaftsspiel ist The Game – Face to Face ein Duellspiel zweier Gegner, die versuchen, ihre Karten (2-59) möglichst schnell abzulegen. Das Grundprinzip entspricht dem Kooperativspiel. Jeder Spieler hat eine 1 (hier geht es aufwärts) und eine 60 (hier geht es abwärts) vor sich liegen. Pro Zug muss ein Spieler mindestens 2 Karten ablegen, anschließend darf er 2 Karten von seinem Stapel nachziehen. Legt ein Spieler mehr als 2 Karten bei sich ab, darf er trotzdem nur 2 Karten nachziehen. Erst wenn man beim Gegner etwas nachhilft und einen Stapel verbessert, darf man wieder auf 6 Karten auffüllen. Ziel des Spieles ist es, seine Karten möglichst schnell loszuwerden.

Damit ist auch klar: Wer immer nur 2 Karten bei sich ablegt und 2 nachzieht, wird das Spiel nicht gewinnen. Die Taktik muss sein, möglichst sinnvoll so viele Karten wie es irgendwie geht abzulegen und den Stapel des Gegners mit einer Karte möglichst ökonomisch zu verbessern. Nur so bekommt man seine Karten schnell los. Dabei muss man allerdings aufpassen, dass man sich nicht selbst blockiert. Das kann durchaus vorkommen, wenn der Stapel ungünstig liegt. Vor den letzten 6 Karten sollte ein Stapel unbedingt so vorbereitet sein, dass alle Karten abgelegt werden können.

Meine Meinung

The Game – Face to Face ist ein nettes und schnelles Kartenablegespiel für Zwischendurch. Mehr aber auch nicht. Die Spieler kommunizieren und interagieren in der Zweiervariante deutlich weniger bis gar nicht. Das Spiel reduziert sich auf „Möglichst schnell die Karten ablegen“. Das ist schade, denn genau die Interaktion und Kommunikation hat „The Game“ ursprünglich ausgemacht und auf die Auswahlliste zum Spiel des Jahres gebracht.

Mir persönlich gefällt das kooperative Grundspiel um Klassen besser (5 Sterne). Es hat einen enorm hohen Wiederspielwert und ist in seiner Form nahezu einzigartig, während sich die Duellvariante in eine Reihe von vielen Spielen einsortiert.

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Spielbewertung für The Game von Steffen Benndorf und Reinhard Staupe

Schwierigkeit Spielspaß Spielreiz Spielgrafik
Leicht mittel mittel passt zu The Game
Alter Spieler Spieldauer Spielpreis
ab 8 Jahre 2 15 – 20 min 9 Euro

Gesamturteil:

sterne_3_klein

Nichts für schwache Gemüter

Saboteur – Das Duell ist ein Zweierspiel, bei dem sich die beiden beteiligten Zwerge gegenseitig nichts schenken. Gespielt wird mit harten Bandagen, um am Ende mehr Gold zu haben als der Gegner.

Bei Saboteur - Das Duell versuchen beide Spieler die Goldschätze des Berges zu erreichen. Nicht ohne sich dabei ein paar Steine in den Weg zu legen.

Bei Saboteur – Das Duell versuchen beide Spieler die Goldschätze des Berges zu erreichen. Nicht ohne sich dabei ein paar Steine in den Weg zu legen.

Saboteur – Das Duell ist ein Kartenlegespiel. Jeder Spieler versucht dabei an die verdeckten Goldschätze auf dem Tisch zu kommen. Um dies zu erreichen, ist jedes Mittel recht. Beide Spieler starten am Beginn der Partie von unterschiedlichen Punkten aus und graben sich zunächst ihren eigenen Gang.  Angelegte Wegekarten müssen immer eine Verbindung zur eigenen Startkarte haben. Im Laufe des Spiels kann es allerdings vorkommen, dass aus den beiden Wegen ein gemeinsamer Pfad wird. Um seine möglichen Goldschätze vor dem Zugriff des anderen zu schützen, gibt es geeignete Stolpersteine. Zum Beispiel kann man eine Karte mit einer Tür ablegen. Diese kann nur der gleichfarbige Zwerg durchschreiten, für den anderen Zwerg ist diese Tür zunächst verschlossen. Mit einer Aktionskarte „Schlüssel“ kann er diese allerdings aufsperren.

Das Spiel würde nicht Saboteur heißen, wenn es nicht noch mehr Möglichkeiten gäbe, dem anderen Steine in den Weg zu legen. Mit den Sabotagekarten kann man den Gegner direkt torpedieren. Zum Beispiel knippst man ihm das Licht aus. Der Spieler darf nun solange nicht am Weg weiterbauen, bis er eine entsprechende Reparaturkarte ausgespielt hat. Eine hübsche Gemeinheit stellt auch der Steinschlag dar. Mit ihm darf man eine fast beliebige Karte entfernen. Nimmt man beispielsweise eine Karte, die zu Beginn gelegt wurde, aus dem Spiel, kappt man die Verbindung zum Ende der Grabung. Hat der Spieler keine passende Karte um das Loch zu füllen, ist er ausgebremst.

Gespielt wird über drei Runden. Wer am Ende mehr Gold ergattert hat, gewinnt.

Meine Meinung

Saboteur – Das Duell ist nichts für Spieler, die gleich beleidigt sind. Ziel ist es letztendlich, den Gegner derart auszubremsen, dass er nicht mehr weiter kommt. Dies ist zum Beispiel dann der Fall, wenn es zu einer Sabotagekarte keine Reparaturkarte mehr gibt. Jetzt gibt es nur noch die Möglichkeit, durch Abwerfen von Handkarten seine die Auswahl in der Hand zu reduzieren. Da man 6 Handkarten hat, kann man das schon 1-2-mal hinnehmen. Eine gute Taktik ist es auch, den Nachziehstapel so schnell wie möglich aufzubrauchen. Ist er weg, endet die Runde. Häufig kommt es vor, dass der Gegner die lukrativen Goldkarten gar nicht erreicht.

Das Spiel ist zwar auf Konfrontation ausgelegt, es gibt aber immer eine Möglichkeit, den Kopf aus der Schlinge zu ziehen. Letztendlich muss man so ein Ärgerspiel mögen. Wem solche Spiele nicht gefallen, sollte die Finger von diesem Spiel lassen. Wer allerdings einen Spielpartner hat, der ebenfalls an den Ärgernissen von Saboteur – Das Duell seinen Spaß hat, wird das Spiel großartig finden. Und wer sich gerne selbst ärgert, kann die Solovariante wählen.

Da das Spiel entweder gefällt oder nicht – ein Zwischending gibt es eigentlich nicht – habe ich mich für 3,5 Sterne entschieden. Etwa die Hälfte hat gleich gesagt, das ist nichts für mich, die andere Hälfte fand es gut. Jeder muss bei diesem Spiel selber entscheiden, zu welcher Hälfte er gehört.

Vielen Dank an Amigo für das Rezensionsexemplar.

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Spielbewertung für Saboteur – Das Duell von Frederic Moyersoen

Schwierigkeit Spielspaß Spielreiz Spielgrafik
leicht gar nicht – hoch gar nicht – hoch gefällig
Alter Spieler Spieldauer Spielpreis
ab 8 Jahre 2 ca. 30 min 8 Euro

Gesamturteil:

sterne_3_5_klein

 

 

Vier gewinnt in 3D

Quadrio von Christopher Villard ist ein klassisches Vier gewinnt, allerdings multidimensional. Das Reisespiel ist total verzwickt und kann Kinder auf der Rückbank stundenlang in Atem halten. Vielleicht.

Quadrio von Hurrican eignet sich als Reisespiel und ist eine 3D-Variante des Klassikers Vier gewinnt

Quadrio von Hurrican eignet sich als Reisespiel und ist eine 3D-Variante des Klassikers Vier gewinnt

Wie bei Vier gewinnt ist das Spielziel, 4 Spielmarken der eigenen Farbe senkrecht, waagrecht oder diagonal in eine Reihe zu bringen. Der weiße Spieler beginnt. Er nimmt das leere Gehäuse in die Hand, steckt eine Spielmarke seiner Farbe in einen der 16 Schlitze und reicht das Gehäuse an den Gegenspieler weiter. Dieser steckt seinerseits eine Spielmarke in einen der Schlitze und gibt das Spielgerät zurück. So geht es weiter.

Vor oder nach dem Einstecken des eigenen Spielsteins kann das Gehäuse beliebig gedreht oder gekippt werden. Ein einmal eingeführter Spielstein kann nicht mehr entnommen werden.

Durch den praktischen Sack ist Quadrio ideal für unterwegs

Durch den praktischen Sack ist Quadrio ideal für unterwegs

Wer zuerst vier Spielsteine in Reihe hat, ist der Sieger. Dazu muss das Gehäuse an einer Ecke senkrecht hängend vorgezeigt werden.

Meine Meinung

Quadrio aus dem Hause Hurrican ist ein ideales Reisespiel. Dazu gibt es den praktischen Beutel, in den alles reinpasst. Das Spiel selbst ist genauso fesselnd wie verwirrend. Man muss in mehreren Ebenen denken und eine enorme Vorstellungskraft entwickeln, um das Spiel erfolgreich zu gestalten. Das Spiel selbst ist schnell erklärt, auch wenn es komplizierter zu spielen ist als der Klassiker Vier gewinnt.

Vielen Dank an Hurrican für ein Rezensionsexemplar.

Spielbewertung für Quadrio von Christopher Villard

Schwierigkeit Spielspaß Spielreiz Spielgrafik
mittel-schwer hoch hoch funktional
Alter Spieler Spieldauer Spielpreis
ab 8  Jahre 2 10 min

Gesamturteil:

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11 Bisons gegen einen Häuptling

Soll das fair sein? 11 Bisons gegen einen Indianer und seine vier Hunde? Man mag es kaum glauben, aber es ist so. In Bison von Altmeister Alex Randolph haben beide Parteien in diesem Zweierspiel eine Gewinnchance. Es kommt nur auf die richtige Taktik an.

Schafft es ein Bison über den gegenüberliegen Fluss, gewinnt der Bison-Spieler. Der Indianer und die vier Hunde versuchen dies zu verhindern.

Schafft es ein Bison über den gegenüberliegen Fluss, gewinnt der Bison-Spieler. Der Indianer und die vier Hunde versuchen dies zu verhindern.

Jeder der zwei Spieler in diesem spannenden Prärieschach entscheidet sich für eine Partei. Wer mit den elf Bisons antritt, postiert seine Herde auf einer Seite des Spielplans in einer Linie entlang des Flusses. Sein Kontrahent bringt den Häuptling – links und rechts flankiert von zwei Hunden – in der Mitte vor dem zweiten Fluss in Position. Die Jagd beginnt, es wird abwechselnd gezogen. Dabei laufen die Bisons stets geradeaus auf ein freies Feld. Sie allein können Flüsse überqueren. Die Hunde dürfen waagrecht, senkrecht oder diagonal beliebig weit über freie Felder streunen, bis sie an einen begrenzenden Fluss stoßen. Sie können die Bisons nicht schlagen, hindern sie aber am Weiterziehen, indem sie das Feld vor ihnen blockieren. Der Indianer zieht pro Zug ein Feld in beliebiger Richtung. Trifft er auf einen Büffel, darf er ihn aus dem Spiel nehmen. Der Herden-Spieler hat gewonnen, wenn es ein Bison über den zweiten Fluss geschafft hat. Der Indianer verbucht die Runde für sich, wenn keine Bisons mehr auf dem Feld sind oder die Verbleibenden durch Hunde am Weiterziehen gehindert sind. Danach werden die Rollen getauscht. Das Spiel endet, sobald ein Spieler als Indianer und als Bisonherde eine Runde für sich entschieden hat.

Meine Meinung

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Bison ist eine Neuauflage des Alex-Randolph-Spiels Buffalo aus dem Jahre 1975

Das schnelle Taktikspiel von Altmeister Alex Randolph ist eine Neuauflage des 1975 erstmals erschienenen Strategiespiels Buffalo. An sich ein sehr schön gemachtes Spiel, allerdings ist die Schachtel für meinen Geschmack etwas groß geraten. Hätte man den Spielplan nochmals gefaltet, hätte man eine adäquate Größe gehabt. Dafür sind die Figuren aus Holz – auch wenn der Indianer wie ein Osterhase aussieht. Das Spiel ist extrem einfach. Für viele sicherlich zu einfach, aber es ist ja schließlich von 1975. Damals waren die Standards eben anders als heute.

Trotz der verschiedenen Ausgangssituationen haben prinzipiell beide Spieler eine Siegchance. Das Spiel ist sehr ausgeglichen. Es kommt hier tatsächlich auf die richtige Taktik und die richtigen Züge an. Vor allem der Häuptlings-Spieler muss sehr flexibel auf die jeweilige Spielsituation reagieren. Dies macht das Spiel nicht nur abwechslungsreich, sondern lädt auch zu weiteren Partien ein. Allerdings bestraft das Spiel Fehler sofort. Aber das ist bei Mühle oder Dame nicht anders.

Bison ist sicherlich nichts für anspruchsvolle Gamer. Es zielt eher auf den Markt für Einsteiger. Doch dafür finde ich 20 Euro etwas reichlich.

Vielen Dank an Piatnik für das Rezensionsexemplar.

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Spielbewertung für Bison von Alex Randolph

Schwierigkeit Spielspaß Spielreiz Spielgrafik
sehr leicht mittel mittel ok
Alter Spieler Spieldauer Spielpreis
ab 7 Jahre 2 30 min 20 Euro

Gesamturteil:

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Bunter Flickenteppich für trübes Wetter

Was macht man am besten aus Stoffresten? Na logo, eine Decke. Im Fachjargon heißt diese Textiltechnik Patchwork. Und genau darum geht es beim gleichnamigen Spiel von Uwe Rosenberg. Wir haben das Spiel für Zwei nicht nur auf Herz und Nieren geprüft, sondern sogar lieb gewonnen, weil es uns einfach richtig Spaß gemacht hat.

Gespielt wird Patchwork auf einer leeren 9 x 9-Felder großen Decke. Diese gilt es im Laufe des Spiels mit den 33 Flicken zu besetzen, die unterschiedliche Formen und Größen haben. Vor dem Spiel kommt der zentrale Spielplan mit der Zeitspirale in die Mitte, die Flicken werden beliebig im Kreis darum herum verteilt. Die große Spielfigur wird hinter dem kleinsten Flicken platziert. Beide Spieler beginnen auf dem Startfeld der Zeitspirale. Sind beide Spieler im Zentrum angekommen, ist die Partie zu Ende. Wichtig: Am Zug ist immer der Spieler, der mit seiner Spielfigur auf der Zeitspirale weiter hinten liegt.

Die Zeitspirale liegt in der Mitte, die Flicken darum herum. Zur Auswahl stehen dem aktiven Spieler immer nur die nächsten drei Flicken vor der großen Spielfigur.

Die Zeitspirale liegt in der Mitte, die Flicken darum herum. Zur Auswahl stehen dem aktiven Spieler immer nur die nächsten drei Flicken vor der großen Spielfigur.

Wenn ein Spieler am Zug ist, hat er zwei Möglichkeiten: Er darf einen Flicken für Knöpfe – sie sind die Währung bei Patchwork – erwerben oder auf der Zeitspirale nach vorne ziehen und Knöpfe erhalten (pro Feld einen Knopf, maximal jedoch ein Feld vor den anderen Spieler). Möchte ein Spieler einen Flicken erwerben, so hat er genau die drei Flicken zur Auswahl, die vor der großen Spielfigur liegen. Der Spieler bezahlt die notwendigen Knöpfe, platziert die große Spielfigur dort, wo er den Flicken weggenommen hat, legt den Flicken auf seiner Decke ab und geht die auf dem Flicken angezeigte Zeit auf der Zeitspirale nach vorne. Überholt ein Spieler dabei den gegnerischen Spielstein, ist der andere Spieler dran. Bleibt er mit seinem Zug hinter dem Gegner, darf der Spieler nochmal. Auch Gleichstand gilt als hinter dem anderen Spieler.

Knöpfe sind wie gesagt das Zahlungsmittel in Patchwork und am Ende auch die Siegpunkte. Auf der Zeitspirale sind 8 Knöpfe abgebildet. Kommt ein Spieler mit seinem Spielstein über einen Knopf, erhält er so viele Knöpfe, wie auf seinem Flickenteppich abgebildet sind. Die einzelnen Flicken können bis zu 3 Knöpfe wert sein – sind aber auch entsprechend teuer (Zeit und Knöpfe). Kann ein Spieler keinen Flicken erwerben, muss er seinen Zeitstein vor den anderen Spieler setzen. Für jedes vorgegangene Feld erhält der Spieler einen Knopf.

Patchwork von Uwe Rosenberg ist ein tolles Zweierspiel und macht viel Freude

Die Zeitspirale liegt in der Mitte, die Flicken darum herum. Zur Auswahl stehen dem aktiven Spieler immer nur die nächsten drei Flicken vor der großen Spielfigur.

Auf der Zeitspirale sind auch noch 5 Sonderflicken untergebracht. Diese decken auf der Decke nur ein einzelnes Feld ab. Der Spieler, der zuerst über so einen Mini-Flicken seinen Spielstein zieht, erhält den Winzling. Die Mini-Flicken sind ideal, um Löcher in der Decke zu stopfen. Denn: Wer zuerst ein Quadrat mit 7 x 7-Feldern vollständig hat, bekommt 7 Bonusknöpfe.

Sind beide Spieler in der Mitte angekommen, wird abgerechnet. Dazu zählt jeder Spieler seine Knöpfe (plus Bonusknöpfe) und zieht für jedes freie Feld auf seiner Decke 2 Knöpfe ab. Wer jetzt mehr Knöpfe hat, gewinnt das Spiel. Übrigens: Negative Ergebnisse sind hier keine Seltenheit.

Fazit: Patchwork ist ein unterhaltsames Zweierspiel, das man immer wieder auspacken kann. Die Regeln sind einfach, aber es gehört schon ein gutes Auge dazu, welcher Flicken passt und welchen Flicken bekommt man vielleicht im nächsten oder übernächsten Zug. Daraus resultiert die Anordnung der Flicken auf der Decke.

Das Spiel von Uwe Rosenberg ist für Kinder ab 8 Jahren, was völlig in Ordnung ist. Die Spieldauer ist mit 30 Minuten angegeben, eine Partie dauert bei uns aber mittlerweile höchstens eine Viertelstunde. Also ideal für Zwischendurch. Einfach, schnell gespielt, unterhaltsam und mit hohem Wiederspielwert – von uns gibt es eine klare Empfehlung für Patchwork.

Vielen Dank an ASS/Lookout Spiele für ein Rezensionsexemplar.

Patchwork bei Amazon erwerben

Spielbewertung für Patchwork von Uwe Rosenberg

Schwierigkeit Spielspaß Spielreiz Spielgrafik
leicht sehr hoch sehr hoch patchworkmäßig
Alter Spieler Spieldauer Spielpreis
ab 8 Jahre 2 30 min 17 Euro

Gesamturteil:

sterne_5_klein