Grüne Daumen welken etwas

Beim Spiel „Der Baum – Geister des Waldes“ schlüpfen die Spieler in die Rolle von Waldgeistern, die Äste, Blätter, Knospen und Früchte im Laufe des Spiels an einen Baum anbauen müssen. Ein klassisches Bauspiel, dem allerdings die Raffinessen fehlen.

Dem Bauspiel Der Baum - Geister des Waldes fehlt die Raffinesse

Dem Bauspiel Der Baum – Geister des Waldes fehlt die Raffinesse

Jeder Spieler startet mit ein Satz an Baummarkern, bestehen aus 10 Ästen, 6 Blättern, 5 Knospen, 3 Früchten und einer Blüte. Dazu bekommt jeder Spieler 3 Handkarten. Und los geht`s. In seinem Spielzug kann ein Spieler zwei der vier Karten aus der Auslage nehmen und damit seine Hand ergänzen, oder eine oder mehrere Karten ausspielen und die entsprechenden Plättchen an den Baum anlegen. Die erste Aktion ist selbsterklärend, die zweite etwas komplizierter. Pro Zug darf ein Spieler immer nur eine Sorte (Äste, Blätter, Knospen, Früchte/Blüte) wachsen lassen. Für jedes Teil muss er eine Karte abgeben. Sind von dieser Sorte noch Karten in der Auslage, zählen diese mit. Mit zwei Karten, die das gleiche Waldgeist-Symbol besitzen, kann man eine zusätzliches Teil ablegen.

Ein kleines Beispiel: Ein Spieler möchte Äste ablegen. Er spielt aus seiner Hand zwei Äste aus. In der Auslage liegen zwei weitere Äste. Der Spieler muss also insgesamt vier Äste anlegen. Hat er nicht mehr so viele eigene Äste, werden diese vom allgemeinen Vorrat ergänzt.

Für das Ablegen der Teile gilt eine bestimmte Reihenfolge, die dem natürlichen Aufbau des Baumes entspricht. Erst Ast, dann Blatt. Knospe auf Blatt, dann Blüte oder Frucht auf Knospe.

Zusätzlich kann man die Eigenschaften der vier Waldgeister nutzen. Diese befinden sich auf zwei Karten. D.h., es sind immer nur zwei der Waldgeister aktiv. Wurde ein Waldgeist genutzt, wird die Karte umgedreht. Die Waldgeister verschaffen kleine Vorteile wie zusätzliche Karten oder zusätzliche Bauaktionen oder bringen wieder Astplättchen ins Spiel.

Einmal im Spiel kann man den Baumstamm wachsen lassen. Dann darf man seine Kartenhand auf sechs Karten auffüllen.

Meine Meinung

Bei diesem Spiel welken die grünen Daumen der Spieler etwas dahin. Da ein Akteur immer nur eine Sorte an den Baum anlegen kann, gibt es eigentlich keine ordentliche Taktik. Bis man bei vier Spielern wieder dran ist, sieht die Lage meist ganz anders aus. Einziger Tipp: Man sollte darauf achten, Endzweige zu haben, da man seine Früchte nur auf Knospen an Ästen der eigenen Farbe ablegen darf.

Insgesamt ist das Spiel doch recht schlicht gestrickt und es fehlen die raffinierten Elemente mit einem Aha-Effekt. Während bei anderen Spielen meine Testspieler nach Spielende munter gesagt haben: „Komm lass es uns nochmal probieren“, war bei diesem Spiel keine der drei Spielrunden bereit, es ein zweites Mal zu versuchen. Und auch ich selbst hatte nach dreimal mehr als genug. Aus der Idee hätte man sicherlich mehr machen können.

Vielen Dank an 2Geeks für das Rezensionsexemplar.

Spielbewertung für Der Baum – Geister des Waldes von Simon Havard und Emilien Francois

Schwierigkeit Spielspaß Spielreiz Spielgrafik
leicht mittel gering bis mittel etwas blass aber gefällig
Alter Spieler Spieldauer Spielpreis
ab 10 Jahre 2 – 4 30 – 60 min ca. 27 Euro

Gesamturteil:

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Ein Baumhaus a la 7 Wonders

Das allerbeste Baumhaus aus dem Hause 2Geek (Die Piraten der 7 Weltmeere) ist ein Kartenlegespiel in 7-Wonders-Manier. Die Handkarten wandern von Spieler zu Spieler, sodass man nie genau weiß, was als nächstes kommt. Eine nette Idee, leider lässt das Spielmaterial und der Abrechnungsmodus etwas zu wünschen übrig.

Beim Aufmachen der nett gestalteten Blechbox fällt sofort der gebogene Kartensatz auf. Die beiden Päckchen sind leicht verformt, nach ein bisschen Kraftsport an den Karten geht es aber. Etwas unglücklich ist auch die Farbzusammenstellung der Pöppels. Die beiden Farben rot und magenta sind bei Kunstlicht quasi nicht auseinanderzuhalten. Die Zählleiste besteht aus drei nebeneinanderliegenden (zurechtgebogenen) Karten. Die Zählsteine sind etwas wackelig. Wir haben uns daher der größeren und festeren Carcassonne-Zählleiste und entsprechend standfesteren Pöppels bedient.

Ein Baumhaus wird in Das allerbeste Baumhaus nach festgelegten Regeln errichtet

Ein Baumhaus wird nach festgelegten Regeln errichtet

Das allerbeste Baumhaus ist ein Kartenablegespiel. Jeder Spieler beginnt mit einem Baumstamm und sechs Baumhauskarten. Der Gleichgewichtspöppel wird zu Beginn auf das mittlere Feld der Baumstammkarte gestellt. Alle Spieler wählen gleichzeitig eine Karte und spielen diese verdeckt aus. Die restlichen Karten werden an den linken Nachbarn weitergegeben. Anschließend werden die Karten gleichzeitig aufgedeckt und angebaut. Dabei sind folgende Anbauregeln zu beachten:

  • Wird ein Farbe das erste Mal in das Baumhaus eingebaut, darf sie beliebig platziert werden.
  • Ist eine Farbe bereits im Baumhaus vorhanden, muss die Karte so angelegt werden, dass sie mindestens eine Karte derselben Farbe berührt.
  • Eine Karte muss immer über zwei anderen platziert werden, es sei denn, es handelt sich um eine Randkarte. Diese hat nur eine Karte unter sich.
  • Die maximale Höhe einschließlich Stamm sind sechs Kartenreihen.
  • Es ist der Gleichgewichtsmarker zu beachten. Steht er in der Mitte, darf man nach rechts und links anlegen. Der Marker wandert auf die entsprechende Seite. Steht er z.B. links, muss die neue Karte auf der rechten Hälfte des Baumhauses angelegt werden. Dadurch wandert der Marker wieder in die Mitte.

Gespielt wird über 3 Runden zu je fünf Karten. Nach jeder Runde findet eine Wertung statt. Dazu darf sich jeder Spieler – beginnend beim Startspieler – eine Wertungskarte nehmen. In umgekehrter Reihenfolge werden diese dann ausgespielt. Die Wertungskarten verdoppeln entweder den Wert einer Farbe oder setzten den Wert auf Null. Sind alle Wertungskarten gespielt, werden die sechs Farben ausgewertet. Pro Karte einer Farbe gibt es einen Punkt. Nach der dritten Auswertung ist Schluss und der Sieger steht fest.

Guter Plan von den Mitspielern durchkreuzt: Für Gelb und Blau gibt es leider keine Punkte. Für jede grüne und rote Karte dafür 2 Siegpunkte.

Guter Plan von den Mitspielern durchkreuzt: Für Gelb und Blau gibt es leider keine Punkte. Für jede grüne und rote Karte dafür 2 Siegpunkte.

Meine Meinung

Idee und Umsetzung sind ganz nett, der Spielmechanismus ist allerdings nicht ganz neu. Durch das Weitergeben der Karten weiß man nie, welche Farben als nächstes kommen. Das macht den Baumhausbau etwas glücksabhängig – oder taktisch, je nachdem wie man es sehen möchte. Auf jeden Fall habe ich vergeblich nach einer soliden Strategie gesucht. Am besten hat man von jeder Farbe etwas, das macht die Wertung mit den vorhandenen Regeln etwas weniger glücksabhängig.

Wer mit Kindern spielt, sollte die Wertung einfach ändern und auf die Wertungskarten ganz verzichten. Zum Beispiel kann man für die erste Karte einer Farbe 1 Punkt vergeben, für die zweite Karte zwei, die Dritte drei usw. Dadurch erhält man eine etwas berechenbarere Wertung. Die Schlusswertung kann bleiben (1 Punkt pro Karte erhält der Spieler, der die meisten Karten einer Farbe besitzt). Mit diesem Wertungsmodus könnte die Sternezahl in der Endwertung höher ausfallen.

Schade sind nur die eingangs erwähnten Mängel beim Spielmaterial. Diese kann man zwar relativ leicht abstellen, nach dem sehr schönen Piraten-Spiel hatte ich solche Mängel allerdings nicht erwartet.

Vielen Dank an 2Geeks für das Rezensionsexemplar.

Das allerbeste Baumhaus bei der Spieleoffensive bestellen

Spielbewertung für Das allerbeste Baumhaus von Scott Almes 

Schwierigkeit Spielspaß Spielreiz Spielgrafik
leicht mittel mittel leichte Mängel beim Spielmaterial
Alter Spieler Spieldauer Spielpreis
ab 8 Jahre 2 – 4 20 min 15 Euro

Gesamturteil:

sterne_3_klein

Turnier auf der Spiel: Im Schatten des Throns

In diesem Jahr kommt 2Geeks (Die Piraten der 7 Weltmeere) mit einem neuen Spiel nach Essen – „Im Schatten des Throns“. Aus diesem Anlass organisiert der Verlag in Kooperation mit IGames ein Turnier. Das Turnier findet während der Messe „Spiel‘16“ am 14.Oktober (Freitag) um 11:00 Uhr, in der Halle „Brüssel“ statt. Die Spielautoren Oleksandr Nevskiy und Oleg Sidorenko moderieren das Turnier (auf English) und garantieren den Teilnehmern, dass das Spiel „Im Schatten des Throns“ spannend, interessant und vor allem ehrlich verläuft. Die Anzahl der Teilnehmer beträgt 56 Spieler. Die 10 besten Teilnehmer erhalten ein Geschenk.

Im Schatten des Thrones ist eine Neuvorstellung von 2Geeks zur Spiel 2016

Im Schatten des Throns ist eine Neuvorstellung von 2Geeks zur Spiel 2016

Im Schatten des Throns ist ein schnelles Kartenspiel, in dem Teilnehmer verschiedene Kartensets sammeln, spezielle Fähigkeiten ausspielen und so letztendlich Siegpunkte erhalten. Karten zu sammeln ist durch die besonderen Fähigkeiten ganz einfach. Die gesammelten Karten wiederum bestimmen die Anzahl der Siegpunkte und somit am Ende des Spiels den Gewinner. Weitere Informationen über das Turnier sowie die Anmeldung kann man unter folgenden Links erhalten:

Anmeldung zum Turnier – https://goo.gl/MvcjLo

Spielregel – https://goo.gl/ITKFQS

Joho, joho, Piraten fahr`n übers Meer

Ob Burt Lancaster als roter Korsar, Erol Flynn als Geoffrey Thorpe oder Jonny Depp als Captain Jack Sparrow: Die geschmeidigen Piraten haben mit viel Charme und Witz auf der Kinoleinwand große Erfolge verzeichnet. Auch wenn es lange ruhig um dieses Genre war, das Thema Piraten ist so aktuell wie nie. Jetzt kommt mit „Die Piraten der 7 Weltmeere“ von Alexander Newskiy und Oleg Sidorenko eine spielerische Umsetzung des Piratenthemas auf die heimischen Spieltische, die unsere Spielrunde mit ihrem ungewöhnlichen Würfelmechanismus sofort überzeugt hat.

Die Piraten der 7 Weltmeere überzeugen zunächst einmal durch die Gestaltung: Die Rückseite der Metallbox dient als Spielplan, das Deckelinnere als Würfelarena

Die Piraten der 7 Weltmeere überzeugen zunächst einmal durch die Gestaltung: Die Rückseite der Metallbox dient als Spielplan, das Deckelinnere als Würfelarena

Jeder Spieler ist Chef einer 7-köpfigen Piratenbande, wobei jedes Mitglied eine andere Funktion hat. Es gibt den Schiffsbauer, den Gouverneur, den Kapitän, die Inselbewohnerin, den Schamanen, den Händler und den Kartograf. Zu Beginn einer Spielrunde entscheiden alle Spieler verdeckt, welche dieser Rollen sie in dieser Runde nutzen möchten.  Die Rollen werden anschließend in der obigen Reihenfolge aufgerufen und aktiv. Jeder Spieler, dessen Rolle aufgerufen wird, dreht seine Rollenkarte um und macht die gewählte Aktion. Sind alle Rollen durch, beginnt dieses Prozedere von vorne.

Das zentrale Element ist dieser Rollenmechanismus. Vor der ersten Partie sollte man sich daher etwas ausführlicher mit den einzelnen Aktionen der Rollen und ihrer Reihenfolge beschäftigen. Das erleichtert den Einstieg in das Spiel, das sehr schöne Elemente beinhaltet.

Manche Rollen verlangen nach einer passenden Abenteuerkarte. Zu Beginn erhält jeder Spieler drei Abenteuerkarten. So benötigt man zum Beispiel für den Kapitän eine Karawanenkarte. Der Kapitän ist mit Sicherheit die schillerndste Figur im Spiel, denn er führt die Schiffe der Spieler in die Schlacht.

Jeder Spieler besitzt dazu in seiner Spielfarbe Würfel, die seine Schiffe verkörpern. Alle Spieler können sich an einer Seeschlacht beteiligen. Dazu gibt jeder Spieler dem aktiven Spieler seine ausgewählten Würfel. Zusammen mit den roten Würfeln, die die Schiffe der Karawane verkörpern, werden von ihm alle Würfel in den Schachteldeckel geworfen. Die Augenzahlen der Würfel stellen die Stärke der Schiffe dar. Alle Piratenschiffe kämpfen gegen die Karawanenschiffe. Und zwar die am nächsten liegenden zuerst. Höhere Werte schlagen kleinere Augenzahlen, bei Gleichstand sinken beide Schiffe. Also: Ein Karawanenschiff zeigt eine 5. Daneben liegt ein Piratenschiff mit einer 2. Dieses Schiff geht sang und klanglos unter. Das nächste jetzt benachbarte Schiff zeigt eine 6 und versenkt somit das Karawanenschiff. Sind alle Karawanenschiffe am Grund des Meeres, endet die Seeschlacht. Alle Schiffe, die jetzt noch übrig sind, nehmen Beute auf.

Diese Beute gilt es jetzt in den Hafen zu bringen. Dort regeln Angebot und Nachfrage den Preis. Mit der Inselbewohnerin lässt sich die Nachfrage ändern. Mit dem Händler lässt sich schließlich die Beute verkaufen und in Siegpunkte umwandeln.

Der Schiffsbauer bringt neue Schiffe, der Schamane verteilt Flüche – übrigens auch an sich selbst -, der Kartograf nimmt neue Abenteuerkarten und mit dem Gouverneur kann man alle seine Schiffe zurückholen. Dafür wird man zum Freibeuter und erhält ein schwarzes Mal – pfui, pfui, pfui.

Darüber hinaus gibt es verschiedene Zusatzmodule, die das Spiel ausgeglichen gestalten. Für untergegangene Schiffe erhält man Yin-Yang-Plättchen, die man wieder in Vorteile wie unsinkbares Schiff, Schnäppchenverkauf oder doppelte Warenladung umwandeln kann.

Fazit

Die Piraten der 7 Weltmeere sind ein solides Game mit vielen schönen Einzelelementen. Dazu gehört beispielsweise die bedruckte Metallschachtel, deren Rückseite der Spielplan ist und in deren Deckel das Würfelmeer liegt. Das Spielmaterial ist wertig und die grafische Gestaltung ist gelungen. Die Spielregel ist leicht verständlich, aber aufgrund der vielen Spielelemente umfangreich. Vor der ersten Partie unbedingt gut lesen. Die Idee, Würfel als Schiffe einzusetzen, ist genial, ebenso die Abrechnung der Seeschlachten. Das Spiel selbst lässt sich flüssig spielen, da bei jeder Aktion immer alle Spieler involviert sind. Ein echtes Muss für den Spieleschrank. Auch wenn dort kein Platz mehr ist 🙂

Vielen Dank an 2 Geeks für das Rezensionsexemplar.

Bei der Spieleoffensive bestellen

Spielbewertung für Die Piraten der 7 Weltmeere von Alexander Newskiy und Oleg Sidorenko

Schwierigkeit Spielspaß Spielreiz Spielgrafik
mittel sehr hoch hoch passt sehr gut zum Thema
Alter Spieler Spieldauer Spielpreis
ab 9 Jahre 2 – 4 60 min 32 Euro

Gesamturteil:

sterne_4_5_klein