Ein Spiel, drei Varianten

Die Burgen von Burgund von Stefan Feld sind ein Strategie-Klassiker, den Ravensburger 2011 auf den Markt gebracht hat. Mittlerweile sind auch das Kartenspiel (2016) und das Würfelspiel (2017) erschienen. Die grundlegende Spielidee ist immer dieselbe, dennoch gibt es gehörige Unterschiede.

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Drei Spiele, eine gemeinsame Idee: Die Burgen von Burgund als Brett-, Karten- und Würfelspiel

Ob Brett-, Karten- oder Würfelspiel, es sind immer die Augen eines Würfels, die eine grundlegende Aktion auswählen. Im Brettspiel sind es zwei Würfel, im Kartenspiel eine Karte mit aufgedrucktem Würfel und im Würfelspiel sogar vier Würfel. Aber der Reihe nach. Zunächst einmal zum Spielprinzip: Im 15. Jahrhundert versuchen die Spieler als Landesfürsten ihre Ländereien durch Handel und Investitionen aufblühen zu lassen. Sie bauen Schiffe und Städte, investieren in Viehzucht, sammeln Wissen, handeln mit Waren und beuten Minen aus. Dazu besitzt jeder Spieler ein eigenes Reich, das er sozusagen mit Leben füllen muss. Unterstützt wird er dabei von Arbeitern, die einen Würfelwurf manipulieren, und Silberstücken, die Doppelzüge erlauben. Hinter allen drei Spielen steckt ein Abrechnungsmechanismus, bei dem es vor allem auf Schnelligkeit ankommt.

Die zahlreichen Möglichkeiten, die das Brettspiel bietet, verlangen von den Spielern Runde für Runde absolute Aufmerksamkeit, ein planvolles Vorgehen und viel Voraussicht. Somit stellt sich das Brettspiel als fantastisches Strategiespiel dar, das wirklich nur für Fortgeschrittene geeignet ist.

Dieser strategische Ansatz wurde auch auf die beiden kleinen Brüder übertragen, allerdings in etwas abgeschwächter Form. Nichtsdestotrotz bleiben sowohl Karten- als auch Würfelspiel strategisch orientiert, auch wenn dies beim Würfelspiel dann doch deutlich weniger zum Tragen kommt.  Dennoch ist das Würfelspiel nicht zu unterschätzen und nicht mit Standardwürfelspielen zu vergleichen, die ein hohe Glückskomponente haben.

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Viel Gekritzel auf dem Block des Würfelspiels. Da passieren schnell Fehler.

Die unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade erkennt man auch an den Spielzeiten. Während man für das Brettspiel locker 2 Stunden veranschlagen kann, spielt sich das Kartenspiel in der halben Zeit. Beim Würfelspiel agieren eigentlich alle Spieler gleichzeitig und die Spielzeit ist vom Hersteller mit max. 30 Minuten angegeben. Da der Spielplan beim Würfelspiel recht klein ist und man hier auf der Vorlage viel umkringeln und durchstreichen muss, ist die Fehlerquote doch recht beträchtlich. Ein Radiergummi ist daher ein unverzichtbares Utensil. Meiner Meinung nach macht es eigentlich Sinn, nicht parallel zu spielen, sondern ein Spieler nach dem anderen macht seinen Zug. Dadurch verdoppelt sich allerdings die Spielzeit und man braucht auch für das Würfelspiel rund eine Stunde.

Letztendlich verfügen alle drei Spiele über einen gewissen Anspruch. Das Brettspiel ist sicherlich die Krönung der Spieleserie. Aber auch Karten- und Würfelspiel machen Spaß. Man sollte aber eine Vorliebe für strategische Spiele mitbringen. Wenig geübte Spieler sollten die Finger von den Spielen lassen. Denn keines der drei Spiele holt man mal eben aus dem Schrank und spielt einfach los.

Wenn ich die Auswahl zwischen den drei Spielen hätte, mein Favorit wäre immer das Brettspiel. Es ist abwechslungsreich, bietet viele Varianten und ist mit großzügigem Spielplan und übersichtlichen Spielertableaus einfach perfekt gemacht. Das Gekritzele auf dem Würfelspielblock hat mir dagegen weniger gefallen. Da ist das Kartenspiel doch deutlich übersichtlicher.

Insgesamt gibt es für das Brettspiel 5 Sterne. Es ist einfach grandios. Das Kartenspiel bewerte ich mit 4 und das Würfelspiel mit 3,5 Sternen. Die Umsetzung der beiden kleinen Spiele ist nicht schlecht, kommt aber an das Original einfach nicht ganz heran. Dennoch bieten beide Spiele einen guten und günstigen Einstieg in die Welt von Burgen von Burgund. Unter Berücksichtigung der aktuellen Preise ist das Kartenspiel das Spiel mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis und somit mein Kauftipp.

Vielen Dank an Ravensburger für die Rezensionsexemplare des Karten- und Würfelspiels.

Das Kartenspiel „Die Burgen von Burgund“ bei Amazon erwerben

Spielbewertung für das Kartenspiel Die Burgen von Burgund von Stefan Feld

Schwierigkeit Spielspaß Spielreiz Spielgrafik
mittel hoch hoch gelungen
Alter Spieler Spieldauer Spielpreis
ab 12 Jahre 1 – 4 30-60 min ca. 13 Euro

Gesamturteil:

sterne_4_klein

Das Würfelspiel Die Burgen von Burgund bei Amazon erwerben

Spielbewertung für das Würfelspiel Die Burgen von Burgund von Stefan Feld

Schwierigkeit Spielspaß Spielreiz Spielgrafik
leicht – mittel hoch hoch etwas unübersichtlich
Alter Spieler Spieldauer Spielpreis
ab 10 Jahre 1 – 5 30 – 60 min ca. 18 Euro

Gesamturteil:
sterne_3_5_klein

 

 

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Zauberer-Kartenspiel als Brettspiel

Das Universum von Magic: The Gathering wird um eine Brettspiel-Adaption erweitert. Mehr als 20 Jahre nach Einführung des bei Millionen Spielern auf der ganzen Welt beliebten Strategiekartenspiels, stellt Hasbro auf der SPIEL ’15 in Essen „Magic: The Gathering – Arena of the Planeswalkers“ vor. Das Brettspiel bietet Profis wie Neueinsteigern den Rahmen für epische Duelle um die magische Vorherrschaft.

Magic: The Gathering gibt es jetzt auch als Brettspiel

Magic: The Gathering gibt es jetzt auch als Brettspiel

Zerstörerische Magie, fantastische Wesen und eine neuartige Arena: Das sind die Zutaten, mit denen Hasbro die „Arena of the Planeswalkers“ eröffnet. Das erste Brettspiel im Magic-Universum erweckt die beliebte Spielmechanik mit einer liebevoll gestalteten Spielwelt und detaillierten Figuren buchstäblich zum Leben. Zwei bis fünf Spieler ab 10 Jahren erschaffen ihre eigenen Helden und setzen Zaubersprüche und Fähigkeiten ein, um die Arena am Ende als Sieger zu verlassen.

Magic in einer neuen Dimension

Zu Beginn des Spiels steht die Erschaffung einer dreidimensionalen Spielewelt. Je nach Spielerzahl werden hierbei bis zu sechs Geländeplatten zum Spielfeld zusammengesetzt. Dann schlüpfen sie in die unterschiedlichen Rollen eines Planeswalkers mit einzigartigen Fähigkeiten. Ob furchtloser Kämpfer, Feuerzauberer oder naturverbundene Magierin. Fünf detailgetreue Zauberer-Spielfiguren machen das Spielerlebnis greifbar. Das Besondere dabei: Alteingesessene Magic-Fans werden die Spielmechanik sowie zahlreiche Objekte und Zauber sofort wiedererkennen. Gleichzeitig bietet „Arena of the Planeswalkers“ auch Einsteigern eine gute Plattform, um erstmals in die fantastische Welt von Magic: The Gathering einzutauchen.

Das Spielprinzip ist leicht zu erlernen aufgrund seiner Komplexität und der Vielfalt an Möglichkeiten aber nicht immer einfach zu meistern. Es gilt, die einzusetzenden Mittel und Möglichkeiten sehr genau abzuwägen, eben genau so wie bei dem Sammelkartenspiel. Etwas anders läuft die Kampfphase: In dieser Variante von Magic: The Gathering werden beim Kampf der Kreaturen die beiliegenden Würfel eingesetzt, mit der die Spieler ihren jeweiligen Angriffs- und Verteidigungswert ermitteln.

App steuert Brettspiel

Ravensburger hat heute sein Brettspielkonzept smartPlay auf der Pressekonferenz zur Spiel’14 vorgestellt. Mit diesem neuen Brettspiel-System will das Unternehmen Familien mehr zum Spielen animieren. Via Smartphone soll smartPlay den Einstieg ins Spiel erleichtern. Die App erklärt den Spielern nicht nur die Regeln, sondern erkennt auch ihre Spielzüge und moderiert den Spielverlauf.

Das Smartphone wird dazu über dem Spielbrett in eine spezielle smartPlay-Halterung eingelegt. Von dort erkennt die Smartphone-Kamera die Position von Spielfiguren, Würfelergebnisse, Karten und Spielplättchen oder wo Finger auf Bedienfelder tippen. Auf all das reagiert die App im Smartphone mit Sprache, Geräuschen und Musik.
Im Oktober 2014 erscheinen die ersten drei smartPlay-Spiele als Startersets inklusive Halterung: das Familien-Quiz YES or kNOw, das Abenteuerspiel King Arthur und das kooperative Familienspiel Das magische Museum. Die Startersets kosten ca. 50 Euro, ohne die Halterung kosten die Spiele ca. 40 Euro.

Wer wird Englands neuer König

King Arthur_Freisteller mit PackungIn dieser smartPlay-Variante ziehen die Spieler durch das mittelalterliche England, bereit für jedes Abenteuer, das sich ihnen allerorten stellt. Im Turnier messen sie sich etwa mit konkurrierenden Rittern, helfen den Bedürftigen und sammeln bestimmte Ausrüstungsgegenstände, die ihnen zum Königstitel verhelfen. King Arthur, das erste Brettspiel mit Elektronik, wurde behutsam modernisiert und besitzt neue Spielmechaniken sowie eine reichhaltigere Soundausgabe.
Für 1 – 4 Spieler ab 8 Jahren, von Reiner Knizia.
Wie weit dieses Konzept trägt, ich werde mich in Essen mal umhören.