Im Schatten des Wasserdrachen

Im Haba-Spiel Iquazú verstecken die Spieler wertvolle Edelsteine in den Wasserfällen. Sie nutzen dazu den Schatten des Wasserdrachen, der einen Teil des Wasserfalls trockenlegt. Dabei sollte man die Macht der Bonusplättchen nicht unterschätzen.

Zunächst gilt es den Spielplan richtig aufzubauen. Sonst scheitert das Spiel, bevor es losgeht. Der Spielplan besitzt nämlich zwei Ebenen: die Felswand des Wasserfalls und den Wasserfall selbst. Der Wasserdrache legt einen Teil des Spielplanes trocken. Auf diesem Teil können die Spieler ihre Edelsteine mithilfe entsprechender Karten platzieren. Die Edelsteine werden in Spalten abgelegt. Fünf davon sind immer sichtbar. Auf der sechsten Spalte liegen die Bonusplättchen.

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Der Spielplan von Iquazú besteht aus zwei Ebenen. Der Wasserdrache legt immer einen Teil des unteren Spielplanes frei.

Ist ein Spieler am Zug, hat er genau zwei Auswahlmöglichkeiten: vier Karten ziehen oder einen Edelstein platzieren. Die erste Möglichkeit ist einfach und schnell erledigt. Um einen Edelstein in einer der fünf Spalten platzieren zu können, muss ein Spieler entsprechend viele, farblich passende Karten abgeben. In Spalte 1 eine, in Spalte 2 zwei usw. Darüber hinaus darf ein Spieler während seines Zuges beliebig viele Bonusaktionen ausführen.

Ist die erste Spalte voll, kommt es zu einer Zwischenwertung. Der Spieler, der die meisten Steine in dieser Spalte platziert hat, bekommt des größten Siegpunktewert gutgeschrieben (steht unter jeder Spalte). Bei Gleichstand löst der am weitesten unten gesetzte Stein das Patt auf. Gleichzeitig werden die Bonusplättchen vergeben. Hier kommt es darauf an, wer die meisten Edelsteine in einer Zeile hat. Daher kann es durchaus Sinn machen, 3 oder 4 Karten zu investieren und einen Edelstein in einer entfernteren Spalte zu setzen.

Ist die linke Spalte voll belegt, kommt es zu einer Zwischenwertung um die Siegpunkte (unten) und die Bonusplättchen (rechts)

Ist die linke Spalte voll belegt, kommt es zu einer Zwischenwertung um die Siegpunkte (unten) und die Bonusplättchen (rechts)

Nach der Zwischenwertung wandert der Wasserdrache eine Spalte nach vorne. Dadurch verschwindet die gerade gewertete Spalte und eine neue mit Bonusplättchen taucht auf. Diese werden umgedreht und das Spiel geht weiter. Das Spiel endet, wenn die drittletzte Spalte gewertet wurde. Danach werden noch die beiden übrigen Spalten gewertet und die Bonusplättchen ausgewertet.

Meine Meinung

Hat man den Spielaufbau einmal erledigt, entwickelt sich ein einfaches, aber äußerst interessantes Spiel. Vor allem das in der ersten Spalte von oben nachtropfende Wasser birgt einige zusätzliche taktische Elemente. Immer, wenn ein Spieler seine Aktionen gemacht hat und er im Besitz des Wasservorrates ist, deckt er eine Felsritze mit einem Wassertropfen ab. Dort kann kein Edelstein mehr platziert werden. Dies kann man sich zunutze machen, um bewusst Mehrheiten in einer Spalte zu erzeugen bzw. das Setzen eines Edelsteines durch einen Mitspieler zu erzwingen.

Iquazú von Michael Feldkötter ist bei Haba erschienen

Iquazú von Michael Feldkötter ist bei Haba erschienen und eignet sich für 2-4 Spieler

Auch das Investieren in eine weiter hinten liegende Spalte ist ein taktisches Element. Während ein Stein in der ersten Spalte nach der Zwischenwertung verschwindet, bleibt ein weiter hinten liegender Stein mehrere Runden im Spiel. Außerdem löst der am weitesten hinten liegende Stein das Patt bei Gleichstand auf. Das macht diese Steine im Kampf um die Bonusplättchen sehr mächtig. Und die Bonusplättchen entscheiden letztendlich das Spiel. Es gibt dort zusätzliche Karten (damit kann man auf die Nachziehaktion verzichten), Doppelzüge (erst ziehen und dann platzieren), Farbjoker und Siegpunkte. Letztere haben wir immer sofort abgetragen, man kann dies aber auch erst am Schluss machen.

Letztendlich gilt es die Balance zwischen Siegpunkten in den Spalten und Erwerb von Bonusplättchen zu finden. Wer dies am besten meistert, gewinnt das Spiel.

Vielen Dank an Haba für ein Rezensionsexemplar von Iquazú.

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Spielbewertung für Iquazú von Michael Feldkötter

Schwierigkeit Spielspaß Spielreiz Spielgrafik
mittel hoch hoch sehr schön
Alter Spieler Spieldauer Spielpreis
ab 10 Jahre 2 – 4 60-75 min ca. 32 Euro

Gesamturteil:

sterne_4_klein

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Nur nicht einsargen lassen

Sarkophag ist ein einfaches Stichspiel, das schnell erklärt ist und mit bis zu sechs Personen gespielt werden kann. Der Clou: Die Mumie an Position zwei gibt die Richtung vor und bestimmt, wer den Stich einsargen muss.

Jeder Spieler erhält zu Spielbeginn 10 Karten. Auf den Karten sind die Werte 1 bis 60 aufgedruckt. Der Startspieler beginnt und spielt eine beliebige Karte aus. Der Ausspieler kann niemals selbst den Stich gewinnen – was man sowieso nicht will, denn auf den Karten sind Mumienköpfe abgebildet, die am Schluss Minuspunkte zählen. Der Spieler links vom Ausspieler gibt jetzt die Richtung vor. Spielt er eine kleinere Karte, müssen alle folgenden Spieler ebenfalls eine kleinere Karte spielen. Die kleinste ausgespielte Karte gewinnt den Stich – oder besser ausgedrückt: muss ihn nehmen. Kann ein Spieler keine kleinere Karte spielen, muss er eine größere Karte legen. Ab diesem Moment bekommt die größte Karte den Stich. Ist doch einfach, oder?

Also gut, ein Beispiel: Der Ausspieler A legt die 15. Der Spieler B zur Linken die 12. Er gibt die Richtung vor – kleiner als die Karte des Ausspielers. Spieler C kann auch kleiner, muss aber die 8 legen. Bis jetzt gehört dieser Stich C. Spieler D hat keine kleinere Karte als die 15 und legt die 22. Er kann also die Vorgabe von Spieler B nicht erfüllen. Ergo gehört jetzt ihm der Stich. Spieler F kann nun ganz locker seine 21 legen. Er ist nicht mehr an die 15 gebunden, es gilt nur noch unter der 22 zu bleiben.

Die ganze Geschichte funktioniert auch anders herum. Letztendlich kommt es darauf an, immer eine Karte mit einem Wert zwischen der Karte des Ausspielers und der Karte des zweiten Spielers spielen zu können. Leider klappt dies nicht immer. Vor allem gegen Ende des Spiels, wenn die Auswahl an Karten extrem dünn wird.

Ein Tipp: Bei unseren Spielrunden hat es sich als vorteilhaft erweisen, die Karten des aktuellen Stiches auf dem Tisch etwas zu sortieren. So hat man einen besseren Überblick, wem der Stich gerade gehört

Sind alle zehn Stiche gespielt, endet das Spiel und jeder zählt seine eingesackten Mumienköpfe. Der Spieler mit den wenigsten Mumienköpfen gewinnt. Man kann auch mehrere Runden spielen, beispielsweise bis ein Spieler 100 Mumienköpfe gesammelt hat

Fazit: Hat man sich erst einmal an den etwas verqueren Stichmechanismus gewöhnt, ist Sarkophag von Michael Feldkötter ein wirklich nettes Kartenspiel. Um den Mechanismus zu verinnerlichen, sollte man zunächst ein Probespiel machen. Spätestens nach dem dritten Stich wissen alle Spieler wie es geht. Die Karten selbst sind recht witzig gestaltet von Claus Stephan. Es gibt fünf Mumien, denen die Werte 0 bis 5 zugeordnet sind – eine Vierer-Mumie gibt es nicht.

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Spielbewertung für Sarkophag von Michael Feldkötter

Schwierigkeit Spielspaß Spielreiz Spielgrafik
Leicht hoch hoch passt gut zum Thema
Alter Spieler Spieldauer Spielpreis
ab 8 Jahre 2 – 6 15 min 8 Euro

Gesamturteil:

sterne_4_klein