Gelungene Würfeladaption von Istanbul

Erfolgreiche Spielideen werden heutzutage gerne in unterschiedlichster Form auf den Markt gebracht. Nach dem Grundspiel – womöglich sogar Spiel des Jahres – kommen eine oder zwei Erweiterungen, dann das Kartenspiel und schließlich das Würfelspiel in die Verkaufsregale. Meistens werden Spielidee und Spielspaß dadurch nicht besser. Auch das Kennerspiel des Jahres 2014 Istanbul ist mittlerweile beim Würfelspiel angekommen. Doch im Gegensatz zu vielen anderen Würfelerweiterungen handelt es sich hierbei um eine gelungene Adaption des Brettspiels von Rüdiger Dorn.

Istanbul_überblick

Das Istanbul-Würfelspiel ist eine gelungene Adaption des Brettspiels

Auch bei Istanbul: Das Würfelspiel heißt es wieder: „Willkommen auf dem Basar“. Spieler, die das Brettspiel kennen, werden die gewohnte Istanbul-Grafik erkennen. Die Spielidee und das Spielziel sind mit dem Brettspiel identisch. Gehilfen losschicken, Aufgaben erledigen und Rubine sammeln. Wer eine bestimmte Anzahl hat, gewinnt das Spiel.

Viele Spielelemente sind ähnlich zum Brettspiel, doch im Würfelspiel haben sie eine ganz andere Gewichtung und Bedeutung. Daraus ergibt sich trotz der Verwandtschaft zum Brettspiel ein eigenständiges Würfelspiel.

Fünf Würfel übernehmen die Rolle der Gehilfen. Jeder Würfel zeigt 6 Symbole: 4 x Waren, 1 x Geld, 1 x Basarkarte. Jeder Spieler würfelt zu Beginn seines Zuges. Aus dem Würfelergebnis darf der Spieler anschließend zwei Farbkombinationen für Aktionen nutzen. Eine Aktionsübersicht erläutert die Möglichkeiten. Man kann Warenplättchen erhalten, Kristalle (nochmal Würfeln), Geld, Basarkarten, Moscheeplättchen. Auch das Abgeben von Waren um einen Rubin zu nehmen ist eine Aktion.

Eine besondere Rolle kommt den Basar- und Moscheeplättchen zu. Sie bringen zusätzliches Einkommen, das den Spielern weiterhilft. Die Moscheeplättchen bringen einen dauerhaften Vorteil bis zum Spielende. Das können Geld, zusätzliche Aktionen, Zusatzwürfel oder ähnliches sein. Bei den meisten Basarkarten gibt es einen Sofortvorteil für den aktiven Spieler, die anderen Spieler können den Vorteil erkaufen.

Meine Meinung

Istanbul: Das Würfelspiel ist für 2-4 Spieler geeignet

Istanbul: Das Würfelspiel für 2-4 Spieler

Das Würfelspiel weiß wirklich gut zu gefallen. Es ist trotz des Würfelglückfaktors ausgewogen und spannend bis zum Schluss. Meistens gewinnt der Sieger nur um Haaresbreite. Der Mechanismus unterscheidet sich vom Brettspiel weit genug, dass sich die zusätzliche Anschaffung des Spiels auch für diejenigen lohnt, die das Brettspiel bereits besitzen. Und wer das Brettspiel Istanbul nicht kennt, kann das Würfelspiel völlig unabhängig vom Brettspiel mit viel Spaß spielen.

Einen Wermutstropfen gibt es aber derzeit: Das Spiel ist im Moment nicht verfügbar. Voraussichtlich erst wieder ab Ende Dezember 2017. Damit fällt das Spiel als Weihnachtsgeschenk wohl flach. Wer also irgendwo ein Würfelspiel sieht, sollte gleich zugreifen.

 

Spielbewertung für Istanbul: Das Würfelspiel von Rüdiger Dorn

Schwierigkeit Spielspaß Spielreiz Spielgrafik
leicht sehr hoch abwechslungsreich ans Brettspiel angelehnt
Alter Spieler Spieldauer Spielpreis
ab 8 Jahre 2 – 4 20 – 40 min ca. 19 Euro

Gesamturteil:
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Mit Würfeln statt Pfeilen

Bei Targets fliegen nicht Pfeile durch die Luft, vielmehr schnippt man mit dem Finger einen der eigenen Würfel möglichst ins Ziel. Zielgenauigkeit und taktisches Geschick sind bei diesem Schnippspiel gefragt.

Jeder Spieler hat drei Würfel, die in gebührendem Abstand zu den Zielscheiben auf einem Sockel übereinandergestapelt werden. Reihum schnippen die Spieler ihren obersten Würfel auf die drei Zielscheiben in der Tischmitte. Ein Volltreffer, das sind Würfel, die den Tisch in der Mitte der gelochten Zielscheibe berühren, bringt sofort einen Siegpunkt. Würfel, die auf der Scheibe platziert wurden, können ab der zweiten Runde Punkte bringen. Zielen sollte man dabei möglichst genau, denn ungewollt kann man dem gegnerischen Spieler zu einem Volltreffer verhelfen.

Bleiben mehrere Würfel unterschiedlicher Spieler auf einer Zielscheibe liegen, entscheidet die Gesamtzahl der Augen, wer die Scheibe gewonnen hat. Der Sieger darf sich eine der drei Extrazielscheiben ohne Loch in der Mitte unter seinen Sockel legen. Besitzt er am Ende der nächsten Runde noch diese Scheibe unter seinem Sockel, erhält der Spieler dafür einen Siegpunkt. Die anderen Spieler werden dies natürlich nicht tatenlos zulassen. Statt auf eine der drei Zielscheiben in der Mitte zu schnippen, kann man auch versuchen, die Scheibe unter dem Sockel eines Spielers zu treffen. Gelingt dies, wandern alle Scheiben des angegriffenen Spielers sofort unter den eigenen Sockel. Bringt man bei diesem Angriff auch noch den gegnerischen Turm zum einstürzen, verliert der andere Spieler auch noch einen Würfel für diese Spielrunde.

Erfolgreicher Scheibenklau: Ein Spieler hat die Scheibe eines Gegners angegriffen und erhält sofort die Scheibe. Sie bringt am Rundenende 1 Siegpunkt.

Erfolgreicher Scheibenklau: Ein Spieler hat die Scheibe eines Gegners angegriffen und erhält sofort die Scheibe. Sie bringt am Rundenende 1 Siegpunkt.

Wer als erster vier Siegpunkte auf seinem Konto hat, gewinnt das Spiel.

Meine Meinung

Targets ist ein recht witziges Geschicklichkeitsspiel mit sehr sportlichem Charakter. Und wie beim Sport üblich, macht die Übung den Meister. Vor der ersten Partie sollte man daher auf jeden Fall ein paar Probeschnipper machen. Dabei stellt man nämlich recht schnell fest, dass das Würfelschnippen gar nicht so einfach ist. Denn: Fällt der Würfel vom Tisch, gibt es einen eigenen Würfel Abzug.

Spannend wird das Spiel im Prinzip ab der zweiten Runde, wenn sich Angriffe auf die Mitspieler mit einer Zielscheibe unter ihrem Sockel anbieten. Da alle Spieler ihre Sockel rund um die drei Zielscheiben in der Mitte aufbauen, sind es vor allem die Nachbarn, die in den Genuss eines solchen Angriffes kommen. Eine Zielscheibe bei einem Spieler auf der anderen Seite der Zielscheiben in der Mitte zu treffen, ist quasi aussichtlos. Es sei denn, man hat das Glück gepachtet. Solche Spieler soll es ja geben.

Vielen Dank an Zoch für das Rezensionsexemplar.

Targets bei Amazon erwerben

Spielbewertung für Targets von Wilfried Fort

Schwierigkeit Spielspaß Spielreiz Spielmaterial
leicht – mittel hoch hoch auffallend
Alter Spieler Spieldauer Spielpreis
ab 7 Jahre 2 – 6 ca. 20 min 18 Euro

Gesamturteil:

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Biss zum letzten Raffzahn

Raffzahn von Rüdiger Koltze ist ein witziges Spiel für gierige Gemüter. Jeder Spieler versucht durch Würfeln möglichst viele Zähne zu erbeuten, doch beim falschen Wurf fallen auch schon mal wieder Zähne aus.

Zum Start liegen alle Monster in der Tischmitte. Im Laufe des Spiels wandern sie von Spieler zu Spieler.

Zum Start liegen alle Monster in der Tischmitte. Im Laufe des Spiels wandern sie von Spieler zu Spieler.

Monsterplättchen werden in aufsteigender Reihenfolge in vier Reihen a 10 Monster in der Tischmitte ausgelegt. Der aktive Spieler würfelt mit den drei Würfeln bis zu dreimal. Dabei kann er verschiedene Ergebnisse erzielen:

Korrekter Wurf: Der Spieler addiert die Augen der beiden blauen Würfel und die Zahl auf dem gelben Würfel. Sterne zählen als 0. Die Summe gibt an, welches Plättchen sich der Spieler nehmen darf – oder nicht.

Fauler Zahn: Wer mit dem gelben Würfel den faulen Zahn würfelt, hat
Pech gehabt. Der faule Zahn beendet den Zug sofort, egal ob das im ersten,
zweiten oder dritten Wurf passiert.

Hat ein Spieler einen korrekten Wurf hingelegt, darf er das erbeutete Plättchen in aufsteigender Nummernfolge vor sich ablegen. Die ersten 3 Plättchen, die ein Spieler erbeutet, muss er ungeschützt ablegen. Wenn ein Spieler mindestens 3 ungeschützte Plättchen vor sich liegen hat, darf er jedes weitere erbeutete Plättchen geschützt (mit dem Gesicht nach unten) ablegen.

Beim korrekten Wurf gibt es vier Fälle, die in folgender Reihenfolge unterschieden werden:

1. Beutetreffer: Wer die Nummer eines Plättchens würfelt, das in der Tischmitte oder ungeschützt bei einem Mitspieler liegt, darf es nehmen und bei sich ablegen.

2. Eigentreffer: Wer die Nummer eines seiner eigenen Plättchen würfelt, hat einen Eigentreffer, egal ob das im ersten, zweiten oder dritten Wurf passiert. Ein Eigentreffer beendet den Zug sofort. Zur Strafe muss der Spieler wie folgt vorgehen: Ist das Plättchen mit der gewürfelten Nummer geschützt, muss der Spieler es aufdecken. Ist das Plättchen mit der gewürfelten Nummer ungeschützt, geht es aus dem Spiel.

3. Sternwurf: Wer 3 Sterne würfelt, darf das höchste Plättchen aus der Tischmitte nehmen  und bei sich ablegen. Wer 2 Sterne würfelt, darf das niedrigste Plättchen aus der Tischmitte nehmen und bei sich ablegen.

4. Fehlwurf: Wer nach seinem 3. Wurf kein Plättchen nehmen kann, hat einen Fehlwurf und verliert mindestens 3 seiner Zähne. Dazu muss er entweder eines oder mehrere seiner geschützten oder ungeschützten Plättchen abgeben.

 

Sobald das letzte Plättchen aus der Mitte genommen wurde, ist das Spiel zu Ende.
Wer die meisten Zähne gesammelt hat, gewinnt das Spiel. Es ist dabei egal, ob die
Plättchen geschützt oder ungeschützt ausliegen. Alle Zähne zählen gleich.
Bei Gleichstand entscheidet das höchste Plättchen.

Meine Meinung

Raffzahn ist ein bissiger Würfelspaß für 3 bis 6 Spieler

Raffzahn ist ein bissiger Würfelspaß für 3 bis 6 Spieler

Die Spiele-Serie, in der Raffzahn bei Schmidt Spiele erschienen ist, heißt „Klein und gemein“. Und genau so spielt es sich auch. Mit einem passenden Wurf lockt man die Monster von den Mitspielern zu sich und freut sich über den gelungenen Coup. Würfelt man dagegen einen Eigentreffer, steigt die Stimmung bei den Mitspielern. Letztendlich ist es ein Würfelspiel mit hohem Unterhaltungswert, bei dem die Monster lustig über den Tisch wandern und am Ende der Spieler mit den goldenen Würfelhändchen gewinnt. Für Taktiker ist Raffzahn daher eher ungeeignet.

Vielen Dank an Schmidt Spiele für das Rezensionsexemplar.

Raffzahn bei Amazon erwerben

Spielbewertung für Raffzahn von Rüdiger Koltze

Schwierigkeit Spielspaß Spielreiz Spielgrafik
leicht hoch hoch sehr nette Monster
Alter Spieler Spieldauer Spielpreis
ab 8 Jahre 3-6 30 min 11 Euro

Gesamturteil:

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Noch Mal! ein Würfelspiel

Bei Noch Mal! geht es darum, auf seinem eigenen Spielblatt bunte Kästchen möglichst schnell und vollständig auszufüllen. Ziel ist es, für komplette Spalten Punkte zu bekommen. Begonnen wird in der Mitte des Blattes. Je weiter es nach außen geht, desto mehr Siegpunkte gibt es für eine komplette Spalte.

Und so geht`s: Der aktive Spieler würfelt mit den 3 Farb- und 3 Zahlenwürfeln. Er sucht sich eine Kombination aus Farb- und Zahlenwürfel aus. Er darf auf seinem Block die entsprechende Zahl ankreuzen.

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Begonnen wird in der Mitte. Die obere Punktereihe ist für den ersten Spieler, der eine Spalte fertig hat. Alle anderen müssen sich in dieser Spalte mit der zweiten Reihe begnügen.

Beim Ankreuzen müssen allerdings bestimmte Regeln beachtet werden.

  • Begonnen wird immer in der Mitte.
  • Es muss immer zusammenhängend in einem Farbblock der gewählten Farbe platziert werden.
  • Neue Kreuze müssen mindestens mit einem Kreuz waagerecht oder senkrecht an bereits gesetzte Kreuze angrenzen
  • Es ist nicht erlaubt, mehr oder weniger Kästchen anzukreuzen.

Die anderen Spieler dürfen aus den vom aktiven Spieler nicht benutzen Kombinationen sich etwas heraussuchen und ebenfalls ihre Kreuze setzen. Auf den Würfeln sind Fragezeichen und schwarze Kreuze. Das sind Joker. Allerdings stehen jedem Spieler nur 8 zur Verfügung. Am Ende gibt es für nicht verbrauchte Joker noch Siegpunkte.

Meine Meinung

Inka und Markus Brand haben mit Noch Mal! ein nettes kleines Würfelspiel entwickelt, das man schön zu zweit, aber auch alleine und zu sechst spielen kann. Vor allem, wenn es viele Spieler sind, wird es spannend. Ein Blick auf die gegnerischen Zettel lohnt sich. Wer hat was wo angekreuzt? Kann ich in dieser Spalte noch ordentlich punkten? Habe ich alle Sterne erwischt (2 Minuspunkte pro nicht erwischtem Stern)? Habe ich Chancen auf den Bonus in einer Farbe? Überlegungen, die man während des Spiels nie aus den Augen verlieren darf. Insgesamt ein solides Würfelspiel, das Lust auf mehr macht.

Vielen Dank an Schmidt-Spiele für ein Rezensionsexemplar.

Noch Mal! bei Amazon erwerben

Spielbewertung für Noch Mal! von Inka und Markus Brand

Schwierigkeit Spielspaß Spielreiz Spielgrafik
leicht hoch hoch erfrischend
Alter Spieler Spieldauer Spielpreis
ab 8  Jahre 1 – 6 20 min ca. 10 Euro

Gesamturteil:

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Kurz, knackig, kribbelig

Kribbeln ist ein einfaches Würfelspiel, bei dem es analog zum Kniffeln gilt, bestimmte Aufgaben zu würfeln. Wer hoch würfelt, gewinnt. Wer schlecht würfelt, muss auf die zweite Chance hoffen.

Kribbeln von Ravensburger ist für 2 bis 5 Spieler und kostet ca. 12 Euro

Kribbeln von Ravensburger ist für 2 bis 5 Spieler und kostet ca. 12 Euro

Bei Kribbeln gilt es bunte Aufgaben mit den 6 Würfeln zu erledigen. Wer am Zug ist, darf 3-mal würfeln um die aktuelle Aufgabe zu erfüllen. Dabei darf man nach jedem Wurf entscheiden, welche Würfel man zur Seite legt oder wieder hinzunimmt. Man darf natürlich auch jederzeit aufhören.

Die Würfel besitzen verschieden farbige Seiten. Bei den Aufgaben geht es immer nur um die Farben. Die gewürfelten Augen spielen zur Erfüllung der Aufgabe keine Rolle. Sie sind nur für das Gesamtwürfelergebnis entscheidend.

Ein Beispiel: Die Aufgabe heißt: Im Würfelwurf darf kein gelber Würfel enthalten sein. Im ersten Wurf fällt ein gelber Würfel. Diesen würfelt man erneut. Jetzt zeigt er eine andere Farbe. Der gesamte Wurf enthält keinen gelben Würfel mehr – Aufgabe gelöst. Jetzt werden alle Würfelaugen zusammengezählt und das Würfelergebnis in den Block eingetragen. Auf zur nächsten Aufgabe.

Gelingt es nicht, kann man das Ergebnis in die Zeile Kribbeln eintragen und es gleich nochmal versuchen. Sollte man sich einen weiteren Fehlwurf erlauben, wird ein X eingetragen. Der Spielblock ist dreigeteilt (Hintergrundfarbe Rot, Gelb, Blau). Im ersten und zweiten Drittel gibt es zu je zwei Aufgaben eine Kribbelzeile. Für das dritte Drittel gibt es zwei Kribbelzeilen. Der Eintrag eines Ergebnisses in die Kribbelzeile ist allerdings an Bedingungen geknüpft. Das Kribbelfeld muss den gleichen Farbhintergrund wie die nicht erfüllte Aufgabe haben. Außerdem muss der Würfelwert in den Kribbelfeldern nach unten immer höher werden.

Ist der Kribbeln-Block voll, wird abgerechnet

Ist der Kribbeln-Block voll, wird abgerechnet

Ist eine Zeile auf dem Kribbelblock komplett ausgefüllt, werden die Punkte entsprechend der Spieleranzahl vergeben. Spieler mit einem X erhalten keine Punkte. Gewonnen hat am Ende der Spieler mit den meisten Punkten.

Meine Meinung

Kribbeln ist ein recht spannendes und trickreiches Würfelspiel, bei dem man gehörig aufpassen muss. Man ist geneigt, einen tollen Fehlwurf in ein Kribbelfeld einzutragen, sollte aber bedenken, dass der Wert im nächsten Kribbelfeld höher sein muss. Ein X kann daher eine echte Alternative sein, sonst gibt es in den nächsten Kribbelfeldern nur noch Xen. Manchmal hat man eine Aufgabe mit dem ersten Wurf erledigt, das Würfelergebnis ist jedoch ziemlich mies. Weiterwürfeln auf ein besseres Ergebnis und die Gefahr in Kauf nehmen, die Aufgabe zu versauen? Spannendes Can`t-Stop-Feeling. Für alle, die von Kniffel genug haben, aber trotzdem gerne Würfeln wollen.

Das Spiel von Thomas Sing ist für 2 bis 5 Spieler ab 8 Jahren.

Vielen Dank an Ravensburger für ein Rezensionsexemplar.

Kribbeln bei Amazon erwerben

Spielbewertung für Kribbeln von Thomas Sing

Schwierigkeit Spielspaß Spielreiz Spielgrafik
einfach hoch mittel passt
Alter Spieler Spieldauer Spielpreis
ab 8  Jahre 2 – 5 20 min ca. 12 Euro

Gesamturteil:

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Tief im Dungeon schläft der Drache

Crowdfunding-Spiele liegen seit ein paar Jahren voll im Trend. Dabei ist erstaunlich, welche Geldsummen dabei zustande kommen. Auch Dungeon Roll ist so ein Beispiel: 15.000 $ wurde zur Realisierung des Spiels benötigt, letztendlich kamen 250.000 $ zusammen. 2013 hatten über 10.000 Spieler das Spiel im Sack gekauft. Pegasus Spiele hat Dungeon Roll 2014 in Deutschland auf den Markt gebracht. Im Frühjahr dieses Jahres kam ein Erweiterungspack zum Spiel. Wir haben das Spiel getestet.

Dungeon Roll von Chris Darden ist ein einfaches Fantasy-Würfelspiel, das man am besten zu zweit spielt

Dungeon Roll von Chris Darden ist ein einfaches Fantasy-Würfelspiel, das man am besten zu zweit spielt

Als erstes fällt bei Dungeon Roll die Verpackung auf – eine schön gestaltete Schatztruhe. Die Schachtel beinhaltet das ganze Spiel inklusive Anleitung und eignet sich aufgrund ihrer handlichen Größe hervorragend als Mitbringspiel. Zum Spielinhalt gehören 7 weiße und 7 schwarze Würfel, ein paar Charakterkarten, ein paar Schätze und Erfahrungsmarker. Zu Beginn des Spiels wählt sich jeder Spieler einen Charakter aus. Im Grundspiel gibt es 8 Charaktere (……), der Erweiterungspack enthält noch einmal 12 heldenhafte Gestalten. Jeder Charakter besitzt zwei Fähigkeiten, die er unterschiedlich einsetzen kann.

Gespielt wird in drei Durchgängen. Wer nach den drei Durchgängen die meisten Erfahrungspunkte gesammelt hat, gewinnt das Spiel. In jedem Durchgang kämpft sich ein Held durch das Dungeon, beginnend auf Ebene 1 bis maximal zur Ebene 10. Für jede Ebene gibt es einen Erfahrungspunkt. Bevor ein Spieler eine neue Ebene betritt, kann er entscheiden, ob er aufhört oder weitermacht. Hört ein Spieler auf und zieht sich aus dem Dungeon zurück, erhält er die Punkte für die aktuelle Ebene. Nimmt er das Risiko eines neuen Levels auf sich und scheitert er, sind alle Punkte futsch. Es gilt also immer abzuschätzen, was noch geht.

Quadratisch, praktisch, gut. Das ganze Spiel ist in der handlichen Schatztruhe verpackt

Quadratisch, praktisch, gut. Das ganze Spiel ist in der handlichen Schatztruhe verpackt

Bevor ein Spieler das Dungeon betritt, würfelt er die sieben weißen Würfel. Sie stellen die Heldentruppe dar, die sich durch das Dungeon kämpft. Auf den Würfeln gibt es Krieger, Priester, Zauberer, Diebe, Champions (wahre Helden) und Zauberschriftrollen. Die einzelnen Rollen haben auf Monsterseite einen Lieblingsgegner, d.h., sie zerstören alle Monster einer Sorte. Trifft ein Abenteurer auf andere Monster, kann er nur jeweils eines besiegen.

Auf den Monsterwürfeln gibt es drei verschiedene Monster – Skelette, Schleimwesen und Kobolde -, den Drachenkopf sowie einen Trank und eine Schatzkiste. Die Monster gilt es schlichtweg zu besiegen. Wird ein Drachenkopf gewürfelt, kommt dieser in die Drachenhöhle. Sind dort am Ende der Runde mindestens drei Drachenköpfe, erscheint der Drache. Um ihn zu besiegen, sind drei verschiedene Helden notwendig. Tränke bringen verbrauchte Helden zurück, Schatztruhen bringen zusätzliche Vorteile oder Erfahrungspunkte.

Auf Ebene 1 steht der Abenteurergruppe 1 schwarzer Würfel gegenüber, auf Ebene 2 sind es 2 schwarze Würfel, auf Ebene 3 … Je höher das Level, desto schwieriger wird es. Vor allem deswegen, weil es immer weniger Helden werden, die ein neues Level stürmen. Ein Held, der ein oder mehrere Monster besiegt, ist derart erschöpft, dass er nicht weiterkämpfen kann. Er kommt auf das Ablagefeld. Dort sammeln sich im Laufe eines Durchganges die Würfel. Wer Pech hat und gegen viele unterschiedliche Monster kämpfen muss, verbraucht seine Helden relativ schnell. Manchmal kann bereits nach dem 3. Level Schluss sein. Werden dagegen viele gleiche Monster, Truhen und Tränke gewürfelt, geht es locker Richtung Level 7 oder 8.

Jeder Spieler besitzt in Dungeon Roll einen Charakter, den man mit Erfahrungspunkten upgraden kann

Jeder Spieler besitzt in Dungeon Roll einen Charakter, den man mit Erfahrungspunkten upgraden kann

In unseren Testrunden hat sich gezeigt, dass es am Ende recht eng zugeht. Jeder Erfahrungspunkt kann den Sieg bringen. Tränke sind daher extrem wichtig. Sie geben erschöpften Kempen wieder Kraft. Ein Trank ist dabei leider etwas witzlos, denn um ihn zu aktivieren muss man einen seiner weißen Würfel abgeben. Also einen abgeben und einen zurückbekommen ist nur ein Austausch –  kann aber mal wichtig sein. Interessant wird es, wenn mehr als ein Trank in der Auslage liegt (eventuell kann man noch ein passendes Schatzplättchen mit in den Ring werfen). Dann gibt ein Spieler einen Würfel ab und erhält mehrere Würfel zurück. Dieses Geschäft lohnt sich. Lohnen tut sich auch der Einsatz von Schriftrollen. Mit ihrer Hilfe darf man beliebig viele Würfel erneut würfeln – schwarze wie weiße.

Während man sich durch die Dungeonebenen kämpft sollte man immer seine Fähigkeiten im Auge behalten. Manchmal hilft die ultimative Fähigkeit sich aus einer ausweglosen Lage zu retten.

Meine Meinung

Dungeon Roll ist ein einfaches Fantasywürfelspiel, bei dem man trotzdem recht gut taktieren kann. Der aktive Spieler ist permanent in der Entscheidungspflicht. Welche Würfel nehme ich? Welches Schatzkärtchen kann ich einsetzen? Lohnt es sich, die Fähigkeit eines Charakters einzusetzen? Dieses ständige Grübeln gibt dem Spiel seinen Reiz, erhöht allerdings auch die Spieldauer. Da relativ wenig Interaktion zwischen den Spielern herrscht – wenn man es ganz genau nimmt, eigentlich keine – ist eine Partie Dungeon Roll bei vier Spielern recht zäh. Am besten hat mir das Spiel zu zweit gefallen. Einer streift durch das Dungeon, der andere würfelt die Gegner dazu. Auch als Solospiel ist es einigermaßen passabel, hier geht man eben auf die Jagd nach dem eigenen Highscore.

Insgesamt weiß Dungeon Roll zu gefallen, sowohl von der Ausstattung als auch vom Spielmechanismus her. Die neuen Karten bringen zwar nochmals etwas Abwechslung ins Spiel, was die handelnden Personen angeht, richtig neue Spielelemente gibt es leider nicht. Zu zweit ist das Spiel recht kurzweilig, zu dritt geht es so, zu viert wird es zäh. Aufgrund der Größe ist es prima für unterwegs, aber auch mal für Zwischendurch. Als 2er-Spiel gebe ich 4 Sterne, als 4er-Spiel 2 Sterne aufgrund der geringen Interaktion der Spieler untereinander. Zwei Spieler können einfach immer komplett abschalten und sind nicht beteiligt. Das führte bei unseren 4er-Spielen zu einem ständigen Kommen und Gehen am Tisch. Daher insgesamt nur 3 Sterne.

Dungeon Roll bei Amazon erwerben

Spielbewertung für Dungeon Roll von Chris Darden

Schwierigkeit Spielspaß Spielreiz Spielgrafik
leicht 2er gut, 4er mäßig mittel sehr schön
Alter Spieler Spieldauer Spielpreis
ab 8 Jahre 1 – 4 15 – 45 min rund 17 Euro

Gesamturteil:

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Kreuzworträtsel der würfeligen Art

Bei Speed Dice geht es darum, aus 7 seiner 8 Würfel Worte in kreuzworträtselmanier zu bilden. Dabei dürfen Buchstaben doppelt verwendet werden. Den letzten Würfel gilt es als erster in die Schale zu werfen. Der Würfel, der ganz unten liegt, hat diese Runde gewonnen. Wer dreimal hintereinander gewonnen hat, gewinnt auch das Spiel.

Speed Dice ist ein einfaches Spiel für Zwischendurch

Speed Dice ist ein einfaches Spiel für Zwischendurch

Speed Dice ist wirklich einfach. Allerdings sollten die Mitspieler ein ähnliches Niveau haben, sonst kommt schnell Frust auf. Bei unseren Partien hat sich herausgestellt, dass Erwachsene und Kinder die ganze Sache doch in unterschiedlichem Tempo angehen. Meist sind die Älteren bereits fertig, ehe die Jungen die Buchstaben überhaupt sortiert haben. Haben die Spieler das gleiche Niveau, entbrennt ein echter Wettstreit um den Pokal. Allerdings wird es dann aber auch recht schwierig, eine Partie zu gewinnen. Immerhin sind Würfel im Spiel und es gelingt nicht immer der optimale Wurf, um schnell eine geeignete Buchstabenkombination zu finden.

Fazit

Speed Dice ist ein prima Spiel für Gleichaltrige – entweder alle jung oder alle alt. Es ist ein netter Zeitvertreib für Zwischendurch. Allerdings kann sich eine Partie ziehen, wenn mehrere gleichwertige Spieler am Tisch sitzen. Besser ist es dann, beispielsweise auf 5 gewonnene Runden zu spielen. Damit ist ein Ende der Partie in Sicht, bevor das Spiel langweilig wird.

Vielen Dank an Amigo für ein Rezensionsexemplar.

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Bewertung für Speed Dice von Haim Shafir

Schwierigkeit Spielspaß Spielreiz Spielgrafik
einfach mittel – hoch mittel passt zum Spiel
Alter Spieler Spieldauer Spielpreis
ab 10 Jahre 2 – 4 15 min 15 Euro

Gesamturteil:

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Mut wird belohnt – zumindest manchmal

Wie bei allen Würfelspielen wird Mut belohnt. Das gilt auch für das Haba-Spiel Spookies. In Can`t-Stop-Manier würfeln sich die Spieler Stockwerk für Stockwerk in einer Gruselvilla nach oben. Je höher die Anforderung an den Würfelwurf, desto mehr Spookies (Geisterchips) kann man gewinnen. Doch Vorsicht: Manchmal geht ein Würfelwurf auch daneben. Es gilt also das Risiko genau abzuwägen und Spookies zu sammeln, solange es noch geht.

Bei Spookies gilt es sich nach oben zu würfeln und dafür Geisterchips zu bekommen. Je weniger Würfel man einsetzt, desto mehr Geisterchips gibt es.

Bei Spookies gilt es sich nach oben zu würfeln und dafür Geisterchips zu bekommen. Je weniger Würfel man einsetzt, desto mehr Geisterchips gibt es.

Jeder Spieler kann sich einen der vier mutigen Freunde oder den Hund für seinen Zug aussuchen (Variante auswürfeln) und mit diesem Charkter die Gruselvilla betreten. Jedes Stockwerk – wobei der Vorgarten hier auch ein Stockwerk sein soll – entspricht einer Augenzahl zwischen 5 und 11. Für den Würfelwurf stehen 2 bis 4 Würfel zur Verfügung, es zählen allerdings immer nur die beiden höchsten Würfel. Je weniger Würfel ein Spieler einsetzt, desto mehr Siegpunkte gibt es. Desto größer ist allerdings auch das Risiko, dass er patzt.

Ein Spieler darf solange Würfeln wie er will oder bis er patzt. Geht ein Wurf daneben, muss die Figur auf die gewürfelte Stufe zurückgesetzt werden. Außerdem muss der Spieler pro verlorenes Stockwerk einen Geisterchip auf der aktuellen Stufe ablegen (Differenz der Stockwerke). Diese Spookies gibt es als Bonus, wenn ein Spieler mit seiner Figur dieses Stockwerk mit zwei Würfeln erreicht.

Entspricht die gewürfelte Augenzahl exakt der Augenzahl des Stockwerkes, auf dem man gerade steht, bleibt die Figur stehen und der Zug endet. Sind alle Spookies weg, ist das Spiel zu Ende und es wird abgerechnet. Gewonnen hat der Spieler mit den meisten Punkten. Dabei gewinnt nicht immer der Spieler mit den meisten Spookies, denn die Geisterchips haben Werte von 1 bis 5 und dürfen während des Spiels nicht eingesehen werden.

Fazit: Spookies von Stefan Kloß (Beasty Bar) ist ein einfaches Würfelspiel mit leichtem Suchtcharakter. Wie bei Can`t stop lebt das Spiel von der Gier der Spieler und ihrem Vertrauen in die eigenen Würfelfähigkeiten, frei nach dem Motto: „Einer geht noch“. So manche Serie findet allerdings ein jähes Ende. Spookies ist ideal für die ganze Familie geeignet, denn es gibt quasi keinen Erwachsenenvorteil – ein Würfelspiel eben und somit nichts für Taktiker. Die Grafik von Michael Menzel ist ausgezeichnet und kindgerecht.

Vielen Dank an Haba für ein Rezensionsexemplar.

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Spielbewertung für Spookies von Stefan Kloß

Schwierigkeit Spielspaß Spielreiz Spielgrafik
leicht hoch sehr hoch super
Alter Spieler Spieldauer Spielpreis
ab 8 Jahre 2 – 4 25 min 22 Euro

Gesamturteil:

sterne_4_5_klein