Seemännisches Farbenspiel

Golden Horn ist ein buntes Seefahrer-Spiel von Leo Colovini, bei dem Waren von Venedig nach Konstantinopel überführt werden müssen. Das Spiel stammt aus dem Jahre 2013, Piatnik hat aber im Sommer eine Erweiterung auf den Markt gebracht, die noch einmal zusätzlich Fahrt ins Spiel bringt.

Von Venedig nach Konstantinopel geht die Reise bei Golden Horn

Von Venedig nach Konstantinopel geht die Reise bei Golden Horn

Zunächst aber zum Grundspiel: Jeder Spieler besitzt ein Handelskontor und drei Segelschiffe. Jetzt wird´s bunt: Insgesamt gibt es sechs verschieden farbige Segel. Ein Schiff ist quasi mono und alle drei Segel zeigen dieselbe Farbe. Das zweite Schiff hat zwei andere verschiedene Farben, das dritte Schiff Segel in den drei restlichen Farben. Wozu das ganze Farbenspiel? Die Schifffahrtsstrecke zwischen Venedig und Konstantinopel ist ebenfalls in farbige Felder unterteilt. Stimmt die Farbe des Feldes mit einer Segelfarbe überein, bedeutet das gute Winde und der Spieler darf sein Schiff ein weiteres Feld vorwärtsziehen. Dadurch erhält jeder Spieler zu Beginn also drei verschieden schnelle Schiffe.

Befindet sich ein Schiff im Hafen, kann es Waren aufnehmen. Ein Hafen stellt immer zehn Waren zur Verfügung. Diese besitzen die gleichen Farben wie die Segel. Ein Schiff darf nur Waren mitnehmen, deren Farbe sich von der Segelfarbe unterscheidet. sind Waren aufgeladen, wird der Hafen wieder aus dem Säckchen aufgefüllt.

Zu Beginn des Spiels erhält jeder Spieler fünf Reisekarten, die die Farben der Fahrstrecke wiedergeben. Kommt man auf ein Feld, von dem die Reise nicht weitergeht, kann man eine Karte der entsprechenden Farbe abgeben und darf weiterreisen. Diese Aktion ist mehrmals möglich, allerdings immer nur für ein Schiff.

Neue Karten erhält ein Spieler, wenn er mit einem Schiff einen Hafen erreicht. Für einfarbige Schiffe gibt es 3 neue Karten, für zweifarbige Dreimaster 2 und für dreifarbige Segler noch 1. Da die Karten im Spiel sehr wichtig sind, lohnt es sich, mit dem einfarbiges Schiff zu reisen. Denn: Die Karten können auch als Piratenaktion genutzt werden. Gibt man zwei Karten in den Segelfarben eines Schiffes ab, darf man sich eine Ware aus dem Schiff stibitzen und direkt in sein Kontor legen.

Im Kontor werden die bereits transportierten Waren gesammelt. Ist jede Warensorte einmal vorhanden, kann ein Spieler - sofern er will - das Spiel beenden.

Im Kontor werden die bereits transportierten Waren gesammelt. Ist jede Warensorte einmal vorhanden, kann ein Spieler – sofern er will – das Spiel beenden.

Besitzt ein Spieler alle sechs Waren in seinem Kontor, kann er das Spiel jederzeit beenden. Dann sind alle anderen Spieler noch einmal dran. Anschließend wird abgerechnet. Für jede transportierte Ware im Kontor gibt es einen Siegpunkt. Für jeden Satz aus sechs verschiedenen Waren erhält ein Spieler 4 Siegpunkte. Fehlt in diesem Warensatz eine Farbe, gibt es nur noch 2 Siegpunkte. Für einen Satz aus vier verschiedenen Waren gibt es noch 1 Siegpunkt. Der Spieler mit den meisten Siegpunkten hat gewonnen.

Die Erweiterung Dominio da Mar

Zum Grundspiel ist jetzt auch die Erweiterung Dominio da Mar verfügbar

Zum Grundspiel ist jetzt auch die Erweiterung Dominio da Mar verfügbar

In der jetzt vorgestellten Erweiterung Dominio da Mar kommt ein zusätzliches Spielelement hinzu. Statt Waren können auch Soldaten mit an Bord genommen werden. Hat man einen Trupp von einem Hafen zum Zielhafen bewegt, darf man mit diesen Soldaten eine von 5 Städten erobern. Man muss dies nicht sofort machen, sondern kann seine Soldaten erstmal im Kontor warten lassen, bis Verstärkung eintrifft, um eine der höherwertigen Städte zu erobern. Hierbei lassen sich bis zu 12 Siegpunkte erhalten. Das Stehlen eines Soldaten wie bei den Waren ist nicht möglich. Die Soldaten kommen über weiße und schwarze Warenklötzchen, die sich im Nachziehsäckchen befinden, ins Spiel. Damit das Verhältnis zwischen Waren und Soldaten in etwa gleich bleibt, werden die schwarzen Klötzchen entfernt und die weißen wieder in das Säckchen zurückgeschmissen.

Fazit

Im Säckchen sind in der Erweiterung zusätzlich weiße und schwarze Klötzchen enthalten. Sie stehen für die Soldaten.

Im Säckchen sind in der Erweiterung zusätzlich weiße und schwarze Klötzchen enthalten. Sie stehen für die Soldaten.

Golden Horn ist ein nettes Familienspiel für Zwischendurch. Es ist einfach, schnell gelernt und hat doch einen gewissen Anspruch. Man sollte dabei die Macht der Karten nicht unterschätzen. Ohne passende Karten strandet man recht schnell auf hoher See. Und sind viele Schiffe unterwegs, kann man mit wenig Karteneinsatz recht weit kommen, da vor einem stehende Schiffe übersprungen werden dürfen. Die Erweiterung bringt nocheinmal ein zusätzliches Element ins Spiel. Als Flottenkapitän muss man sich entscheiden, ob man lieber Waren oder Soldaten transportieren will. Die 12 Siegpunkte sind verlockend. Schnappt sie allerdings ein anderer Spieler weg und man erhält beispielsweise für seine Soldaten nur noch 6 Siegpunkte, wäre ein Transport von Waren vielleicht doch die bessere Alternative gewesen.

Vielen Dank an Piatnik für ein Rezensionsexemplar.

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Spielbewertung für Golden Horn von Leo Colovini

Schwierigkeit Spielspaß Spielreiz Spielgrafik
einfach hoch hoch schön gemacht
Alter Spieler Spieldauer Spielpreis
ab 8 Jahre 2 – 4 30 min ca. 30 (Erweiterung 10) Euro

Gesamturteil:

sterne_4_klein

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2 Gedanken zu „Seemännisches Farbenspiel

  1. Pingback: Clever Handeln am Yangtze | The Board Game Journal

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